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Aquascaping Tipps

Auf dieser Seite findest Du zahlreiche Tipps von unseren Aquascaping Experten zum Einrichten und Pflegen eines eigenen erfolgreichen Aquascapes.

 

Quelle: Jurijs Jutjajevs
Quelle: Jurijs Jutjajevs

Moos Cotton – Binden statt kleben (by Jurijs Jutjajevs – lernscapen.de)

Entgegen dem aktuellen Trend des „Sekundenklebens“, bietet die konventionelle Methode des Festbindens mittels Baumwollfaden, zB. Moss Cotton von ADA, entscheidende Vorteile. So löst sich dieser nach einigen Monaten rückstandslos auf und hinterlässt keine weißen Spuren auf dem Hardscape. Auch wachsen die Moose viel besser an, denn jede Stelle an der das Moos angedrückt wird bringt neue Wachstumsspitzen. Am besten das Moos sparsam auftragen und sehr eng und fest zubinden.


 

Quelle: Jurijs Jutjajevs
Quelle: Jurijs Jutjajevs

Reinigung – Sauber bis in die Ecken (by Jurijs Jutjajevs – lernscapen.de)

„Lilypipes sind ein Muss für jeden Aquascaper“ – so die verbreitete Meinung. Diese Filter Ein- und Auslässe aus Glas sehen nur so lange schön aus, so lange diese perfekt sauber sind. Bürsten sind gut für die Seitenwände, den Boden muss man in Chlor einweichen oder wenn es mal schnell gehen muss, nehme ich gerundeten Kies der durch vorsichtiges Schwenken wie Reinigungsperlen wirkt.


 

Quelle: Jurijs Jutjajevs
Quelle: Jurijs Jutjajevs

Steine verkleinern (by Jurijs Jutjajevs – lernscapen.de)

In der Natur kommt meistens nur eine Steinsorte vor, damit das auch in unseren Scapes so ist, müssen wir das passende „Kleinzeug“ selber machen. Am besten einen weniger schönen Stein aussuchen und diesen opfern. Man nimmt dazu einen möglichst großen Hammer, dies hilft gleichzeitig verborgene Aggressionen rauszulassen. Anschließend alles aufkehren und den Staub wegsieben. Schutzbrille nicht vergessen.


 

Tools

Aquascaping Tools – Die Wahl der richtigen Pinzette (by Aram Schneider)

Im Fachhandel werden Pflanzenpinzetten in allen möglichen Größen und Formen angeboten. In der Tat haben diese auch alle Ihre Daseinsberechtigung, denn jede Art von Pinzette ist für einen bestimmten Einsatz vorgesehen.
Den Standard bilden ca. 30cm lange Exemplare mit gerader und etwas breiterer Spitze. Diese sind neben allgemeinen Arbeiten im Aquarium vor allem für das Einsetzen mehrerer Stängelpflanzen gedacht. Mit ihr kann man locker ca. 3 Stängel einer beliebigen Stängelpflanzenart einsetzen.

Gebogene Pinzetten erleichtern das Einsetzen von Bodendeckern und sind vor allem dafür gedacht, um an schwer erreichbaren Stellen im Becken arbeiten zu können.
Pinzetten mit besonders dünner Spitze eignen sich vor allem für feinere Arbeiten und das Einsetzen einzelner Pflanzen für Details. Selbst einzelne Nadelsimsenhalme lassen sich damit prima positionieren.
Kleinere Exemplare sind vor allem handlicher für kleinere Beckengrößen. Mit einer 30cm langen Pinzette in einem Nano Cube zu arbeiten ist durchaus umständlich, da der Raum ja durch die Scheiben begrenzt ist.


 

by Aram Schneider

CO2 Überwachung in bepflanzten Becken (by Aram Schneider)

Kohlenstoff ist ein essentieller Nährstoff für optimales Pflanzenwachstum und wird daher in bepflanzten Becken mit einer CO2-Anlage künstlich zugeführt. Die verwendeten CO2-Systeme sind meistens Druckgasanlagen (mit einer Mehrweg- oder Einweg-CO2-Flasche) oder Bio-CO2-Anlagen (basierend auf der Gärung einer Zucker/Hefe Lösung).Um eine gute CO2-Versorgung der Pflanzen zu gewährleisten, aber auch als Sicherheitsaspekt für die Aquarienbewohner empfiehlt sich die Anschaffung eines CO2-Dauertests. Die darin enthaltene Testflüssigkeit reagiert mit dem CO2 im Aquarienwasser und ändert je nach Konzentration ihre Farbe. Dabei zeigt eine blaue Farbe zu wenig, eine gelbe Farbe zu viel CO2 an. Ein deutlicher Grünton bedeutet, dass sowohl für die Pflanzen als auch die Beckenbewohner alles „im grünen Bereich“ ist.

 


 

Adrie Baumann

Nachträgliche Änderungen möglich? (by Adrie Baumann)

Auch ein fertiges und gut eingefahrenes Aquascape lässt im Nachhinein noch Änderungen zu. Somit kann man auch im späteren Betrieb noch Steine oder Wurzeln einbringen oder entnehmen. Auch das Austauschen von Pflanzen ist problemlos möglich. Aber wer sich erst mal mit dem “Virus” Aquascaping angesteckt hat möchte meist sowieso immer wieder etwas Neues. 😉

 


 

Foto: Aquascaping Symphony

Tierbesatz beim Aquascape (by Adrie Baumann)

Wenn nach zwei bis drei Wochen die Einlaufphase gut verlaufen ist und alle Wasserwerte passen, können die ersten Bewohner einziehen. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, muss natürlich so lange gewartet werden, bis die Wasserparameter für die neuen Bewohner passen. Zunächst würde ich immer mit algenfressenden Tieren wie Garnelen, Welsen oder Barben anfangen, die den anfänglichen Algenwuchs reduzieren. Der Filter hat nun Zeit sich auf die Ausscheidungen der neuen Tiere einzustellen, bevor das Becken vollständig besetzt werden kann. Wenn alles gut verläuft, es den Tieren gut geht und die Wasserwerte stabil sind, können ein bis zwei Wochen später die restlichen Tiere einziehen.

 


 

Aquascape Neueinrichtung

Die Einlaufphase: Besondere Maßnahmen (by Adrie Baumann)

Für die Einlaufphase eines Aquascapes empfehlen sich besondere Maßnahmen: In der ersten Woche hat es sich bewährt, jeden zweiten Tag einen 30 – 40%igen Wasserwechsel zu machen. Dieser dient dazu, sich am Anfang anreichernde Schadstoffe, wie Nitrit oder Ammoniak zu neutralisieren. In dieser Phase befinden sich zwar noch keine Fische im Becken, die das Wasser durch Ausscheidungen verschmutzen könnten, doch ein Aquascape besteht meist aus sehr vielen Pflanzen. So entstehen vor allem in der Einwachsphase abgestorbene Pflanzenteile, die sich zersetzen und das Wasser belasten. Der tägliche Wasserwechsel ist auch sehr gut als Algenprophylaxe geeignet. Denn gerade am Anfang können die Algen schnell die Oberhand gewinnen, da unsere Wasserpflanzen als emers gewachsene Pflanzen aus der Wasserpflanzengärtnerei kommen und sich erst auf den submersen Wuchs umstellen müssen. Auch sollte man nach ca. 5 Tagen mit der Düngung von Flüssigdüngern anfangen, die unsere Wasserpflanzen mit wichtigen Mikro- und Makro-Nährstoffen versorgen. Die ist in einem Aquascape auch unbedingt notwendig, da meist nahezu 100% des Bodens bewachsen sind und eher wenige Fische gehalten werden.

 


 

Foto: Adrie Baumann

Technik beim Aquascaping (by Adrie Baumann)

Für ein gut laufendes Aquascape sind nicht nur Filter und Heizung von Bedeutung, sondernd besonders die Beleuchtung und CO2-Versorgung. Die Beleuchtung für ein Aquascape sollte Minimum 0,5 Watt pro Liter (bei Leuchtstoffröhren) betragen. Bei einer LED sollten mindestens 110 Lumen pro Watt erreicht werden. Mit dieser Lichtleistung bekommt man auch anspruchsvolle Pflanzen zum Wachsen. Mittlerweile bietet der Markt auch sehr gute und energiesparenden LED-Beleuchtungen an, welche auch sehr gut eingesetzt werden können. Der Filter sollte großzügig dimensioniert sein und eine große Oberfläche für die wichtigen nitrifizierenden Bakterien haben, die das biologische Gleichgewicht in unserm Aquascape herstellen. Auch die Inbetriebnahme einer CO2-Anlage ist sehr wichtig, da Kohlenstoff die wichtigste Grundlage für unsere Pflanzen ist, um Photosynthese zu betreiben.

 


 

Foto: Oleg Foht

Sekundenkleber unter Wasser (by Adrie Baumann)
Ein besonders guter Trick beim Pflanzen von Moosen oder Aufsitzerpflanzen wie Anubien und Farnen ist die Verwendung von Sekundenkleber. Selbstverständlich kann man diese Pflanzen auch weiterhin aufbinden, aber durch die Verwendung von Sekundenkleber geht alles ein wenig leichter von der Hand. Hier empfehle ich einen Kleber auf Gelbasis. Der Kleber wird auf die Pflanze oder die gewünschte Stelle sparsam aufgebracht, da es ja nur zum Fixieren der Pflanzen dienen soll. Und dann werden die Pflanzen kurz angedrückt bis sie fest sitzen. Zu erwähnen wäre noch, dass man bei dieser Arbeit unbedingt Handschuhe tragen sollte! Auch bezüglich der Giftikeit von Sekundenkleber muss man keine Angst haben, da Sekundenkleber in Verbindung mit Wasser fast sofort aushärtet und somit nichts ans Wasser abgeben kann. Dies funktioniert sogar unter Wasser im laufenden Betrieb, nur muss man dann sehr schnell sein und sich die Stelle, wo geklebt werden soll, gut einprägen.

 


 

Trockeneinrichtung

Trockeneinrichtung beim Aquascaping (by Adrie Baumann)
Bei der Einrichtung des Aquariums empfehle ich die “Trockeneinrichtung”. Dies bedeutet, das zuerst der Bodengrund eingebracht wird und anschließend das Hardscape (Steine und Wurzeln) platziert wird. Das Verteilen des Substrates kann man mit der Hand oder mit einem Pinsel erledigen. Dann sollten eventuelle Lücken mit weiterem Bodengrund aufgefüllt werden, bis man das gewünschte Gesamtbild hat. Anschließend wird alles gut mit Wasser befeuchtet. Am Besten nimmt man sich hier eine Sprühflasche zu Hilfe. Wenn alles gut befeuchtet wurde, kann man sich ans Pflanzen machen. Hier sollte man verschiedene Tools wie Pinzetten und Scheren erwerben, die einem die Arbeit erleichtern. Denn mit Hilfe einer Pinzette kann man die Pflanzen viel leichter und gezielter setzen. Besonders bei den filigranen Bodendeckern und schwer zugänglichen Stellen möchte man sie später nicht mehr missen. Wenn alles wie gewünscht eingerichtet ist, sollte man alles noch einmal gründlich mit der Sprühflasche befeuchten. Anschließend wird alles mit Küchenpapier oder Zeitungspapier ausgelegt. Hier sollte man ruhig alles gut andrücken und anschließend nochmals gründlich befeuchten. Anschließend kann man vorsichtig das Wasser mit Hilfe eines Eimers oder Schlauches einfüllen. Hier sollte man dennoch seine Hand unter den Wasserstrahl halten, damit keine Verwirbelungen auftreten, die entweder den Bodengrund aufwühlen oder die Pflanzen rausspülen. Wenn das Wasser fertig eingefüllt wurde, kann das Papier wieder entfernt werden und das Wasser ist sofort klar.

 


 

Hardscape

Hardscape (by Adrie Baumann)
Die richtige Positionierung des Hardscapes ist äußerst wichtig, damit später nichts einstürzt oder verrutscht. Hier sollte man sich genug Zeit lassen. Bei der Verwendung von großen und schweren Steinen hat es sich bewährt, diese mit einem Stück Styropor zu unterfüttern um die Bodenplatte des Aquariums zu schützen. Dadurch wird der Druck vom Glas genommen und das Risiko einer kaputten oder zerkratzten Scheibe stark minimiert. Auch zum Thema Wurzeln gibt es einen wichtigen Tipp. Am Besten ist es, die Wurzeln vor dem Einsetzen gut zu wässern, damit sie sich vollsaugen und im Aquarium von selbst untergehen. Wenn man hierfür keine Zeit hat, kann man die Wurzeln auch mit einer Edelstahlschraube auf eine Schieferplatte aufschrauben. So kann man sich die Zeit des Wässerns sparen. Wenn sich zu Beginn ein watteartiger, wie Schimmel aussehender Belag bildet, so besteht hier kein Grund zu Panik: Dies ist ein harmloser Bakterienrasen, der von selbst verschwindet oder von algenfressenden Tieren, wie Garnelen oder Welsen beseitigt wird.

 


 

vor dem Einrichten muss gründlich geplant werden

 

Eine gute Planung ist die halbe Miete (by Adrie Baumann)
Zum Anfang steht immer die sorgfältige Planung. Hierbei sollte man sich überlegen wie groß das Aquascape sein soll, welche Tiere später einziehen, welches Hardscape (Steine / Wurzeln) und Pflanzen man verwenden möchte und welche Technik verbaut werden soll. Erlaubt ist was gefällt. Es hat sich bewährt sich an den goldenen Schnitt zu halten, welcher dem Aquascape einen harmonischen Eindruck verleiht. Inspirationen kann man gut bei Spaziergängen im Wald oder im Gebirge bekommen, denn beim Aquascaping wird versucht Landschaften aus der Natur, z.B. Gebirge, Wälder oder Lichtungen, unter Wasser zu gestalten. Aber auch Filme wie Avatar bieten Anreize zu surrealen Welten. Somit ist eigentlich alles erlaubt, was gefällt.

 


 

soil

„Soil“ – ein optimaler Bodengrund für Aquascapes (by Adrie Baumann)
Es ist sehr wichtig einen guten Bodengrund zu verwenden, welcher die Pflanzen im Aquascape auch langfristig mit wichtigen Nährstoffen versorgt und für ein gutes biologisches Milieu im Aquarium sorgt. Hier reicht die Auswahl von verschiedensten Nährböden und Kies bishin zum Soil, welches aus meiner Sicht das Beste Bodensubstrat zum Scapen ist:Soil ist von Anfang an mit wichtigen Nährstoffen, welche die Pflanzen benötigen, angereichert. Es ist biologisch aktiv und hat durch seine poröse Struktur eine enorm große Besiedelungsfläche für wichtige Mikroorganismen. Zudem senkt es den PH-Wert in einen schwach sauren Bereich um 6,5 und auch die Karbonathärte wird gesenkt, so dass es sich in einen Bereich von etwa 4 einpendelt. Alles sehr gute Voraussetzungen für die Pflanzen und auch für die meisten Unterwasserbewohner, die aus Weichwassergebieten kommen.