Ernährung

Koi werden mit der Zeit handzahm
Koi werden mit der Zeit handzahm

In den meisten Gartenteichen, in denen sich häufig viele Fische tummeln, sieht der Speiseplan oft sehr „karg“ aus, da das Angebot an tierischer und pflanzlicher Nahrung zwangsläufig nicht ausreichend und so reichhaltig wie in natürlichen Gewässern sein kann. Um Unterernährung und Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollten die Teichfische zusätzlich gefüttert werden.

Artgerechte Ernährung für Teichfische

Für den Teichbesitzer bildet eine artgerechte Ernährung eine Gewähr, dass seine Fische gesund (und nicht unbedingt schnell!) wachsen, prächtige Farben ausbilden und widerstandsfähig gegen bakterielle, virale und parasitäre Krankheitserreger sind. So wie Kühe kein Fleisch und Koalabären keine Schokolade verdauen können, so ergeht es auch den Teichfischen. Nicht alle Teichfische benötigen das gleiche Futter und auch das Lebensstadium (jung/alt) spielt eine Rolle. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Verwertbarkeit des Futters. Hundebesitzer kennen die Problematik: Billiges Futter führt zu riesigen Kothaufen und der Hund kann trotzdem Mangelerscheinungen zeigen. Bei Fischen führt ungeeignetes Futter zu identischen Folgen, über die sich dann zwar kein Fußgänger ärgert, das Teichwasser aber extrem mit Schadstoffen belastet. Dies wiederum führt dann zu Algenproblemen, die nun wirklich niemand liebt. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf von Futter gut informieren und beraten lassen, um für die Tiere ein geeignetes Produkt auszuwählen. Sollten Sie mehrere Fischgattungen oder Arten in einem Teich pflegen, und das machen die meisten, so stellt sich natürlich erst einmal die Frage, wie man denn die Fütterung nach  Arten  getrennt  vornehmen  soll.  Das ist  in  sogenannten  „Gesellschaftsteichen“ schlichtweg  unmöglich. Bei  einer  Sammlung  verschiedener  Familien  und Arten in einem Teich ist es aber  dennoch  wichtig,  eine  Bandbreite  an Futter anzubieten, die allen gerecht wird. Nur so  sind  Mangelerscheinungen  und  Krankheiten zu vermeiden. Sogenannte Forellenpellets sind zur Mast von vornehmlich fleischfressenden Fischen gedacht und damit für überwiegend vegetarisch lebende Teichfische nicht geeignet.

 

die richtige Futtersorte und -menge spielen eine große Rolle
Die Futtermenge und -sorte sollte der Jahreszeit entsprechen

Füttern – den Temperaturen angepasst

Im Gegensatz zu tropischen Aquarienfischen leben Teichfische bei wechselnden Temperaturen (zumindest in den gemäßigten Klimazonen wie Europa). Je kälter ein Gewässer, desto langsamer funktioniert der Stoffwechsel der Fische. Er kommt jedoch auch in kalten Wintern nie ganz zum Erliegen, denn sonst würde der Fisch sterben. In der warmen Jahreszeit hingegen beschleunigt sich der Stoffwechsel. Diesem Wechselspiel muss Rechnung getragen werden. So erhalten tropische Warmwasserfische in Aquarien ein eiweißreicheres Futter als Teichfische und für die kalte Jahreszeit wird ein spezielles Futter angeboten, das sehr leicht verdaulich ist. Das Verhältnis von Proteinen zu Fetten im Futter ist extrem wichtig.

 

 

Füttern im Frühjahr

Mit dem Frühling erwacht der Teich zu neuem Leben: Die Fische durchleben nach der starken Reduktion ihres Stoffwechsels während der Winterzeit nun eine Aufwach-Phase. Eine schöne, aber auch schwierige Zeit. Einige Bakterien sind schon aktiv, während das Immunsystem der Tiere, wie der gesamte Stoffwechsel der wechselwarmen Tiere, noch im Sparmodus ist. Zentrales Thema für Gartenteichfische ist daher die schnelle Füllung der Nährstoffdepots sowie eine Unterstützung des geschwächten Immunsystems. Auch die Darmflora benötigt Zeit zum Aufbau, daher sollten Gartenteichfische im Frühjahr bei niedrigen Temperaturen ausschließlich mit leicht verdaulichem Futter gefüttert werden.

Füttern im Sommer

Der Sommer ist die schönste Zeit für den Gartenteichbesitzer und seine Fische. Die Tiere sind extrem aktiv und wachsen schnell. Nun werden die natürlichen Zugaben (Astaxanthin, Carotinoide) zur Farbintensivierung optimal verwertet. Weil hohe Wassertemperaturen und Sonneneinstrahlung die Algenbildung unterstützen, ist ein leicht verdauliches Futter wichtig. Das Ziel: ein guter Ernährungszustand, die Minimierung des Infektionsrisikos bei jungen und erwachsenen Fischen, bestmögliches Wachstum und eine minimale Wasserbelastung.

Füttern im Herbst

Herbst – damit beginnt die Zeit für alle Vorbereitungen, um die Gartenteichfische gut über den Winter zu bringen. Für sie ist dies die letzte Gelegenheit, um Reserven für die Winterruhe anzulegen. Sind die Fische durch fallende und stark schwankende Wassertemperaturen nicht mehr ganz so aktiv, empfiehlt sich als Übergang zum Winter leicht verdauliches, protein- und vitaminreiches Futter. Das Immunpotenzial sollte ausgenutzt werden; eine Zugabe mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist die Voraussetzung zur Bildung von Nährstoffdepots, um die Mobilisierung im Frühjahr zu gewährleisten.

Füttern im Winter

Im Laufe der Winterzeit haben Teichfische aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen nur einen sehr geringen Stoffwechsel. Solange sie noch Nahrung am Bodengrund suchen, sind sehr gute Verwertbarkeit und eine hohe Bioverfügbarkeit des Futters besonders wichtig. Ein ideales Winterfutter hat daher einen reduzierten Kohlenhydratanteil, bei einem erhöhten Fettgehalt. Wobei das zugesetzte Fett einen hohen Anteil an essenziellen, mehrfach ungesättigten Omegafettsäuren (EPA und DHA) haben sollte. Das hochverdauliche und nährstoffreiche Sinkfutter in höchster Qualität sollte sparsam verabreicht werden. Sinken die Temperaturen unter 6 – 7 °C, werden die Fische träge und suchen wenig bis gar nicht nach Futter. Bei Wassertemperaturen unterhalb von ca. 4 – 5 °C ist auf Fütterung vorübergehend zu verzichten.

 

diese Koi können die Fütterung kaum erwarten - doch nicht zu viel füttern!
diese Koi können die Fütterung kaum erwarten – doch nicht zu viel füttern!

Die richtige Menge

Die Futtermenge sollte so gewählt werden, dass die Fische das Futter in etwa 2-3 Minuten komplett aufgefressen haben. Sollte nach 5 Minuten immer noch ungefressenes Futter auf der Wasseroberfläche herumschwimmen, war es viel zu viel Futter! Merkwürdigerweise haben die meisten Teichbesitzer Angst, dass ihre Fische verhungern. Die Folge ist oft eine Überfütterung der Tiere, die mehr als ungesund ist und das Teichwasser mit Schadstoffen extrem belastet (resultierende Algenprobleme).

Es gilt die Grundregel: Lieber öfter weniger füttern als selten viel. Junge Tiere sollten am besten mehrmals täglich etwas gefüttert werden, während ältere Tiere auch mit einer abendlichen Fütterung auskommen können. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die meisten Teiche, die länger als zwei Jahre existieren, eine umfangreiche Mikrofauna und Flora aufweisen, die als Nahrungsergänzung dienen kann.

 

 

Quellen
Sera
Tetra
JBL