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Aphyosemion bitaeniatum – Zweistreifen-Prachtkärpfling

Aphyosemion bitaeniatum – Zweistreifen-Prachtkärpfling

Autor: Rudolf Pohlmann
Autor: Rudolf Pohlmann

Synonyme: Fundulus bitaeniatus, Fundulopanchax bitaeniatus, Fundulopanchax multicolor, Aphyosemion multicolor Aphyosemion (Fundulopanchax) nigri Aphyosemion bivittatum

Herkunft

Chromaphyosemion bitaeniatum ist im Küsten-Flachland von Togo, Benin, bis zum Cross – River in Nigeria anzutreffen.

Lebensraum

Chromaphyosemion bitaeniatum leben in kleinen, meist stehenden Gewässern auf Sedimentgrund. Die Tiefe des Gewässers ist 1 cm bis 50 cm. Die Fische werden an den Wurzeln von Anubias , in den Uferpflanzen, die in das Wasser hängen und in den Zonen der abgelagerten Pflanzenabfälle (Äste, Zweige, Laub) gefangen.

Beschreibung

Chromaphyosemion bitaeniatum Erstbeschreibung:

1924 von Dr. Ernst Ahl, Assistent am Zoo Museum Berlin (Fundulus bitaeniatus sp. n.; 4. Neue Afrikanische Zahnkarpfen aus dem Zoologischen Museum Berlin 12.Juni 1924, Seite 141)

Bedeutung des Namens: Vorsilbe bi = (lat.) zwei oder doppelt; taeniatus = lat.) mit Binden (zwei Stimmungsbänder).

Artenbeschreibung:

Wichtige Kennzeichen zur Erkennung der Art bitaeniatum sind: Rote Glanzschuppen auf dem Rücken, Wundmal hinter den Kiemen und der fehlende Flecken an der Basis der Caudale (bivittatum). Fische sollen grundsätzlich unter Angabe des Fundortes weitergegeben werden. Die meisten Populationen dieser Art lassen sich untereinander nicht kreuzen, sie sind reproduktiv isoliert.

Bei dieser der Untergattung Chromaphyosemion angehörenden Art sind die Weibchen deutlich schlichter gefärbt, haben kürzere und transparente Flossen und besitzen zwei deutlichere dunkle Längsstreifen, die der Art auch den Artnamen eingebracht haben.

Pflege und Zucht

Die Pflege von Chromaphyosemion bitaeniatum im Gesellschaftsbecken ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Härtere Wasserwerte werden von ihnen gut vertragen, die Temperatur sollte nicht über 24°C sein. Wichtig ist es auch, dass das Aquarium gut abgedeckt ist, Chromaphyosemion sind gute Springer und finden jede kleinste Öffnung. Für die richtige Vergesellschaftung mit anderen Fischen fehlt mir die Erfahrung, da ich meine Chromaphyosemion meist in Artenbecken pflege. Wer trotzdem Chromaphyosemion im Gesellschaftsbecken mit friedlichen Fischen pflegen möchte, sollte es mit einer kleinen Gruppe von Jungtieren mit wenigsten drei Paaren probieren. Ein einzelnes Paar verkümmert oft in einer Ecke und bei zwei einzelnen Männchen kann es zum Ausfall eines Männchen kommen. In einer Gruppe zeigen diese Chromaphyosemion bitaeniatum, besonders beim

Imponiergehabe, ihre schönen Farben. Man sollte auch nicht zwei verschiedene Populationen von Chromaphyosemion im Gesellschaftsbecken pflegen. Für Unerfahrene wird es schwierig sein, die Weibchen der einzelnen Populationen zu erkennen. Nach einer Gewöhnung fressen diese Fische auch Trockenfutter. Zur Zucht fängt man ein Paar aus dem Aquarium und überführt es in ein kleines 10 Liter Becken (2/3 Aquarienwasser und 1/3 weiches Wasser). Für den Zuchtansatz eignet sich ein Becken von 20 x 20 x 30 cm, gut abgedeckt mit einem Innenfilter. (Wer keinen Filter zur Hand hat, muss entsprechend Wasser wechseln.) Das Wasser sollte etwa 200 bis 300 μs betragen (Gesamthärte bis 6° dGH), der pH- Wert etwa 6,5 und die Temperatur bei 22 bis 24 C ° liegen. Da das Stadtwasser meist höhere Werte aufweist, mischt man es mit weichem Wasser, z.B. mit Osmose – Wasser. Gutes Ablaichmaterial ist Fasertorf. Bei der Verwendung von Fasertorf und weichem Wasser mit wenig Karbonathärte lässt sich der pH – Wert gut senken. Auch die Verwendung eines schwimmenden Wollmops ist möglich. Bessere Erfolge hat man meist mit Fasertorf. Durch die veränderten Wasserwerte wird die Laichbereitschaft angeregt. Tiere im Zuchtansatz sollten grundsätzlich mit Lebendfutter versorgt werden. Nach einer Woche wird ein Drittel des Wassers gewechselt. Nach einer weiteren Woche entfernt man das Zuchtpaar mit 2/3 Wasser aus dem Ansatz und bereitet damit einen neuen Ansatz vor. Beim Wechseln der Zuchtpaare zurück ins Aquarium müssen die Wasserwerte beachtet und dementsprechend angepasst werden. Der alte Ansatz wird mit dem Fasertorf in einen neuen Behälter (eine etwa 7 Liter Kühlschrankdose) gegossen.. Auf den Ansatz kommen 2 Liter weiches Wasser, etwa 100 μs. Nach einigen Tagen kann man die ersten Jungfische an der Oberfläche des Wassers entdecken. Sie werden nun sofort mit Essigälchen und frisch geschlüpfte Artemia gefüttert. Abgestorbene Futterreste werden abgesaugt und eine Kahmschicht auf dem Wasser vorsichtig entfernt. Nach etwa drei Wochen wird der Ansatz in größere Becken überführt und etwa innerhalb einer Woche langsam mit frisches Wasser aufgefüllt. Zu schneller Wasserwechsel kann zu Oodinium führen. Gut gesiebtes Tümpelfutter bei regelmäßigem Wasserwechsel fördern das Wachstum dieser Fische. Nachdem die Jungtiere eine gewisse Größe erreicht haben, kommt ein Filter wieder in Einsatz. Nach zwei Monaten kann man die Wasserwerte langsam an die des Stadtwassers anpassen. Diese werden gut vertragen.

 

Temperatur: 22-24°C
pH: 6-7
KH:
GH: 4 – 10° dGH
Leitwert: 200 bis 300 μs
 
BesonderheitenAblaichverhalten: Haftlaicher, nichtannuellInkubationszeit: 16 Tage

Schlupf: Wasser- und Trockenlagerung ca. 2Wochen

Chromaphyosemion haben zwei schwarze Längsbänder, bei beiden Geschlechtern sind dies je nach Stimmung deutlich erkennbar. Sie werden daher auch Stimmungsbänder genannt.

Durch die im Dezember 2013 veröffentlichte Arbeit durch J.H. Huber, (Killi-Data) wurde die Aphyosemion Gattung von ihm nach phänotypischen und genetischen Merkmalen auf der Grundlage neuester Erkenntnisse in Gruppen (Untergattung) eingeteilt. Einige zuvor eingeführten Gattungen wurden zurück gestuft und zwei neue Untergattungen geschaffen.
Chromaphyosemion ist eine Untergattung von Aphyosemion.

Ernährung

Erstfutter: Essigälchen, Artemia-Nauplien

Futter: Lebendfutter (Mückenlarven, Daphnien, Drosophila, Grindal, Springschwänze und Tubifex) eventuell Frost- und Trockenfutter

Erklärung

In der Vergangenheit wurden diese längsgestreiften Fische in der bivittatum – Gruppe zusammengefasst. Ein Chromaphyosemion bitaeniatum aus Nigeria wurde damals als bivittatum multicolor bezeichnet. Erst 1971 trennte Dr. Alfred RADDA die „Bivittatum -Gruppe„ von der Untergattung Fundulopanchax (MYERS 1924) ab und überführte sie in die neu geschaffene Untergattung Chromaphyosemion der Gattung Aphyosemion. Dieses führte zur neuen Namensgebung in Aphyosemion multicolor. Seegers untersuchte 1986 in Berlin die Typenexemplare von multicolor und bitaeniatum. Er stellte dabei fest, dass sich die Taxa (abgegrenzte Gruppe) bitaeniatum und multicolor auf dieselbe Art beziehen und so multicolor ein jüngeres Synonym des bitaeniatum ist. Bei den Populationen (Fundortvarianten) rubrostictum und nigri wird der Fundort Nigermündung angegeben. Dieses ist das Verbreitungsgebiet von bitaeniatum. Da aber die Beschreibung und Fundortangaben von beiden Populationen ungenau sind, muss man sie als Synonym von bitaeniatum ansehen. Diese neue Namensgebung führte nicht nur bei den Aquarianern sonder auch bei einigen Autoren zu einem Wirrwarr in der Namensgebung. Gerade die Namen bitaeniatum und bivittatum werden oft verwechselt.

Quelle
Rudolf Pohlmann
aqua-global Zierfischgroßhandel Dr. Jander & Co. OHG

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