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Betta prima KOTTELAT, 1994

Quelle: Hans-Jürgen Ende
Quelle: Hans-Jürgen Ende

Synonym:

Herkunft:

KOTTELAT gibt den Fundort des Holotype in der Erstbeschreibung mit 12° 32´N und 102° 11´E in der Chantaburi Provinz an.

Beschreibung:

Betta prima gehört zur Betta pugnax-Gruppe, welcher Betta apollon Schindler & Schmidt, (2006), Betta breviobesus Tan & Kottelat (1998) , Betta cracens Tan & Ng, (2005), Betta enisae Kottelat (1995), Betta ferox Schindler & Schmidt, (2006), Betta fusca Regan (1910), Betta lehi Tan & Ng, (2005), Betta pallida Schindler & Schmidt, (2004 , Betta prima Kottelat (1994), Betta pugnax (Cantor, (1849), Betta pulchra Tan & Tan (1996) , Betta schalleri Kottelat & Ng (1994), Betta stigmosa Tan & Ng, (2005) und Betta raja Tan & Ng, (2005) angehören.

Am Rande des Khao Sa Pap Nationalparkes bei Pont stoppte Hans-Jürgen Ende an einem aufgestauten Fluss, dem Fundort 11. Unterhalb der Staumauer war das Gewässer etwa 10 Meter breit und floss dann in einem etwa 1,5 Meter breiten Graben ab. Die Tiefe des Grabens betrug ca. 15 cm. Der Bach war sandig und hatte Laubeinlagerungen. Bei Niedrigwasser war die Strömung schwach mäßig. Unseren Fundortmessung erbrachte N 12° 31´296´´ und E 102° 10´ 349´´, also die unmittelbarer Nähe des Orginalfundortes. Die Wasserparameter betrugen 28,5° C bei einer Lufttemperatur von 34,8° C. Der pH-Wert betrug 7,6 und der Leitwert 30µs/cm.

Die Fische waren zwischen drei bis fünf Zentimeter groß und hatten die typische (Schreck)-Färbung gelb-schwarz längsgestreift. Am gleichen Fundort fand er auch noch Puntius aurotaenius, Goldstreifenbarben und Rasbora borapetensis, Rotschwanzrasboren. Er nahm fünf Fische mit, in der Hoffnung, beide Geschlechter zu haben. Zur Not hätten ja zu Hause noch Fische ausgetauscht werden können.

Diese Fische kamen in ein Hundertlieteraquarium mit den Maßen 80x47x30 (lxbxh), eingerichtet mit einer dünnen Bodenschicht Sand, Microsorum pteropus, Schwarzwurzelfarn und Anubias barteri, var. nana, dem Zwergspeerblatt. Zu sehen war die erste Zeit außer den Pflanzen nichts. Lediglich beim Füttern sah man sie kurz aus dem Pflanzenwust herausschnellen. Gefüttert wurden Cyclops, Wasserflöhe, weiße und schwarze Mückenlarven und Kunstfutter, welches sie auch sofort annahmen. (Siehe aber auch Krull 2001)

Nach und nach wurden sie aber zutraulicher, so dass sie auch im freien Wasser standen. Sie zeigten nun auch die unterschiedlichsten Körperfärbungen, meistens das gelb-schwarz. Eine andere Färbung war ein reines Beige ohne Streifen. Dazwischen gibt es alle Varianten der Streifung und Einfärbung. Geschlechter konnte er nicht unterscheiden und hatte schon die Angst, dass er nur Weibchen hatte. Nach einem halben Jahr Beobachtung bildete er sich ein, kleine Geschlechtsunterschiede gefunden zu haben.

Die Männchen haben einen Kehlsack, während die Weibchen einen spitzen Kopf haben. Der Kehlsack des Männchens ist gespalten, um ihn zur Eiaufnahme dehnen zu können. Diesen Spalt sieht man auch bei leerem Maul, man muss es nur wissen. Einen Farbunterschied, wie auf dem oft gezeigten Bild von Stefan v. d. Voort aus 2005 konnte er nie feststellen. Ende Mai, Anfang Juni sah er dann ein Tier mit vollem Maul. Ein Ablaichen konnte er wegen der Höhe des Aquariums und der vielen Pflanzen nicht beobachten, auch bis heute noch nicht. Er kann also nicht sagen, wie die Ablaichstellung von Männchen und Weibchen sind.

Auch über die Eiaufnahme und eventuelle Übergabe kann er nichts sagen. Er separierte es, aber beim Entlassen nach dem Wasserangleich verlor es einige Eier und nach zwei Tagen war das Maul leer. Also setzte er es zurück. Am 20. Juni sah er dann wieder ein Männchen mit vollem Kehlsack. Zwei Tage später hatte ein weiteres Männchen den Mund voll. Er ließ die Fische noch eine Woche bei den Weibchen, ehe er sie wiederum, einzeln, umsetzte. Er setzte das erste Männchen in ein Einhänge-Aufzuchtaquarium (Gerd-Kasten, wem das was sagt), welches ich in ein 40-Liter-Becken hing.

Am 30. Juni und 01. Juli entließ es die Jungfische, welche er dann in das Aquarium entließ. Danach setzte er das zweite Männchen in den gleichen Gerd-Kasten. Er entließ am 03. und 04. Juli seine Brut. Diese schwimmen nun gemeinsam in diesem Aquarium. Gefüttert werden sie mit kleinen Pantoffeltierchen, welche er während der Tagung im Baerenthal bekam, Afrikanischen Pantoffeltierchen, welche er von tschechischen Freunden bekam und Artemianauplien. Die beiden Männchen hielt er erst noch einige Tage separat, so dass sie in Ruhe fressen und ihre Kondition wieder herstellen konnten. Am 09.Juli sah er, dass wieder ein Männchen das Maul voll hat. Er beließ dieses Männchen im Hälterungsaquarium, um zu sehen, ob die Jungfische dort auch aufkommen würden. Täglich kontrollierte er, ob das Männchen die Eier noch trägt. Die Zeit wurde sehr lang. Am 07. August überprüfte er wieder einmal gründlich und fand beide Männchen mit vollem Maul. Ego, der Mann muss zwischenzeitlich seine Brut entlassen haben und sie wurde aufgefressen. Also separierte er beide Männchen wieder. Sucht man Hinweise in der Literatur oder im Internet nach deutschsprachigen Beiträgen, sieht es ziemlich trüb aus. Was er gefunden hat, ist anschließend zu lesen. Besonders hat ihn gefreut, dass Jürgen Schmidt den Entwurf einer Arbeit zur Verfügung gestellt hat. Dafür recht herzlichen Dank.

 

Temperatur: 28,5° C
pH: 7,6
KH:
GH:
Leitwert: 30µs/cm
 
 

Ernährung:

Cyclops, Wasserflöhe, weiße und schwarze Mückenlarven und Kunstfutter

Besonderheiten:

Quelle: Hans-Jürgen Ende