Notropis chrosomus
Beschreibung
Die Regenbogenelritze ist eine schlanke, farbenprächtige Schwarmelritze mit spektakulärer Laichfärbung. Im Ruhekleid zeigt sie einen rötlichen Grundton mit zahlreichen irisierenden Blau-Funken auf Körper und Flossen sowie ein dunkles Längsband; Flossenansätze wirken rötlich bis kupferfarben. Während der Laichzeit entwickeln insbesondere Männchen intensive lila-blaue Töne an Kopf, Rücken und Flossenbasen mit einem silbrigen Längsband – ein Farbenspiel, das der Art ihren englischen Namen „Rainbow Shiner“ eingetragen hat. Beide Geschlechter bilden Laichausschläge (Tuberokel). Im Aquarium ist die Art sehr aktiv und schwimmt vorzugsweise in der mittleren bis oberen Wasserschicht in synchronen Schwarmformationen.
Besonderheiten
- Sehr starke saisonale Farbveränderung der Männchen zur Laichzeit (Rot, Blau, Violett an Kopf und Flossen).
- Eiablage als Kiesstreuer auf grobem Kies und flachen Steinen; kein Brutpflegeverhalten.
- Starker Schwarmfisch mit ausgeprägtem Schwimmverhalten in der mittleren Wasserschicht.
- Benötigt sauerstoffreiche Bedingungen und deutliche Strömung im Aquarium.
- Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert.
- Kann durch Temperaturschwankungen (Winterruhe + Frühjahrserwärmung) zur Laichzeit stimuliert werden.
- Erhöhte Sprunggefahr besonders während der Laichzeit – Aquarium unbedingt sicher abdecken!
Vergesellschaftungshinweise
schwarmbildend, gesellig, friedlich, aktiv. Haltung: in Gruppen – mindestens 8-10 Tiere. Verträglichkeit mit Wirbellosen: meist verträglich. Die Art lässt sich gut mit anderen friedlichen Schwarmfischen aus derselben Region vergesellschaften. Geeignet sind vor allem weitere Notropis-Arten oder vergleichbare, ruhige Schwarmfische aus dem Südosten der USA; große räuberische oder extrem territoriale Arten vermeiden. Bei Garnelenhaltung ist Vorsicht geboten, da sehr kleine Garnelenlarven gefressen werden können; größere Schnecken und adulte Zwerggarnelen werden meist toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen zeigen während der Laichzeit deutlich intensivere, leuchtende Farben – insbesondere lila-blau an Kopf, Rücken und Flossenbasen – und eine schlankere Körperform, während Weibchen blasser und fülliger wirken, wenn sie Laichansatz tragen. Beide Geschlechter bilden Laichausschläge (Tuberokel), die bei Männchen ausgeprägter sein können.
Haltungstipps / Pflege
Notropis chrosomus benötigt ein kühles, strömungsbetontes Aquarium und sollte in einer ausreichend großen Gruppe gehalten werden. Empfohlen sind offene Schwimmzonen in der mittleren bis oberen Wasserschicht, kombinierbar mit vereinzelten Rückzugsplätzen aus Steinen oder Wurzelholz sowie sparsam gesetzter Bepflanzung. Als Substrat eignen sich feiner Sand bis Kies mit Bereichen aus grobem Kies für Laichplätze; strömungsreiche Zonen und starke Filterung sichern klares, sauerstoffreiches Wasser. Regelmäßige Teilwasserwechsel und langsame Anpassungen an Parameter sind wichtig, da Schwärme empfindlich auf plötzliche Änderungen reagieren. Ein Heizstab ist in den meisten Wohnräumen nicht nötig – die Art verträgt Raumtemperatur gut, sollte aber über 24°C hinaus nicht dauerhaft gehalten werden, da dies die Lebenserwartung deutlich reduziert. Saisonale Empfehlung:Eine echte Überwinterung bei 4-10°C über mehrere Wochen ist essenziell für die Gonadenreifung und Laichbereitschaft. Eine bloße Absenkung auf 15°C reicht als Auslöser nicht aus.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Eierlegend (Freilaicher)
Zuchtschwierigkeit: mittel
Zuchtwasser: pH 6,5-7,0, GH bis 12 °dGH, 22-25°C. Auslöser: Eine kühle Überwinterung bei 4-10°C für mehrere Wochen ist essenziell für die Gonadenreifung. Danach langsame Erhöhung der Temperatur auf 22-25°C und reichliche Fütterung mit Lebendfutter. Einbringen einer Schale mit grobem Kies (Körner ab ca. 5 cm Durchmesser) in starker Strömung stimuliert das Ablaichen. In der Natur laichen diese Fische bevorzugt in den Nestern größerer Arten – im Aquarium eignen sich Kiesschalen als Ersatz. Das Ablaichen erfolgt als Laichrausch über grobem Kies; Eier haften teils am Substrat. Eltern zeigen keine Brutpflege und fressen Eier und Larven, daher Elterntiere nach dem Laichen entfernen oder Eier separieren. Larven schlüpfen je nach Temperatur nach 3-7 Tagen und nehmen zunächst Paramecium oder feinste Staubfutter an.
Ernährung/Futterbedarf
Die Regenbogenelritze ist ein Allesfresser mit deutlicher Neigung zu tierischer Kost. Basis sind hochwertiges Flocken- und Granulatfutter, ergänzt durch lebende oder gefrorene Proteinquellen wie Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Daphnien und Tubifex sowie pflanzliche Zusätze wie Spirulina.
Natürlicher Lebensraum
Notropis chrosomus bewohnt im Südosten der USA klare, schnell fließende Bäche und Flussabschnitte des Mobile-River-Einzugsgebiets (Coosa, Cahaba, Alabama und oberer Black Warrior River) mit sandig-kiesigem Grund. Typisch sind mäßige bis starke Strömung, spärliche Vegetation und freie Schwimmzonen in der mittleren Wasserschicht; Laichplätze befinden sich zwischen Kieseln und Steinen.
Hallo,
immer wieder schön, die Nachkommen von unserem Stamm auf Bildern zu sehen.
Der Notropis chrosomus stammt aus Nordamerika ( Tennessee, Alabama, Geogia )
er ist problemlos haltbar bei Temperaturen von 4°C – 26°C, sollte aber nicht dauerhaft bei hohen Temperaturen gehalten werden.
Eine ganzjährige Haltung in sauberen sauerstoffreichen Gartenteichen mit einer Strömung kommt einer natürlichen Haltung am nächsten.
Einige unserer Notropis leben schon 4 Jahre in der Aussenanlage.
Es ist ein robustes Tier, stellt keine besonderen Ansprüche an Wasserwerte und ist im Teich vergleichbar mit einem Goldfisch.
Bilder Notropis chrosomus Zuchttiere aus Selektionszucht:
http://www.flickr.com/photos/57481381@N08/
Gruß Werner
Hallo Werner,
gerne darfst du auch einen Zuchtbericht bei uns einstellen. Wir erweitern auch gern diese Beschreibung um deine Worte und Bilder!