Doryichthys martensii
Beschreibung
Doryichthys martensii ist eine schlanke, längliche Süßwassernadel aus der Familie Syngnathidae mit einer Maximalgröße von 15 cm SL. Der Körper ist langgestreckt und nadelförmig, mit einer verlängerten Rostrumschnauze, die zur gezielten Aufnahme sehr kleiner Beutetiere dient. Männchen tragen einen gut erkennbaren Brutbeutel im Schwanzbereich. Bei Männchen wurden ein roter Streifen entlang des Rückens und ein Muster auf der Schnauze beschrieben. Im Aquarium zeigt Doryichthys martensii ein vorsichtiges, zurückhaltendes Verhalten. Die Tiere sind stärker bodennah orientiert als viele andere Syngnathidae, schwimmen aber auch in freien Wasserschichten. Sie bewegen sich langsam und tastend durch dichte Vegetation. Die Art setzt eine Saugtechnik ein, bei der die schnabelförmige Mundpartie kleine Beutetiere ansaugt. Strikter Lebendfutterfresser: Trockenfutter und gefrorenes Futter werden in der Regel verweigert.
Besonderheiten
- Männliche Brutpflege: Brutbeutel im Schwanzbereich zur Inkubation der Eier
- Strikte Nahrungsspezialisierung: vorwiegend lebende, bewegliche Kleintiere
- Bodennah orientiert, schwimmt aber auch in freien Wasserschichten
- Ruhiges, scheues Temperament
- Verwechslungsgefahr mit Hippichthys spicifer (Unterschied: Rückenflossenposition und Schwanzflossenstrahlzahl)
- Männchen brüten ab ca. 10,4 cm SL
- Sprungneigung gering
Vergesellschaftungshinweise
Doryichthys martensii kann einzeln, paarweise oder in der Gruppe gehalten werden. Das Temperament ist ruhig und friedlich. Die Tiere sind eher scheu und suchen Deckung in dichter Bepflanzung. Geeignete Beifische sind kleinere, friedliche Fischarten aus Südostasien mit ähnlichen Wasseransprüchen. Futterkonkurrenz durch flinke Mitbewohner ist unbedingt zu vermeiden. Artbecken oder Haltung mit sehr ruhigen, nicht fresskonkurrierenden Arten wird empfohlen. Schnecken werden toleriert. Sehr kleine Junggarnelen können als Beute gewertet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen einen gut erkennbaren Brutbeutel im Schwanzbereich (nicht im Bauchbereich), der ihnen ein deutlich anderes Körperprofil verleiht. Zusätzlich wurden bei Männchen ein roter Streifen entlang des Rückens und ein Muster auf der Schnauze beschrieben. Weibchen wirken schlanker und gleichmäßiger.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24 bis 28 °C, pH 6,0 bis 7,8, GH 5 bis 10 dGH. Mindestens 100 cm Beckenlänge (ca. 160 Liter). Dicht bepflanztes Becken mit feinblättrigen Pflanzen, Javafarn, Schwimmpflanzen und Wurzelwerk. Feines, weiches Substrat (Sand oder feiner Kies). Sanfte bis moderate Strömung. Schwammfilter empfehlenswert, da Lebendfutter nicht angesaugt werden soll. Gut abgedecktes Becken. Regelmäßige Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Kaum dokumentiert, schwer. Zuchtwasserwerte: 24 bis 28 °C, pH 6,0 bis 7,8. Brutpflege durch das Männchen. Das Weibchen überträgt die Eier in den Brutbeutel des Männchens im Schwanzbereich. Männchen beginnen ab etwa 10,4 cm SL zu brüten. Dichte, fein strukturierte Vegetation wie Javafarn als Umgebung. Für die Aufzucht frisch freigelassener Jungtiere wird grünes Wasser (reich an Mikroplankton) und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien empfohlen.
Ernährung/Futterbedarf
Strikter Fleischfresser. Im Aquarium werden vorwiegend lebende, bewegliche Futtertiere akzeptiert: frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, lebende Daphnien, Cyclops und andere kleine Kleinkrustazeen. Gefrorene oder statische Futtermittel werden in der Regel verweigert. Häufige, kleine Fütterungsintervalle mit hoher Verfügbarkeit an Lebendfutter sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung.
Natürlicher Lebensraum
Doryichthys martensii stammt aus Südostasien: Indonesien, Malaysia, Brunei Darussalam und Thailand. Die Art bewohnt Fließgewässer, vor allem Bäche und kleine Flüsse, mit strukturierter ufernaher Vegetation. Verbreitung: Südostasien: Brunei Darussalam, Indonesien, Malaysia und Thailand.