Acantopsis dialuzona
Beschreibung
Die Pferdekopfschmerle (Acantopsis dialuzona, frueheres Synonym: A. choirorhynchos) wird etwa 20 cm groß und gehört zur Familie Cobitidae. Der langgestreckte, leicht abgeflachte Körper ermöglicht aktives Eingraben in feinsandige Substrate. Die Grundfarbe reicht von hellbeige bis sandfarben, durchsetzt von unregelmäßigen dunkelbraunen Flecken und Marmorierungen entlang der Flanken – eine nahezu perfekte Tarnung im sandigen Flussbett. Namensgebend ist die markant verlängerte, pferdekopfartige Schnauze.
Im Aquarium verhält sich die Art typisch bodenbewohnend: Tagsüber ruhen die Tiere eingegraben oder dicht an Wurzeln und Steinen. In der Dämmerung und nachts werden sie aktiv und sondieren den Bodengrund systematisch nach Nahrung. Die Art ist sehr friedlich und eher scheu; gegenüber kräftigen oder aggressiven Beifischen reagiert sie mit Rückzug.
Taxonomischer Hinweis: A. choirorhynchos gilt nach Kottelat (2012, 2013) als jüngeres Synonym von Acantopsis dialuzona. Im Aquaristikhandel ist der Name A. choirorhynchos noch weit verbreitet.
Besonderheiten
- Aktiver Sandgräber – feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht
- Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber häufig verborgen
- Pferdekopfartige Schnauze zur gezielten Bodennahrungssuche
- Moderates Springrisiko – geschlossene Abdeckung empfohlen
- Keine Revierverteidigung, keine Aggressionen gegen Artgenossen
- Kupferhaltige Medikamente sind tödlich (Cobitidae)
- Erhöhte Ichthyo-Anfälligkeit durch feine Schuppen
Vergesellschaftungshinweise
Acantopsis choirorhynchos ist eine gesellige Art, die in losen Verbänden lebt. In der Aquaristik werden Gruppen von mindestens sechs Tieren empfohlen, da sie in der Gruppe selbstsicherer auftreten und weniger scheu sind. Enge Schwarmbildung findet nicht statt; das Verhalten ist eher parallel – gemeinsames Absuchen des Bodens, gelegentliches Nebeneinanderliegen an Ruheplätzen.
Das Temperament ist grundsätzlich friedlich. Rangkämpfe sind selten und verlaufen ohne nennenswerte Verletzungen. Kleine Wirbellose wie Zwerg- und Neocaridina-Garnelen können durch das Sanddurchsieben gefährdet sein; adulte Amano-Garnelen und Schnecken werden in der Regel ignoriert.
Als südostasiatische Art sollten Beifische bioregional passend gewählt werden. Geeignet sind kleine, friedliche Arten aus dem mittleren und oberen Wasserbereich: Rasboras, Danios, kleine Barben, ruhige Schmerlenarten. Aggressive, große oder territoriale Arten sowie afrikanische Cichliden sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden deutlich größer und körperfüller als Männchen, besonders während der Laichreife. Männchen besitzen modifizierte Brustflossen: Die ersten verzweigten Strahlen sind gegenüber Weibchen verlängert. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist außerhalb der Laichzeit schwierig.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6,0–8,0, GH 1–12 °dGH.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter. Ein langes, flaches Becken bietet den Bodenfischen ausreichend Gründelraum.
Einrichtung: Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht – Kies oder scharfkantiges Material kann zu Hautverletzungen führen. Sandschicht von mindestens 5–8 cm für natürliches Grabverhalten. Zahlreiche Verstecke aus glatten Steinen, Wurzelholz und Höhlen. Gedämpfte Beleuchtung fördert das Aktivitätsniveau tagsüber. Mäßige bis starke Strömung mit ruhigen Rückzugszonen.
Kupferhaltige Medikamente sind für Schmerlen tödlich und dürfen nicht eingesetzt werden. Durch die feinen, eingebetteten Schuppen ist die Art besonders anfällig für Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit) – Behandlung nur mit kupferfreien Mitteln.
Regelmäßige Wasserwechsel von 30–50 % empfohlen. Sandbereich nur oberflächlich absaugen.
Die Pferdekopfschmerle ist eine interessante Art für Aquarianer, die ein Flussbiotop-Becken mit feinsandigem Boden und gedämpfter Beleuchtung einrichten möchten. Die Haltung ist mittelschwer, da die Art bei der Einrichtung und Pflege spezifische Anforderungen stellt.
Zucht und Fortpflanzung
Eine Zucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Die Art ist ein Substratlaicher; in der Natur erfolgt die Fortpflanzung vermutlich saisonal während der Regenzeit in überschwemmten Flachwasserzonen.
Alle Handelstiere sind Wildfänge. Konkrete Angaben zu Laichmengen, Inkubation oder Aufzucht liegen nicht vor.
Ernährung/Futterbedarf
Benthischer Allesfresser. Die Pferdekopfschmerle siebt feinen Sand nach Insektenlarven, kleinen Krebstieren und organischem Material durch. Im Aquarium: sinkendes Qualitätsgranulat und -tabletten als Grundfutter; regelmäßig Frost- und Lebendfutter (Tubifex, Rote Mückenlarven, Artemia, Daphnien). Fütterung idealerweise in den Abendstunden, wenn die Tiere aktiv werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Klare, fließende Flüsse und Bäche der Großen Sundainseln (Sumatra, Borneo, Java) sowie der malaiischen Halbinsel bis südlich Thailand. Typisch sind feinsandige bis kiesige Substrate, mäßige bis starke Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Saisonale Verlagerungen in Überschwemmungszonen während der Regenzeit sind dokumentiert.
Nicht nachgewiesen in Indien (Festland), Myanmar oder Vietnam.
Diese interessanten Tiere habe ich gestern entdeckt und konnte nicht widerstehen.
Nun haben meine Loricaria simillima in ihrem Becken Gesellschaft.
Kann mit jemand etwas über die Zucht sagen?
Marion