
Salmler
Zweitupfen-Hundssalmler
Acestrorhynchus falcatus
- Endgröße: bis 30 cm
- Aquarium: ab 2025 l
- Temperatur: 22-28 °C
- pH-Wert: pH 6-7,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Schwierig
In der Gruppe halten, aggressiv
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Zierfische, Familie Acestrorhynchidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Acestrorhynchus altus, der Rote Hundssalmler, gehört zur Familie Acestrorhynchidae (Hundssalmler). Gemessen ohne Schwanzflosse (Standardlänge, SL) erreicht er 23,3 cm, mit Schwanzflosse etwa 27 cm. Der torpedoförmige, stromlinienförmige Körper zeigt eine silbrig-graue bis blau-grünliche Grundfärbung, die je nach Lichteinfall metallisch schimmert. Namensgebend ist die leuchtend rote Schwanzflosse.

bis 27 cmEndgröße
22-28 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
1-12 °dGHGesamthärte
ab 2000 lAquariengröße
Direkt hinter dem Kiemendeckel sitzt ein markanter, schwärzlicher, annähernd runder Schulterfleck (Humeralfleck), an der Schwanzwurzel ein weiterer dunkler Fleck. Im Körperbau ist Acestrorhynchus altus auf schnelles, geradliniges Schwimmen und die Jagd im Freiwasser spezialisiert: schlanker Rumpf, spitze Schnauze und ein Maul, das auf das Ergreifen von Beutefischen ausgelegt ist. Jungtiere zeigen einen ausgeprägten Schwarmtrieb, ältere Tiere leben eher für sich, finden sich aber immer wieder zu Gruppen zusammen. Im Aquarium halten sich ausgewachsene Tiere in der mittleren bis oberen Schwimmzone auf. Der Artname „altus“ bedeutet „hoch“ und verweist auf den im Vergleich zu anderen Gattungsvertretern relativ hochrückigen Körperbau. Von nahe verwandten Hundssalmlern mit rundem Schulterfleck lässt sich die Art im Handel kaum unterscheiden, wenn der Fundort nicht bekannt ist.
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 7,5, Gesamthärte 1 bis 12 °dGH. Beckengröße: Hundssalmler sind sehr aktive und extrem schnelle Schwimmer. Für die dauerhafte Pflege ist eine Grundfläche von mindestens 250 x 90 cm nötig, das sind rund 2000 Liter und nur als Anfertigung zu bekommen. Selbst Jungtiere brauchen viel Platz, weil sie in kleinen Becken schreckhaft sind und sich an der Scheibe verletzen können. Eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, Hundssalmler sind kräftige Springer. Einrichtung: Die Art lebt fast nur im freien Wasser, zu viel Dekoration stresst sie. Abgesehen vom Bodengrund sollte der größte Teil des Beckens frei bleiben. Für einen natürlichen Eindruck eignen sich Sand, etwas Falllaub und einige Wurzeln oder Äste, dazu Pflanzen, die im Sand wachsen oder auf Holz und Steinen aufgebunden werden, etwa Javafarn und Anubias. Dekoration mit scharfen Kanten vermeiden. Fischfresser belasten das Wasser stark, deshalb ist eine leistungsfähige Filterung mit einem oder mehreren Außenfiltern oder einem Filterbecken nötig. Der Auslauf sollte die Wasseroberfläche etwas bewegen. Wöchentlich 30 bis 50 Prozent des Wassers wechseln: Die Art reagiert empfindlich auf organische Belastung und Schwankungen der Wasserwerte und darf nie in ein biologisch noch nicht eingefahrenes Becken gesetzt werden. Neu importierte Tiere verweigern anfangs oft totes Futter und müssen behutsam umgewöhnt werden. Acestrorhynchus altus ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer mit sehr großen Becken.
Jungtiere von Acestrorhynchus altus zeigen einen ausgeprägten Schwarmtrieb, ältere Tiere leben eher für sich, finden sich aber immer wieder zu Gruppen zusammen. Gegenüber Artgenossen ist die Art normalerweise nicht aggressiv, am besten hält man vier oder mehr Tiere. Hundssalmler fressen bei Gelegenheit auch Artgenossen (Kannibalismus), deshalb müssen alle Tiere einer Gruppe etwa gleich groß sein, auch wenn später Tiere dazukommen. Gegenüber Fischen, die zu groß zum Verschlucken sind, verhält sich die Art relativ friedlich und kann mit sorgfältig ausgewählten Beifischen gepflegt werden. Alles, was ins Maul passt, wird als Beute angesehen, auch Garnelen und kleine Krebse. A. altus ist ein nervöser Räuber, der auf Bewegungsreize stark reagiert. Ungeeignet sind aggressiv revierbildende oder sehr futterneidische Arten. Gut passen ruhige, ausreichend große Fische wie Erdfresser (Geophagus) und Acarichthys heckelii, mittelgroße Dornwelse und Harnischwelse sowie Salmler der Gattungen Ctenolucius, Mylossoma und Myloplus.
Acestrorhynchus altus ist ein obligater Piscivor (reiner Fischfresser) und kann im Verhältnis zur eigenen Größe recht große Beute bewältigen. Frisch importierte Tiere nehmen oft nur lebende Fische an. Die meisten lassen sich aber an totes Futter gewöhnen, sobald sie es als fressbar erkennen: aufgetaute Fischstücke (z. B. Stinte), Garnelen- oder Krebstierfleisch, Muschelfleisch, Tintenfisch. Die Gabe mit der Futterzange erleichtert die Umstellung. Manche Tiere nehmen mit der Zeit sogar Trockenfutter. Fleisch von Säugetieren oder Geflügel, etwa Rinderherz oder Hähnchen, ist ungeeignet, weil die Fische einige der Fette darin nicht richtig verwerten können, was zu Verfettung und Organschäden führen kann. Futterfische wie Lebendgebärende oder kleine Goldfische bringen das Risiko von Parasiten und Krankheiten mit und haben ohne eigene gute Fütterung nur einen geringen Nährwert.
Über die Zucht von Acestrorhynchus altus im Aquarium ist kaum etwas veröffentlicht. Dass sie gelingen kann, zeigen Fotos von Nachzuchttieren (Jungfische von etwa 1 cm und ein 50 Tage altes Jungtier), das Vorgehen ist aber nicht beschrieben. Hinweise liefert die verwandte Art Acestrorhynchus falcatus: Dort wird im freien Wasser abgelaicht, das Weibchen steht dabei still, während das Männchen in Achterschleifen um es herumschwimmt. Die Eier werden in großer Zahl verstreut, Brutpflege gibt es nicht. Ob das vollständig auf A. altus übertragbar ist, ist nicht belegt. Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert. Der große Platzbedarf macht die Zucht im Aquarium sehr schwierig.
Acestrorhynchus altus stammt aus dem unteren Amazonasbecken in Brasilien. Der Typusfundort (Ort der Erstbeschreibung) ist der Rio Arari bei Cachoeira do Arari auf der Ilha de Marajó im Bundesstaat Pará. Früher wurden auch Populationen aus dem Paraná- und Uruguay-Becken zu dieser Art gezählt, sie gelten heute als Acestrorhynchus pantaneiro. Wie weit A. altus tatsächlich verbreitet ist, ist wegen der schwierigen Abgrenzung zu verwandten Arten noch unklar. Die Art lebt in großen Flussläufen und ihren Nebenflüssen und zieht in der Regenzeit oft in die überschwemmten Gebiete.
Äußere Geschlechtsunterschiede sind nur schwach ausgeprägt. Geschlechtsreife Weibchen werden etwas größer als die Männchen und sind hochrückiger.
Empfohlen sind 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte von 1 bis 12 °dGH, also weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser. Ebenso wichtig ist sauberes, stabiles Wasser mit wöchentlichen Wasserwechseln von 30 bis 50 Prozent.
Ja, aber nur mit Fischen, die zu groß zum Verschlucken sind. Geeignet sind ruhige Arten wie Erdfresser (Geophagus), mittelgroße Dornwelse und Harnischwelse sowie größere Salmler, etwa aus den Gattungen Mylossoma und Myloplus. Aggressive, revierbildende Arten sind ungeeignet. Alles, was ins Maul passt, wird gefressen.
Über Nachzuchten ist kaum etwas veröffentlicht. Fotos von Jungtieren aus Aquarienzucht zeigen, dass es gelingen kann, beschrieben ist das Vorgehen aber nicht. Bei der verwandten Art Acestrorhynchus falcatus wird im freien Wasser abgelaicht, ohne Brutpflege. Der große Platzbedarf macht die Zucht sehr schwierig.
Mindestens 250 x 90 cm Grundfläche, das sind rund 2000 Liter und nur als Anfertigung zu bekommen. Die Art ist ein schneller Freiwasserschwimmer mit großem Bewegungsdrang. Eine fest schließende Abdeckung ist Pflicht, da sie kräftig springt.
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