Acnodon normani

Deutscher Name: Schaf-Pacu

Bild: Aqualog
Herkunft:
Brasilien
Farben:
blau, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Acnodon normani
Gattung: Acnodon
Familie: Serrasalmidae

Beschreibung

Der Schaf-Pacu (Acnodon normani) ist ein bis zu 13,5 cm (SL) großer, kompakt gebauter Salmler aus der Familie der Serrasalmidae. Die Grundfärbung ist silbrig bis hellblau, überzogen mit feinen, dunklen vertikalen Streifen und Flecken. Der Körper ist gedrungen, seitlich abgeflacht und für Freischwimmer ausgelegt; die Flossen sind kraftvoll, mit einer markanten Afterflossen-Lobusstruktur bei ausgewachsenen Männchen. Im Aquarium zeigt Acnodon normani typisches Schwarmverhalten und bewegt sich überwiegend in der mittleren Schwimmzone. In Gesellschaft gleichgroßer Fische verhält er sich meist friedlich, kann jedoch gelegentlich an den Schuppen größerer Fische zupfen (Lepidophagie) – ein Verhalten, das bei der Besatzplanung berücksichtigt werden muss. Die Art ist tagsüber aktiv und bevorzugt klar strukturierte Aquarien mit viel Schwimmraum. Trotz überwiegend pflanzlicher Kost nimmt die Art in der Natur auch Wirbellose und gelegentlich Schuppen anderer Fische auf. Diese Mischung aus pflanzlicher Ernährung und opportunistischem Verhalten macht sie zu einem interessanten, aber in gewissen Situationen anspruchsvollen Besatzfisch.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Silbrig bis hellblau mit feinen dunklen vertikalen Streifen und Flecken
  • Überwiegend pflanzliche Kost; opportunistische Aufnahme von Wirbellosen und Schuppen anderer Fische (Lepidophagie)
  • Aktiver Mittelschicht-Schwimmer, benötigt viel freien Schwimmraum
  • Habitatpräferenz: Klare Flüsse mit Strömung im Xingu- und Tocantins-Einzugsgebiet (Brasilien)
  • Geschlechtsmerkmal: Lappen (Lobus) an der Afterflosse bei ausgewachsenen Männchen
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist verträglich
  • Geringe Springneigung, dennoch Aquarienabdeckung empfohlen
  • Nicht mit lebenden Pflanzen haltbar – die Art frisst und zerstört Aquarienbepflanzung zuverlässig

Vergesellschaftungshinweise

Acnodon normani ist ein Schwarmfisch mit einer empfohlenen Mindestgruppengröße von 8 Exemplaren. Innerhalb der Gruppe kann es zu Rangeleien kommen, weshalb ausreichend Platz und Strukturen zur Revierabgrenzung unerlässlich sind. Das Temperament ist im Normalzustand überwiegend friedlich gegenüber gleich großen oder etwas kleineren Arten. Die Art kann gegenüber größeren Beifischen lästig werden, indem sie an deren Schuppen zupft. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden in der Regel toleriert; Schnecken sind meist sicher. Bei der Wahl der Beifische empfiehlt sich strikte Orientierung an südamerikanischen Arten aus ähnlichen Habitaten. Geeignete Partner sind andere südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind unbedingt zu vermeiden. Keine sehr kleinen, fragilen Arten oder große Arten, deren Schuppen beansprucht werden könnten, zusammensetzen.

Geschlechtsdimorphismus

Ausgewachsene Männchen besitzen einen deutlichen Lappen (Lobus) an der Afterflosse im Bereich der 23. bis 28. Strahlen nach dem ersten verzweigten Strahl. Die betreffenden Strahlen sind kurz, einfach und breit. Weibchen fehlt dieser Lappen. Andere äußere Unterschiede (Färbung, Körperform) sind weniger ausgeprägt, sodass die Afterflossen-Lobusstruktur als verlässlichstes Unterscheidungsmerkmal gilt.
Größe: ca. 13,5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 22–28 °C, pH 5,5–7,5, GH 2–15 dGH. Mindestbeckengröße 150 cm Kantenlänge, ca. 300 Liter, für eine Gruppe von mindestens 8 Tieren. Das Becken sollte eine offene Schwimmpassage mit freiem Mittelbereich bieten und an den Rändern größere Felsbrocken oder künstliche Höhlen als Deckung enthalten. Substrat: grober Flusssand oder Kies mit größeren Felsbrocken. Lebende Pflanzen sind nicht empfehlenswert, da die Art diese konsequent frisst und zerstört; robuste Kunstpflanzen oder Holzwurzelstrukturen sind praxistauglicher. Moderate bis kräftige Strömung und gute Durchlüftung sind zu bevorzugen. Der Filterumlauf sollte das 4- bis 5-fache des Beckenvolumens pro Stunde betragen. Acnodon normani ist ein aktiver Schwarmfisch für erfahrene Aquarianer. Wegen des Schuppenzupfens sollten keine großen, empfindlichen Beifische eingesetzt werden. Lebende Pflanzen werden zuverlässig gefressen. Stabile Wasserparameter, viel Schwimmraum, kräftige Strömung und eine robuste, pflanzenfreie Einrichtung sind entscheidend.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
5,5-7,5
Temperatur:
22-28 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 304 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Für Acnodon normani ist die Nachzucht im Aquarium bislang nicht dokumentiert. Zuchtversuche gelten als Pionierarbeit ohne gesicherte Protokolle. Die Art wird als Freilaicher beschrieben. Richtwerte aus der Literatur: Zucht-pH 5,5–6,0. Konkrete Zucht-Temperatur- und GH-Werte sind nicht dokumentiert. Da keine bestätigten Nachzuchtberichte vorliegen, sollten Zuchtversuche als experimentell betrachtet werden.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Hauptsächlich herbivor, opportunistisch omnivor. In der Natur ernährt sich Acnodon normani überwiegend pflanzenbasiert (Pflanzenteile, Früchte, organische Partikel), nimmt jedoch opportunistisch auch Wirbellose und gelegentlich Schuppen anderer Fische auf. Im Aquarium werden sinkende Trockenfutter- und Frostfutterpellets mit hohem Pflanzenanteil, Spirulina-Tabs, frische pflanzliche Kost sowie gelegentlich proteinreiche Ergänzungen (Artemia, Cyclops) empfohlen. Futter auf mehrere kleine Portionen pro Tag verteilen.
Ernährungstyp: Pflanzenfresser (Herbivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Acnodon normani stammt aus Südamerika und ist im unteren Amazonasbecken beheimatet, namentlich in den Einzugsgebieten von Xingu und Tocantins (Brasilien). Die Art ist an klare, fließende Gewässer angepasst. Das typische Habitat umfasst klare Flüsse und Bäche mit Strömung. Der Bodengrund besteht aus Sand und Felsblöcken; offene Wasserzonen dienen der Schwarmbildung und Nahrungssuche. Felsstrukturen bieten Deckung.

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