Amatitlania siquia

Deutscher Name: Honduras Redpoint

Paar - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Mexiko
Farben:
grün, orange, rot
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Amatitlania nigrofasciata
Gattung: Amatitlania
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Amatitlania siquia ist ein lebhaft gefärbter, mittelgroßer Buntbarsch mit markanten roten bis orangefarbenen Akzenten, die besonders bei weiblichen Tieren während der Paarungszeit intensiv auftreten. Der Körper zeigt einen charakteristischen bläulich-grünen Schimmer und ausgeprägte dunkle vertikale Streifen, die an den Zebrabuntbarsch (Amatitlania nigrofasciata) erinnern. Flossen und Rumpf weisen häufig rote oder orange Sprenkel auf. Das kompakte, muskulöse Körperprofil ist typisch für die Convict-Gruppe; Männchen entwickeln oft etwas längere, spitzer auslaufende Flossen und bei älteren Tieren gelegentlich einen leichten Stirnhöcker. Taxonomisch ist der Status von A. siquia nicht abschließend geklärt: Einige Autoren betrachten die Art als Synonym zu A. nigrofasciata, während andere sie als eigenständige Spezies anerkennen. Im Handel ist sie unter dem Namen „Honduras Redpoint“ oder „Honduras Red Point“ bekannt.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Substratlaicher und Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege.
  • Ausgeprägte Brutterritorialität; Elternpaare verteidigen Revier und Nachwuchs aktiv.
  • Typisches Wühl- und Grabverhalten (Fin Digging) bei der Nahrungssuche.
  • Sprungrisiko: niedrig.
  • Hybridisierungsgefahr mit nah verwandten Amatitlania-Arten; in Zuchtbecken keine Vermischung mit ähnlichen Arten.
  • Taxonomischer Status ist wissenschaftlich noch nicht abschließend gesichert.

Vergesellschaftungshinweise

Amatitlania siquia ist ein klassischer Paarbildner. Im Normalzustand gilt das Temperament als relativ ruhig; außerhalb der Brutzeit ist die Art weniger aggressiv als der verwandte Zebrabuntbarsch. In der Brutzeit kippt das Verhalten in starke Territorialität: Das Paar verteidigt Revier, Gelege und Jungfische energisch gegen Eindringlinge. Diese Brutaggression kann im Gemeinschaftsbecken zu erheblichen Störungen führen, wenn geeignete Rückzugszonen fehlen. Für die Haltung empfiehlt sich in der Regel ein stabiles Paar; zusätzliche Paare erfordern deutlich mehr Beckenvolumen und Strukturierung. Verträglichkeit Für eine harmonische Vergesellschaftung eignen sich robuste, gleichgroße bis etwas größere Beifische aus derselben Bioregion (Mittelamerika). Sehr kleine Wirbellose – insbesondere Junggarnelen – sind während der Brutzeit gefährdet. Adulte Garnelen und Schnecken werden in der Regel toleriert. Bodenorientierte Beifische wie Corydoras sind bei ausreichend Raum meist verträglich; sehr aggressive oder sehr kleine Arten sollten vermieden werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen wachsen größer und entwickeln längere, spitzer zulaufende Flossen sowie bei älteren Tieren gelegentlich einen Stirnhöcker. Weibchen bleiben kleiner, zeigen eine rundere Körperform bei Trächtigkeit und entwickeln während der Brut einen intensiven leuchtend orange- bis roten Bauchfleck – namensgebendes Merkmal der Art. Ungefähre Größenverteilung: Männchen bis ca. 10 cm TL, Weibchen ca. 7–8 cm TL. Haltung Wasserwerte: | Parameter | Wert | |———–|——| | Temperatur | 23–29 °C | | pH | 7,0–8,0 | | GH | 9–20 °dGH | Beckengröße: Mindestens 120–150 Liter für ein Paar. Ein 80-cm-Becken (ca. 112 L) ist für einen Einzelfisch oder ein sehr kleines Paar die absolute Untergrenze; für ein aktiv brütendes Paar mit Beifischen wird ein Becken ab 150 L empfohlen. Einrichtung: Feiner Sand oder feiner Kies als Substrat; zahlreiche Verstecke aus Tonröhren, flachen Steinen, Schieferplatten, Wurzeln und Totholz. Die Art hält sich bevorzugt am Boden auf. Robuste, wurzelfest verankerte Pflanzen sind möglich; aufwendige Bepflanzung ist nicht notwendig. Moderate Strömung. Wasserpflege: Regelmäßige Teilwasserwechsel, saubere Filterung und stabile Parameter sind wichtiger als das Einhalten extremer Wasserwerte.
Größe: ca. 8 cm

Haltungstipps / Pflege

Amatitlania sp. Honduras Red Point ist ein lebhafter Zierfisch, der in einem großzügig bemessenen Aquarium mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten und strukturierten Dekorelementen gehalten werden sollte, um Rückzugsmöglichkeiten und territoriales Verhalten auszugleichen. Für eine artgerechte Haltung ist die Einrichtung eines gut beleuchteten Aquariums mit stabilen Wasserwerten essenziell, wobei eine Wassertemperatur von etwa 24 bis 26 Grad Celsius beizubehalten ist; regelmäßige Wasserwechsel von etwa 25 bis 30 Prozent im Wochenrhythmus und eine kontinuierliche Überwachung der chemischen Parameter (pH-Wert, Härte, Ammoniak) tragen zur Wasserpflege bei. Neben einer leistungsfähigen Filteranlage, die das biologische Gleichgewicht unterstützt, ist auch eine gründliche Reinigung des Bodengrunds mithilfe eines Kiesreinigers und das Entfernen von Algenablagerungen an den Glaswänden wichtig. Die abwechslungsreiche Fütterung erfolgt idealerweise über hochwertiges Flocken- oder Pelletsfutter, ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter, um den Nährstoffbedarf der Robusten zu decken und ihre Vitalität zu fördern. Regelmäßige Pflegemaßnahmen, wie das Kontrollieren der Wasserqualität, das Entfernen von Verunreinigungen und das Beobachten der Fische auf Anzeichen von Stress oder Krankheit, sichern zudem langfristig ein gesundes und naturnahes Umfeld für den Amatitlania sp. Honduras Red Point.

Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7–8
Temperatur:
23–29 °C
Beckengröße:
ab 80cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: Gut dokumentiert – zahlreiche Zuchtberichte aus der Aquaristik vorhanden. Zuchtwasserwerte: | Parameter | Wert | |———–|——| | Zucht-Temperatur | 25–27 °C | | Zucht-pH | 7,0–7,5 | | Zucht-GH | max. 15 °dGH | Amatitlania siquia ist ein Substratlaicher. Das Paar wählt eine geeignete Höhle, Steinspalte oder einen geschützten Substratbereich als Laichplatz. Die Brutpflege ist biparental: Beide Eltern bewachen Revier und Nachwuchs, säubern den Laichplatz und versorgen die Larven aktiv. Typische Gelegegröße: 100–300 Eier je nach Alter und Kondition des Weibchens. Inkubationszeit bei Zuchttemperatur ca. 48–72 Stunden; die Larven werden von den Eltern bewacht und beginnen nach weiteren 4–7 Tagen frei zu schwimmen. Die elterliche Betreuung kann 4–6 Wochen andauern. Zuchtschwierigkeit: Einfach – auch für Einsteiger mit Grundkenntnissen geeignet. Eine gute Konditionierung mit abwechslungsreichem, proteinreichem Futter fördert die Brutbereitschaft. Spezielle saisonale Reize sind nicht dokumentiert. Aufzucht: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und Staubfutter; die Eltern unterstützen die Jungfische durch aktives Zerkleinern von Futter. Hybridisierungsgefahr: Reale Gefahr der Hybridisierung mit verwandten Amatitlania-Arten; für Reinzucht ähnliche Arten strikt trennen.

Ernährung/Futterbedarf

Allesfresser (omnivor) mit Tendenz zur carnivor geprägten Ernährung. Empfohlenes Futter: • Hochwertiges Cichliden-Granulat oder -Pellets als Basis. • Lebendfutter: Artemia, Mückenlarven, Cyclops zur Konditionierung. • Frostfutter: Artemia, Mückenlarven, Daphnien. • Pflanzliche Ergänzungen: Spirulina-Flocken, gelegentlich blanchierter Spi Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 4–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Amatitlania siquia stammt aus Mittelamerika: atlantischer Hang von Nicaragua und Honduras (Typuslokalität: Río Siquia) bis nach Costa Rica. Die Art besiedelt Uferzonen mit weichem Bodengrund, ist bodenorientiert und bevorzugt strukturreiche Bereiche mit Wurzeln, Totholz und Gesteinsaufbauten als Versteck- und Brutmöglichkeiten. Die Vegetation ist häufig eher spärlich; die Strömung langsam bis mäßig. Das Substrat besteht typischerweise aus Sand oder feinem Kies, was die ausgeprägte Grab- und Wühlaktivität der Art erklärt. Spezifische chemisch-physikalische Werte aus den Fundgebieten liegen nicht verlässlich vor.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Salmler
Schaf-Pacu
Karpfenfische
Labeo boga
Zahnkarpfen
Catemaco-Schwertträger
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, das Sie ein Mensch sind: 4   +   10   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x