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Zierfische, Familie Gobiidae

Blaupunktgrundel Amoya brevirostris

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Die Blaupunktgrundel (Amoya, Familie Gobiidae) ist ein mittelgroßer, bodenorientierter Fisch mit einer Körperlänge von 12-18 cm je nach Art. Der gedrungene Grundelkörper mit relativ großem Kopf und schlankem, kräftigem Rumpf erleichtert das Graben und Sieben des Substrats. Die Grundfärbung reicht von blassgrau bis bräunlich; entlang der Seitenlinie treten dunkle Flecken und teilweise Bänder auf.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Territorial
  • bis 18 cmEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 25-29 °CTemperatur

  • 7,5-8,5pH-Wert

  • 12-25 °dGHGesamthärte

  • ab 200 lAquariengröße

Beschreibung

Irisierende, punktartige Schimmer in Blau und Grün verleihen der Art ihren deutschen Namen und erscheinen besonders bei gut konditionierten Männchen leuchtender.

Hinweis zur Taxonomie: Der Gattungsname Amoya (Herre, 1927) ist taxonomisch umstritten. Viele Arten wurden in neueren Revisionen dem Genus Acentrogobius zugeschlagen. Der deutsche Handelsname „Blaupunktgrundel“ ist am häufigsten mit Acentrogobius gracilis assoziiert.

Im Aquarium zeigt die Blaupunktgrundel ein bodenorientiertes Verhalten: Sie gräbt aktiv im Sand, filtert und siebt das Substrat nach Nahrung und nutzt Höhlen, Wurzelbereiche sowie Steinverstecke als Reviere. Charakteristisch ist die Bindung an gezeitenbeeinflusste, brackige Habitate sowie die Fähigkeit zur amphidromen Wanderung zwischen Süß- und Brackwasser.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 25-29 °C, pH 7,5-8,5, GH 12-25 dGH. Die Art ist an gezeitenabhängige, häufig brackige Habitate angepasst. Eine leicht brackige Haltung ist möglich und wird von vielen Haltern berichtet.

Beckengröße: Mindestens 200 Liter für mittelgroße Vertreter der Gattung. Feiner Sand oder feinkörniges Substrat ist essenziell, da die Tiere aktiv graben. Höhlen, Wurzelwerk und Steinformationen schaffen Reviergrenzen und Rückzugsräume. Langsame bis mäßige Strömung entspricht dem natürlichen Habitat. Sprungrisiko gering, dennoch sichere Abdeckung empfehlenswert.

Die Blaupunktgrundel ist eine interessante Art für Halter, die sich für bodenorientierte, territorial geprägte Fische mit Verbindung zu brackigen Habitaten interessieren. Die Art benötigt eine strukturreiche, feinsandige Einrichtung und stabile, eher alkalische sowie härtere Wasserverhältnisse. Bei der Vergesellschaftung regionale Kompatibilität beachten.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Die Blaupunktgrundel ist territorial gegenüber Artgenossen; die Tiere bilden individuelle Reviere um Höhlen. Einzelhaltung oder Paarhaltung in einem ausreichend großen, strukturreichen Becken sind gängige Empfehlungen, um anhaltende Revierkämpfe zu vermeiden. Das Temperament ist gegenüber ähnlich großen, ruhigen Fischen als friedlich einzustufen; gegenüber sehr kleinen Fischen und Wirbellosen zeigt sie jedoch räuberisches Verhalten. In der Brutzeit verstärkt sich die Territorialität deutlich.

Kleine Zwerggarnelen (z. B. Jungtiere von Neocaridina) werden gefressen; adulte Garnelen können bei größeren Exemplaren toleriert werden. Schnecken werden in der Regel toleriert.

Amoya sollte nur mit Arten aus derselben Bioregion vergesellschaftet werden. Geeignete Beifische sind ruhige, nicht-räuberische Arten aus Südostasien oder dem Indopazifik, wie Rasboras und friedliche Schmerlen. Eine strukturreiche Beckeneinrichtung mit vielen Verstecken reduziert Revierkonflikte.

Ernährung

Die Gattung ist vorwiegend karnivor und ernährt sich hauptsächlich von tierischer Kost. Geeignet sind Frostfutter wie Artemia, Mysis, Mückenlarven (Chironomiden) sowie andere kleine Krebstiere. Sinkendes Granulat mit hohem Proteingehalt kann akzeptiert werden. Größere Exemplare können sehr kleine Fische erbeuten.

Zucht

Die Zucht im Aquarium ist nur vereinzelt dokumentiert und gilt als anspruchsvoll. Berichte nennen die Simulation von Gezeitenwechseln mit leichten Salinitätsänderungen in Kombination mit reichlicher Fütterung als Zuchttrigger. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter (Enchyträen, Mysis, Artemia) wird als notwendig beschrieben.

Zuchtwasserwerte: Temperatur 25-26 °C, pH 7,8-8,5, GH maximal 25 dGH. Die Larven sind sehr klein und benötigen zunächst marines Plankton (z. B. Brachionus-Rädertierchen), später Artemia-Nauplien. Die Aufzucht erfolgt in Brack- oder Meerwasser.

Zuchtwasser: 25 bis 26 °C, pH 7,8 bis 8,5, bis 25 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Die Gattung Amoya/Acentrogobius ist im Indopazifik verbreitet, von Ostafrika über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik (Südostasien, Ryukyu-Inseln, Philippinen, Australien, Papua-Neuguinea). Die Tiere bewohnen bevorzugt gezeitenabhängige Bereiche wie Mangrovenwälder und Flussmündungen (Ästuare) mit schlammigen oder sandigen Böden, langsamer Strömung und reichlich organischem Material. Brackige bis leicht marine Verhältnisse sind typisch.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden häufig etwas größer und zeigen kräftigere, farbenprächtigere Färbung sowie längere Flossenstrahlen, besonders an der ersten Rückenflosse. Weibchen werden als fülliger im Körperbau beschrieben, besonders bei brutbereiten Tieren.

Gut zu wissen

  • Gräbt aktiv im Sand und siebt Substrat nach Nahrung
  • Nutzt Höhlen und Wurzel-Verstecke; Höhlenbrüterverhalten wird beschrieben
  • Amphidromes Verhalten: Wanderungen zwischen Süß- und Brackwasser möglich
  • Gezeitenabhängige Besiedlung von Ästuaren und Mangroven
  • Jagd auf sehr kleine Wirbellose; Junggarnelen sind gefährdet
  • Revierbildend und territorial, besonders während der Brutzeit
  • Zucht durch Simulation von Gezeiten und Salinitätswechseln möglich

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Blaupunktgrundel?

Empfohlen werden 25-29 °C, pH 7,5-8,5 und GH 12-25 dGH. Die Art bevorzugt alkalische, relativ harte Wasserverhältnisse passend zu ihrer estuarinen Herkunft. Leichte Brackwasserbedingungen sind möglich.

Kann man die Blaupunktgrundel vergesellschaften?

Geeignet sind ruhige Arten aus Südostasien oder dem Indopazifik wie Rasboras und friedliche Schmerlen. Afrikanische Buntbarsche sind ungeeignet. Junggarnelen werden gefressen, adulte Garnelen und Schnecken meist toleriert.

Kann man den Blaupunktgrundel im Aquarium züchten?

Die Zucht ist nur vereinzelt dokumentiert und gilt als anspruchsvoll. Gezeitensimulation mit Salinitätswechseln und reichliche Lebendfuttergabe werden als Trigger beschrieben. Die Larvenaufzucht erfordert marines Plankton.

Wie groß muss das Aquarium für die Blaupunktgrundel sein?

Für mittelgroße Vertreter der Gattung werden mindestens 200 Liter empfohlen. Feiner Sand als Substrat ist essenziell, da die Tiere aktiv graben. Viele Höhlen und Verstecke reduzieren Revierkonflikte.

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Fragen und Erfahrungen

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