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Zierfische, Familie Anablepidae

Vierauge Anableps anableps

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Anableps anableps, das Vierauge, ist ein großer, oberflächenorientierter Fisch aus der Familie Anablepidae mit einer Körperlänge von bis zu 26 cm (Weibchen) bzw. 20 cm (Männchen). Der zylindrische Körper zeigt eine olivbraune bis bräunliche Grundfärbung mit helleren, cremefarbenen Flanken und schwachen Längsstreifen als Tarnschutz.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Schwarm
  • Friedlich
  • bis 26 cmEndgröße

  • bis 8 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 7,5-9pH-Wert

  • 10-25 °dGHGesamthärte

  • ab 750 lAquariengröße

Beschreibung

Namensgebend sind die stark vergrößerten Augen, deren Pupille durch ein Septum in einen oberen (Luft) und einen unteren (Wasser) Teil geteilt ist – so kann der Fisch gleichzeitig über und unter der Wasseroberfläche sehen. Im Aquarium zeigt sich Anableps anableps als ruhiger, fast permanent an der Oberfläche kreisender Bewohner. Die Art greift bevorzugt Nahrung direkt an der Wasseroberfläche ab. Die Geschlechtsorgane sind asymmetrisch: Männchen tragen ein röhrenförmiges, beschupptes Gonopodium, das entweder links oder rechts ausgerichtet ist; Weibchen haben eine entsprechend entgegengesetzte Genitalmorphologie. Paare müssen daher in ihrer seitlichen Ausrichtung zueinander passen.

Haltung und Pflege

Brackwasser-Pflicht: Eine leicht brackige Haltung (SG 1.005–1.010) entspricht dem natürlichen Lebensraum und wird empfohlen. Reines Süßwasser ist tolerierbar, aber nicht optimal. Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 7,5–9,0, GH 10–25 dGH. Diese Werte entsprechen der estuarinen Herkunft der Art. pH-Werte unter 7,5 sind zu meiden. Beckengröße: Mindestens 200 cm Kantenlänge mit großer, freier Wasseroberfläche. Die Wassertiefe kann gering gehalten werden (ca. 15–25 cm genügen); wichtiger als Volumen ist die Grundfläche. Das Becken sollte flache Sand- oder Schlammbereiche, Mangrovenwurzeln und schwimmende Bepflanzung bieten. Feiner Sand oder schlammähnlicher Bodengrund. Strömung langsam bis moderat. Eine vollständige, sichere Abdeckung ist wegen des Sprungrisikos Pflicht. Dezente Beleuchtung und Vermeidung plötzlicher Störungen reduzieren Schreckreaktionen. Anableps anableps ist eine anspruchsvolle Art für den fortgeschrittenen Aquarianer. Die wichtigsten Haltungsaspekte sind: leicht brackige Bedingungen (SG 1.005–1.010), ein sehr langes Becken mit freier Wasseroberfläche und geringer Wassertiefe, Gruppen von mindestens 6 Tieren, sichere Abdeckung und eine abwechslungsreiche insektivore Ernährung.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Anableps anableps ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 6 Tieren gehalten werden. In der Gruppe zeigt die Art ein ruhiges, nicht aggressives Temperament. Trächtige Weibchen werden kurz vor der Geburt territorial und aggressiv, suchen abgeschiedene Bereiche auf und können andere Tiere angreifen. Die Art ist sehr schreckhaft gegenüber Bewegungen und Schatten über dem Becken; plötzliche Störungen lösen heftige Fluchtreaktionen aus. Wegen der Brackwasseranforderungen eignen sich als Beckengenossen vorwiegend brackwassertolerante Arten: z. B. Poecilia sphenops (Mollys) oder brackwassertaugliche Grundeln. Süßwasser-Panzerwelse und die meisten typischen Süßwasser-Aquarienfische sind ungeeignet. Sehr kleine Wirbellose (Garnelen, Jungtiere) werden gefressen. Größere Brackwasserschnecken (z. B. Neritina) sind in der Regel sicher.

Ernährung

Karnivor-insektivor, Oberflächenfresser. In der Natur: Insekten, kleine Krebstiere, Würmer, Diatomen und Algenaufwuchs. Im Aquarium: lebende und gefrorene Insekten (Fruchtfliegen, Heimchen, Mückenlarven), Artemia, Mysis, Regenwürmer, ergänzt durch Trockenfutter mit pflanzlichem Anteil (Spirulina). Nahrung muss an oder direkt unter der Wasseroberfläche angeboten werden. Zweimal täglich füttern.

Zucht

Anableps anableps ist lebendgebärend (vivipar). Die Tragezeit beträgt etwa 12 Wochen. Trächtige Weibchen werden territorial und suchen ruhige Bereiche auf. Wurfgröße: ca. 10–15 Jungtiere. Die Jungtiere sind bei der Geburt bereits voll ausgebildet und ca. 40–50 mm groß; sie nehmen sofort größere Futterpartikel an (Artemia-Nauplien, fein zerkleinerte Insekten). Zuchtwasserwerte: Temperatur 25–26 °C, pH 7,5–8,0, leicht brackig (SG ca. 1.005–1.010). Die seitliche Kompatibilität der Geschlechtsorgane (links/rechts) ist zwingend für erfolgreiche Paarung. Ausreichend große Gruppen oder gezielt zusammengestellte kompatible Paare sind nötig. Die Zucht gilt insgesamt als schwierig und erfordert Erfahrung, optimale Konditionierung und brackige Haltungsbedingungen.

Zuchtwasser: 25 bis 26 °C, pH 7,5 bis 8

Natürlicher Lebensraum

Anableps anableps lebt an der Atlantikküste Südamerikas in brackigen Gezeitenzonen, Mangrovengürteln und Flussmündungen. Die Art ist in estuarinen Gewässern verbreitet und kann bei Ebbe kurzzeitig auf exponiertem Schlammboden verbleiben. In der Natur hält sich das Vierauge häufig in nur wenigen Zentimetern tiefem Wasser auf.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden deutlich größer und massiger als Männchen (W: bis 26 cm, M: bis 20 cm). Männchen sind an ihrem röhrenförmigen, seitlich versetzten Gonopodium zu erkennen, das entweder links oder rechts ausgerichtet ist.

Gut zu wissen

  • Geteiltes Auge mit separaten Luft- und Wasser-Linsensystemen (obere und untere Pupille) – namensgebend für „Vierauge“
  • Lebendgebärend (vivipar), Tragezeit ca. 12 Wochen
  • Asymmetrische Geschlechtsorgane (links/rechts): Paarungspartner müssen in der seitlichen Ausrichtung kompatibel sein
  • Estuarine Art: natürliche Heimat sind brackige Gezeitenzonen, Mangrovengürtel und Flussmündungen
  • Brackige Haltung (SG 1.005–1.010) wird empfohlen, nicht nur optional
  • Kann bei Ebbe kurzzeitig auf exponiertem Schlammboden außerhalb des Wassers verbleiben
  • Starkes Sprungpotenzial – sichere, vollständige Abdeckung Pflicht
  • Flachwasserart: in der Natur oft in nur wenigen Zentimetern tiefem Wasser

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht das Vierauge?

Temperatur 24–28 °C, pH 7,5–9,0, GH 10–25 dGH. Das Vierauge ist eine estuarine Art und sollte leicht brackig gehalten werden (SG 1.005–1.010). Reines Süßwasser ist möglich, aber nicht optimal.

Kann man das Vierauge vergesellschaften?

Wegen der Brackwasseranforderungen nur mit brackwassertoleranten Arten wie Mollys (Poecilia sphenops) oder brackwassertauglichen Grundeln. Süßwasser-Panzerwelse sind ungeeignet. Sehr kleine Wirbellose werden gefressen.

Kann man das Vierauge im Aquarium züchten?

Die Art ist lebendgebärend mit ca. 12 Wochen Tragezeit und wirft 10–15 voll entwickelte Jungtiere (ca. 40–50 mm). Die Zucht ist schwierig und erfordert links/rechts-kompatible Paare, brackige Bedingungen und Erfahrung.

Wie groß muss das Aquarium für das Vierauge sein?

Mindestens 200 cm Kantenlänge mit großer Wasseroberfläche. Die Wassertiefe kann gering sein (15–25 cm). Mindestens 6 Tiere als Schwarm. Eine vollständige Abdeckung ist wegen des Sprungrisikos Pflicht.

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Fragen und Erfahrungen

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