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Zierfische, Familie Rivulidae

Anablepsoides hartii

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Anablepsoides hartii (früher Rivulus hartii, Jumping Guabine) ist ein oberflächenorientierter Killifisch aus der Familie Rivulidae mit einer Gesamtlänge von bis zu 10–11 cm TL. Der Körper ist langgestreckt und leicht zylindrisch.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Territorial
  • bis 11 cmEndgröße

  • bis 3 JahreLebenserwartung

  • 22-26 °CTemperatur

  • 6,5-7,5pH-Wert

  • 5-15 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Männchen zeigen einen olivgrünlich-bläulichen Grundton mit 6–10 Längsreihen roter bis rotbrauner Punkte vom Kiemendeckel bis zum Schwanzstiel; die Schwanzflosse trägt leuchtend orange bis gelbe Streifen an Ober- und Unterkante. Weibchen sind schlichter in Brauntönen gefärbt und tragen einen markanten schwarzen Augenfleck (Ocellus) an der oberen Schwanzwurzel, der vorn und hinten weiß gerandet ist. Im Aquarium hält sich Anablepsoides hartii bevorzugt in der oberen Wasserschicht auf und reagiert flink auf Bewegungen und Futter an der Oberfläche. Die Art springt aktiv und regelmäßig aus dem Wasser, um Insekten von überhängender Vegetation zu schnappen. In der Natur wurde sie sogar beim Gleiten auf dem Land beobachtet (fakultative Luftatmung möglich). Ein lückenlos schließender Deckel ist daher Pflicht.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–26 °C, pH 6,5–7,5, GH 5–15 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser. Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter) für ein Paar. Ein längliches Aquarium mit großer Wasseroberfläche ist ideal, da die Art sehr oberflächenorientiert ist. Einrichtung mit überhängenden Schwimmpflanzen, Wurzeln und dichtem submersem Bewuchs für Tagesverstecke und natürliche Ufersimulation. Sand oder feiner Kies mit einer dünnen Lage Falllaub (z. B. Seemandelbaumblätter) als Substrat. Geringe bis fehlende Strömung – starke Strömung ist für diese flachwasserbewohnende Art ungeeignet. Ein lückenlos schließender Deckel ist keine Option, sondern Pflicht – Anablepsoides hartii springt aktiv und regelmäßig, nicht nur bei Aufregung. Regelmäßige Wasserwechsel (ca. 40 % pro Woche) halten die Wasserqualität stabil. Anablepsoides hartii ist ein lebhafter, farbenprächtiger Killifisch für Halter mit Interesse an oberflächenorientierten Arten. Die Haltung gelingt bei Einhaltung der richtigen Wasserwerte (weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser) und konsequent geschlossenem Deckel gut. Zuchtberichte sind umfangreich dokumentiert und bestätigen, dass die Art kontinuierlich ablaicht und die Jungfischaufzucht unkompliziert ist.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Anablepsoides hartii wird paarweise oder in kleinen Gruppen (1 Männchen, mehrere Weibchen) gehalten. Ausreichend Versteckmöglichkeiten sind nötig, um territoriale Konflikte zwischen Männchen zu minimieren. Männchen können untereinander deutliche Revieraggressionen zeigen, besonders in zu engen Becken. Während der Balz- und Laichphase steigt die Aktivität der Männchen an. Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) werden als Nahrung betrachtet; insbesondere Junggarnelen sind gefährdet. Schnecken gelten als weitgehend sicher. Sehr kleine Fische können als Beute enden. Als Beifische eignen sich südamerikanische und karibische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen: kleine Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und ruhige Zwergbuntbarsche (z. B. Apistogramma).

Ernährung

Allesfresser mit deutlich fleischbetonter Ernährung (insektivor). Im Aquarium bevorzugt Anablepsoides hartii kräftiges Lebend- und Frostfutter: große Artemia, Mückenlarven (rote und weiße), Insekten (Heimchen, Fruchtfliegen) und fein zerteilte Regenwurmstücke. Die Art springt aktiv nach Insekten an der Wasseroberfläche. Trockenfutter wird nach Gewöhnung akzeptiert, sollte aber nicht das Hauptfutter ersetzen. Zur Zuchtkonditionierung ist reichliche Gabe proteinreichen Lebendfutters empfehlenswert.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher ohne Brutpflege, nicht-annueller Dauerlaicher (kein Saisonkiller). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als einfach bis mittel. Zuchtwasserwerte: Temperatur 22–26 °C (Optimum 26 °C), pH 6,5–7,0, GH maximal 8 dGH. Weiches, leicht saures Wasser begünstigt die Laichaktivität. Anablepsoides hartii laicht kontinuierlich das ganze Jahr über, sofern ausreichend Lebendfutter angeboten wird. Eier werden an feinem Substrat, Vegetation oder Laichmopps abgelegt. Die Eier sind klebrig, bernsteinfarben und ca. 1,6 mm groß. Pro Tag werden 5–15 Eier produziert, meist während der gut beleuchteten Tagesstunden. Inkubationszeit bei 25–26 °C: ca. 10–14 Tage. Die Jungfische sind beim Schlupf ca. 6 mm groß und nehmen sofort Artemia-Nauplien an. Die Überlebensrate ist hoch. Geschlechtsreife nach ca. 4–5 Monaten. Konditionierung mit Regenwürmern, Mückenlarven, großen Artemia und Insekten.

Zuchtwasser: 22 bis 26 °C, pH 6,5 bis 7, bis 8 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Anablepsoides hartii stammt von der nördlichen Küste Venezuelas sowie Trinidad und Tobago und besiedelt karibische Küstenflüsse. Die Art lebt in ufernahen, flachen Gewässerzonen mit überhängender Vegetation, häufig in kleinen, isolierten Restwasserstellen oder Gumpen, die durch Regenperioden gebildet werden. Das Substrat besteht meist aus Sand oder feinem Kies, bedeckt von Falllaub und organischem Material. Die Strömung ist gering bis fehlend. Die Art toleriert auch leicht brackige Bedingungen in Küstenübergangsgewässern.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus ist gut sichtbar. Männchen sind farbenprächtig mit olivgrünlich-bläulichem Körper und 6–8 Reihen roter bis rotbrauner Punkte; die Schwanzflosse weist leuchtend orange-gelbe Streifen an Ober- und Unterrand auf. Weibchen sind bräunlich und schlichter gefärbt; charakteristisch ist ein schwarzer Augenfleck (Ocellus) auf der oberen Schwanzwurzel, vorn und hinten weiß gerandet.

Gut zu wissen

  • Substratlaicher (Laichablage an Substrat, Laichmopps oder Vegetation); kein Saisonkiller
  • Oberflächennahe Schwimmzone; springt aktiv aus dem Wasser nach Insekten
  • Hohes Sprungrisiko – lückenlos schließender Deckel ist Pflicht
  • Fakultative Luftatmung und Landwanderung möglich
  • Toleriert leicht brackiges Wasser
  • Keine elterliche Brutpflege; Eier zur Aufzucht separieren
  • Kontinuierlicher Dauerlaicher – laicht ganzjährig bei ausreichend Futter

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Anablepsoides hartii?

Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 22–26 °C, pH 6,5–7,5 und GH 5–15 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser. Hartes, alkalisches Wasser ist ungeeignet.

Kann man den Anablepsoides hartii vergesellschaften?

Geeignet sind südamerikanische und karibische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen: kleine Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und ruhige Zwergbuntbarsche wie Apistogramma. Junggarnelen werden gefressen, Schnecken meist toleriert.

Kann man den Anablepsoides hartii im Aquarium züchten?

Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als einfach bis mittel. Die Art laicht kontinuierlich ganzjährig und produziert täglich 5–15 Eier an Substrat oder Laichmopps. Inkubationszeit ca. 10–14 Tage bei 22–26 °C, Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien an.

Wie groß muss das Aquarium für den Anablepsoides hartii sein?

Mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter für ein Paar. Ein längliches Becken mit großer Wasseroberfläche ist ideal. Ein lückenlos schließender Deckel ist Pflicht, da die Art aktiv und regelmäßig springt.

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Fragen und Erfahrungen

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