Hemiancistrus spilomma
Beschreibung
Hemiancistrus spilomma (L036) erreicht etwa 14 cm Standardlänge und gehört zu den Loricariidae (Harnischwelse). Der gedrungene Körper trägt die gattungstypische Hautpanzerung und ein Saugmaul, das ein Festhalten an Substraten ermöglicht. Das Auge zeigt kleine dunkle Flecken auf dem oberen Bereich – namensgebend für die Art („spilomma“ = Fleckenmakel). Auf der Ventralseite von Kopf und Körper fehlen dunkle Flecken.
Im Aquarium zeigt H. spilomma typisches Verhalten eines bodenbewohnenden Welses: tagsüber ruht die Art in Höhlen und Spalten, bei Dämmerung und nachts wird sie aktiv. Die Tiere nutzen verschiedene Verstecke und sind dort oft getrennt voneinander anzutreffen. Moderat territoriales Verhalten zeigt sich besonders an Höhlen.
Die Art ist als Höhlenbrüter mit männlicher Brutpflege bekannt. Sie stammt aus dem Tocantins- und Araguaia-Einzugsgebiet in Brasilien.
Besonderheiten
- Nachtaktiv und bodenorientiert, tagsüber in Höhlen ruhend
- Höhlenbrüter mit männlicher Brutpflege
- Moderat territorial, besonders an Höhlenplätzen
- Geringes Sprungrisiko
- Holz als Nahrungsergänzung (Faserstoffquelle)
- Kupferempfindlich – keine kupferhaltigen Medikamente verwenden
Vergesellschaftungshinweise
Hemiancistrus spilomma gilt als friedlicher Aquarienbewohner. Gegenüber Artgenossen und anderen Bodenfischen zeigt die Art ein moderates territoriales Verhalten, das sich an Höhlen und Einrichtungsgegenständen manifestiert. Durch strukturreiche Gestaltung mit mehreren voneinander getrennten Verstecken lässt sich die Territorialität deutlich reduzieren. Während der Brutphase ist mit gesteigerter Verteidigungsbereitschaft des brütenden Männchens zu rechnen.
Geeignete Beifische stammen aus Südamerika: Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche sind aufgrund unterschiedlicher Wasserchemie ungeeignet. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen können gefährdet sein.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln Odontoden (borstenähnliche Hautzähnchen) an den harten Brustflossenstacheln und am hinteren Körperbereich. Weibchen sind deutlich breiter im Rumpf und besitzen diese verlängerten Odontoden nicht. Bei adulten Tieren ist die Geschlechtsbestimmung anhand dieser Merkmale gut möglich.
Haltungstipps / Pflege
Hemiancistrus spilomma benötigt tropisches Wasser mit 23 bis 28 °C, einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und einer Gesamthärte von 2 bis 12 °dGH. Ein Becken ab 100 cm Kantenlänge und mindestens 200 Litern bietet ausreichend Bodenfläche für diese Art.
Die Einrichtung sollte mehrere Höhlen unterschiedlicher Größe umfassen, ergänzt durch Wurzelstücke und steinige Unterschlüpfe. Weiches bis mittelfeines Substrat ist geeignet. Eine deutliche Wasserströmung und gute Sauerstoffversorgung entsprechen dem natürlichen Habitat in den Flüssen des Tocantins-Beckens. Gedämpfte bis moderate Beleuchtung mit klaren Dämmerungsphasen unterstützt das natürliche Aktivitätsmuster.
Weiches Wurzelholz (Mopani, Catappa) dient als Faserstoffquelle und Beschäftigung. Kupferhaltige Medikamente sind für Loricariidae nicht geeignet.
Hemiancistrus spilomma ist ein unkomplizierter Wels, der bei strukturreicher Einrichtung und guter Wasserqualität wenig Probleme bereitet. Bei der Vergesellschaftung auf südamerikanische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen achten.
Zucht und Fortpflanzung
Hemiancistrus spilomma ist als Höhlenbrüter belegt. Das Männchen wählt die Laichhöhle und übernimmt nach dem Ablaichen allein die Brutpflege – typisch für viele Loricariidae-Höhlenbrüter. Detaillierte Angaben zu Zuchtparametern wie Gelegegröße, Inkubationsdauer oder spezifische Zuchtwasserwerte sind für diese Art nicht ausreichend dokumentiert. Berichte verwandter Ancistomus/Hemiancistrus-Arten können als Orientierung dienen.
Ernährung/Futterbedarf
Hemiancistrus spilomma ist ein Aufwuchsfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Im Aquarium eignen sich sinkende Wels-Pellets, Algen- und Spirulina-Tabs, blanchierte Zucchini oder Gurke sowie gelegentlich Proteinergänzungen wie gefrorene Mückenlarven oder Artemia. Weiches Wurzelholz dient als Faserstoffquelle und wird abgeraspelt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hemiancistrus spilomma stammt aus dem Tocantins- und Araguaia-Einzugsgebiet im unteren Amazonasbecken in Brasilien. Die Typuslokalität liegt am Rio Tocantins. Die Art bewohnt Fluss- und Nebenflussstrukturen mit Strömung, in denen Versteckmöglichkeiten durch Steine, Holz und Höhlen vorhanden sind. Als Bodenbewohner nutzt sie bevorzugt Bereiche mit ausreichend Deckung.