Ancistrus sp. „Rio Tocantins“

Deutscher Name: Wabenmuster-Antennenwels

Männchen Foto: Karl Schwamm
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
graubraun, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Ancistrus sp.
Gattung: Ancistrus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Ancistrus sp. „Rio Tocantins“ (L 529) ist ein kompakt gebauter, auffallend flacher Harnischwels mit Saugnapfmaul und knöcherner Panzerung. Im Vergleich zu den meisten anderen Ancistrus-Arten besitzt er einen deutlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist graubraun bis dunkelgrau mit einem namensgebenden schwarzen Wurmlinienmuster (Wabenmuster), das am Kopf feiner ausgeprägt ist und zum Schwanz hin gröber wird. Die Schwanzflosse zeigt schwarze Punkte auf hellerem Grund mit rötlich-braunem Randsaum. Männchen entwickeln die gattungstypischen verzweigten Tentakel auf Stirn und Schnauze; Weibchen tragen allenfalls kurze Ansätze am Schnauzenrand und sind bei Laichreife fülliger im Vorderkörper. Die Jungtiere zeigen metallisch-grünliche Aufhellungen, die sich im Laufe der Entwicklung verändern.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

Ancistrus sp. Rio Tocantins besticht durch seine auffälligen Barteln und den robusten Körperbau. Der bodenorientierte Fisch zeigt lebhaftes Sozialverhalten, sucht täglich Verstecke und reinigt aktiv Algen. Er benötigt vielfältige Rückzugsmöglichkeiten und naturnahe Gestaltung im Aquarium.

Vergesellschaftungshinweise

friedlich, Gruppenhaltung empfohlen, ruhig, dämmerungs- und nachtaktiv, Männchen territorial gegenüber Artgenossen. Haltung: kleine Gruppe (4-6 Tiere), mindestens ein Männchen mit mehreren Weibchen. Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut verträglich. Ancistrus sp. „Rio Tocantins“ ist ein friedlicher Gesellschaftsfisch, der sich mit den meisten nicht-aggressiven südamerikanischen Arten vergesellschaften lässt. Geeignete Partner sind kleine Salmler, Corydoras-Arten und Kuhli-Schmerlen (Pangio kuhlii). Zwerggarnelen wie Neocaridina und Caridina werden in der Regel toleriert. Ungeeignet sind große, räuberische Fische oder Arten, die um Höhlenplätze konkurrieren. Bei Vergesellschaftung mit anderen höhlenbrütenden Welsen müssen genügend Höhlen für alle vorhanden sein.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln ab der Geschlechtsreife (bei 5,5-6 cm) markante, verzweigte Tentakel auf Stirn und Schnauze. Weibchen besitzen allenfalls kurze, unverzweigte Ansätze am Schnauzenrand und wirken insgesamt etwas farbärmer. Bei Laichreife erscheinen Weibchen deutlich fülliger im Vorderkörper. Beide Geschlechter erreichen eine ähnliche Endgröße von 8-10 cm im Aquarium.
Größe: ca. bis 10-12 cm (im Aquarium häufig 8-10 cm)

Haltungstipps / Pflege

Ancistrus sp. „Rio Tocantins“ benötigt ein strukturiertes Becken mit zahlreichen Höhlen, Wurzelholz und Steinaufbauten. Die Wasserwerte sollten bei 24-28 °C, pH 6-7,5 und GH 2-12 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 100 cm Kantenlänge und 160 Liter. Feiner Sand oder Kies als Bodengrund. Weiches Holz (Moorkien, Mangrove) muss ständig zur Verfügung stehen, da die Tiere Holzfasern zur Verdauung benötigen. Moderate Strömung und gute Filterung für ausreichende Sauerstoffversorgung. Gedämpfte Beleuchtung fördert natürliches Aufwuchswachstum. Kupfer-empfindlich: Medikamente und Pflanzendünger mit Kupfergehalt vermeiden. Der Wabenmuster-Antennenwels ist ein pflegeleichter Harnischwels auch für Einsteiger. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 5-10 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter Zuchtschwierigkeit: Einfach bis mittelschwer Die Art ist ein typischer Höhlenbrüter mit intensiver Brutpflege durch das Männchen. Das Männchen bezieht eine Höhle, reinigt sie und lockt das Weibchen zur Eiablage. Ein Gelege umfasst bei Erstlaichern etwa 40-50 Eier, bei erfahrenen Weibchen bis zu 100-120 Eier (Durchmesser ca. 2-3 mm). Das Männchen bewacht und befächelt die Eier; das Weibchen wird nach der Ablage vertrieben. Die Larven schlüpfen bei 27 °C nach etwa 5 Tagen und zehren zunächst vom Dottersack. Die Jungfische sind nach etwa einer Woche frei schwimmend und können mit feinem Aufwuchsfutter, Spirulina-Pulver, zerdrückten Welstabletten und Artemia-Nauplien gefüttert werden. Bei etwa 4-5 cm Größe zeigen sie das adulte Wabenmuster. Ein großer Wasserwechsel (ca. 50 %) mit etwas kühlerem Wasser kann die Laichbereitschaft stimulieren. Produktive Paare können alle 4 Wochen ein neues Gelege produzieren.

Ernährung/Futterbedarf

Ancistrus sp. „Rio Tocantins“ ist ein Aufwuchsfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Nahrung. Im Aquarium: Spirulina-Tabletten, pflanzliche Welstabletten, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Kartoffel). Weiches Wurzelholz im Becken ist wichtig, da die Tiere Holzfasern zur Verdauung abraspeln. Gelegentlich Frostfutter (Mückenlarven, Artemia). Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 5-10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Ancistrus sp. „Rio Tocantins“ besiedelt das Einzugsgebiet des Rio Tocantins im brasilianischen Bundesstaat Pará. Die Art kommt gemeinsam mit Ancistrus sp. L 156 in diesem Flusssystem vor. Das Habitat umfasst flache, mäßig strömende Flussbereiche mit steinigem Untergrund, Felsspalten und Totholz. Das Wasser ist in der Regel klar. Saisonale Schwankungen beeinflussen Wasserstand, Temperatur und Fortpflanzungsverhalten.

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