
Harnischwelse
Weißsaum-Antennenwels
Ancistrus dolichopterus (L183)
- Endgröße: 15 cm
- Aquarium: ab 200 l
- Temperatur: 25-29 °C
- pH-Wert: pH 5-6,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Mittel
Paarweise halten, territorial
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Zierfische, Familie Loricariidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Gelbe Antennenwels, im Handel meist als „L144“, „Gelb-Schwarzauge“ oder Goldener Schwarzaugen-Antennenwels angeboten, ist eine gelbe Zuchtform des Aquarien-Antennenwelses (Ancistrus sp.). Kennzeichen sind die leuchtend gelbe, teils orange Grundfarbe und die dunklen Augen, der Augenkranz kann silbern bis bläulich wirken.

bis 15 cmEndgröße
10-20 JahreLebenserwartung
22-27 °CTemperatur
6-8pH-Wert
2-20 °dGHGesamthärte
ab 160 lAquariengröße
Gelbe Antennenwelse mit dunklen Augen werden als Lutino oder als xanthoristische Form bezeichnet (Xanthorismus: In der Haut fehlen alle Pigmentzellen außer den gelben). Vom Albino-Antennenwels unterscheidet er sich durch die Augen: Albinos haben rote Augen. Der Aquarien-Antennenwels selbst hat keinen wissenschaftlichen Namen. Er ist entweder eine Kreuzungsform oder eine noch nicht bestimmte Art. Der oft verwendete Name Ancistrus dolichopterus gehört zu einem anderen Fisch, dem Weißsaum-Antennenwels L183. Die Zuchtform wird bis 15 cm lang (Gesamtlänge), die meisten Tiere bleiben bei etwa 12 cm, nur sehr alte Männchen erreichen 15 cm. Adulte Männchen tragen das namensgebende Geweih aus langen, teils verzweigten Tentakeln auf dem Kopf, Weibchen höchstens kurze Fortsätze am Schnauzenrand. Haltung, Wasserwerte und Zucht entsprechen der wildfarbenen Stammform. Mit dem echten L144 teilt die Handelsform Namen, gelbe Farbe und dunkle Augen, nicht aber Herkunft und Stamm: L144 war eine blass-gelbe Form, gezüchtet aus einem einzelnen gelben Wildfang-Männchen, das 1992 angeblich aus Paraguay importiert wurde. Dieser Stamm wurde 1993 in der Fachpresse vorgestellt und ist heute weitgehend verschwunden.
Haltung und Wasserwerte entsprechen der wildfarbenen Stammform. Die Zuchtform ist sehr anpassungsfähig und kommt mit den meisten Leitungswässern ohne aufwendige Aufbereitung zurecht. Empfohlen werden 22-27 °C, pH 6-8 und eine Gesamthärte von 2-20 °dGH. Für ein Paar oder einen kleinen Harem (ein Männchen, zwei bis drei Weibchen) eignet sich ein Becken ab 100 cm Kantenlänge und 160 Liter, in kleineren Becken sollten es weniger Tiere sein. Das Becken braucht reichlich weiches Wurzelholz sowie Höhlen, Spalten oder Steinaufbauten, etwa doppelt so viele Höhlen wie Welse. Wurzeln oder Schieferplatten gliedern das Becken in Reviere, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Als Bodengrund haben sich Sand oder feiner Kies bewährt, feste Wasserpflanzen sind möglich. Wichtig sind eine gute Filterung, ausreichend Sauerstoff und ein wöchentlicher Teilwasserwechsel, gegen einen zusätzlichen Ausströmerstein spricht nichts. Beim Fangen verhaken sich die abgespreizten Dornen am Kiemendeckel leicht im Netz. Wie alle Harnischwelse trägt der Gelbe Antennenwels Knochenplatten statt Schuppen. Welse gelten als sehr empfindlich gegenüber Kupfer, in weichem Wasser ist Kupfer zudem deutlich giftiger. Kupferhaltige Medikamente deshalb nur mit äußerster Vorsicht bei der Dosierung oder gar nicht einsetzen, eine Behandlung erfolgt besser im Quarantänebecken.
Friedlicher, ruhiger Bodenbewohner, der vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv ist. Andere Fische jagt er nicht. Unter geschlechtsreifen Männchen kommt es besonders auf engem Raum zu Rangeleien, dabei werden die Dornen am Kiemendeckel drohend abgespreizt, das Geweih dient nicht als Waffe. Mehrere Männchen deshalb nur in ausreichend großen, gut gegliederten Becken mit vielen Höhlen halten. Geeignete Mitbewohner sind friedliche Salmler, Bärblinge, Lebendgebärende, nicht zu aggressive kleinere Buntbarsche und andere Bodenfische wie Panzerwelse, wenn genug Verstecke und Futterplätze vorhanden sind. Ungeeignet sind ruppige oder stark revierbildende Fische, Arten, die ständig im Boden wühlen, und große Räuber. Manche Buntbarsche beschädigen die Flossen der Welse. Garnelen werden in der Regel in Ruhe gelassen, sehr kleine oder frisch geschlüpfte Jungtiere können aber gefressen werden. Mit anderen Ancistrus-Arten sollte er nicht zusammen gehalten werden, weil sie sich kreuzen können.
Allesfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost und Aufwuchs (Biofilm und Beläge auf Holz und Steinen). Algen im Becken reichen als Nahrung nicht aus, zugefüttert werden muss immer. Als Grundlage eignen sich pflanzliche Futtertabletten und Wels-Chips, dazu Gemüse wie Zucchini, Gurke, Paprika, Kürbis oder blanchierter Spinat sowie Laub von Buche, Eiche oder Seemandelbaum. Tierisches Futter wie Mückenlarven, Artemia oder Wasserflöhe wird gern genommen, sollte aber nur in Maßen gegeben werden, weil zu viel Eiweiß die Verdauung und das Wasser belastet. Weiches Wurzelholz gehört dauerhaft ins Becken: Die Tiere raspeln daran und weiden den Aufwuchs ab, bei frisch gefangenen Wildfängen der Gattung finden sich regelmäßig Holzbestandteile im Magen. Werden die Tiere zu knapp gefüttert, vergreifen sie sich eher an zarten Pflanzen.
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter mit Brutpflege durch das Männchen
Zuchtschwierigkeit: einfach
Zuchtprotokoll: Bei passenden Bedingungen ist die Nachzucht kaum zu verhindern, oft laichen die Tiere im Gesellschaftsbecken von selbst. Viele Antennenwelse werden mit etwa 8 bis 12 Monaten geschlechtsreif, einzelne Tiere laichen schon mit rund 5 cm Länge ab. Als Bruthöhle dienen enge, hinten geschlossene Röhren aus Ton oder Schiefer, in die das Männchen gerade hineinpasst. Das Weibchen legt die Eier in der Höhle ab, danach bewacht das Männchen das Gelege allein, fächelt mit den Brustflossen frisches Wasser zu und entfernt unbefruchtete oder verpilzte Eier. Die Gelegegröße hängt von Größe und Zustand der Eltern ab: Etwa 8 cm große Tiere legen rund 50 bis 60 Eier, große Paare bringen auch über hundert Jungfische. Die Larven schlüpfen nach vier bis fünf Tagen und schwimmen etwa fünf Tage später frei, in kühlerem Wasser dauert die Entwicklung länger. Eingespielte Paare laichen etwa alle vier Wochen. Häufige Wasserwechsel oder Änderungen von Temperatur, Leitwert und Strömung regen zögernde Paare an. Aufgezogen werden die Jungfische mit fein zerriebenen Futtertabletten und Trockenfutter, Artemia, blanchiertem Gemüse und Aufwuchs, dazu gehören häufige kleine Wasserwechsel und konsequente Sauberkeit. Im Gesellschaftsbecken gehen viele Jungfische verloren, für eine gezielte Aufzucht ist ein eigenes Becken besser. Gelegentlich zeigen Jungtiere dunkle Flecken, die sich mit dem Heranwachsen meist zurückbilden.
Als Zuchtform hat der Gelbe Antennenwels keinen natürlichen Lebensraum. Die Tiere im Handel stammen aus Nachzuchten, die in Züchtereien vermehrt werden. Die Wildform, auf die der Aquarien-Antennenwels zurückgeht, ist nicht sicher bekannt. Häufig wird Argentinien als Ursprungsland vermutet, vereinzelt nennt die Literatur auch den Río Paraguay. Die Gattung Ancistrus ist in Südamerika in nahezu jedem Flusssystem vertreten und lebt dort versteckt unter Steinen oder auf Holz, gern zwischen angeschwemmtem Totholz, in Weiß-, Schwarz- und Klarwasserflüssen. Das echte L144 hat eine eigene Geschichte: 1992 entdeckte die Aquarianerin Kerstin Holota bei einem Importeur ein gelbes Ancistrus-Männchen, das zusammen mit normal gefärbten Tieren aus Paraguay gekommen sein soll. Sie verpaarte es mit einem Weibchen desselben Imports und züchtete den gelben Stamm rein. Dieser blass-gelbe Lutino (wie die heutige Handelsform eine gelbe Farbform mit dunklen Augen) erhielt die L-Nummer 144 und wurde 1993 in der Fachpresse vorgestellt. Wie die wildfarbene Stammform aussah, wurde nicht dokumentiert, die Züchterin erinnert sich an eine rotgefleckte Art, wie sie heute als Ancistrus sp. „Río Paraguay“ gehalten wird. Das echte L144 ist inzwischen weitgehend verschwunden, die farblich attraktivere gelbe Zuchtform des Aquarien-Antennenwelses hat es aus dem Handel verdrängt.
Männchen bilden beim Heranwachsen das typische Geweih aus langen, teils verzweigten Tentakeln auf Kopf und Schnauze aus. Bei Weibchen fehlt es oder ist nur als kurze Fortsätze am Schnauzenrand vorhanden. Männchen haben außerdem einen breiteren Kopf, kräftigere Dornen (Odontoden) auf dem Brustflossenstachel und dort auch kurze fleischige Tentakel. Geschlechtsreife Weibchen sind am Bauch fülliger. Von oben betrachtet wirken Männchen eher trapezförmig, Weibchen breiter in der Hüfte.
Nein. Die Tiere, die heute als „L144“ oder „Gelb-Schwarzauge“ verkauft werden, sind eine gelbe Zuchtform des Aquarien-Antennenwelses. Das echte L144 war ein blass-gelber Stamm, gezüchtet aus einem Wildfang-Männchen, das 1992 angeblich aus Paraguay kam. Er wurde 1993 vorgestellt und ist heute aus dem Handel weitgehend verschwunden.
An den Augen. Der Gelbe Antennenwels hat dunkle Augen, der Augenkranz kann silbern bis bläulich wirken. Albino-Antennenwelse haben rote Augen und sind eine eigene Zuchtform.
22-27 °C, pH 6-8 und eine Gesamthärte von 2-20 °dGH. Die Zuchtform ist sehr anpassungsfähig und kommt mit den meisten Leitungswässern zurecht, wichtiger als genaue Zahlen sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und regelmäßige Teilwasserwechsel.
Für ein Paar oder einen kleinen Harem ab 100 cm Kantenlänge und 160 Liter. Dazu gehören reichlich weiches Wurzelholz und etwa doppelt so viele Höhlen wie Welse.
Ja, sehr leicht. Das Männchen bewacht das Gelege in einer engen Höhle allein. Die Larven schlüpfen nach vier bis fünf Tagen und schwimmen etwa fünf Tage später frei. Eingespielte Paare laichen etwa alle vier Wochen.
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