Aphyosemion pamaense
Beschreibung
Aphyosemion pamaense, der Pamaense Zweistreifen Prachtkärpfling, wird etwa 3 cm SL groß und gehört zur Familie Nothobranchiidae (Untergattung Aphyosemion). Männchen zeigen orangefarbene unpaarige Flossen und Kehle, purpur- bis blaugraue Flanken und zwei dunkle, stimmungsabhängige Längsstreifen. Zusätzlich tragen sie stark verlängerte Flossenstrahlen (Streamer) an Rücken-, After- und Schwanzflosse. Weibchen sind deutlich schlichter: matt, blassgrau bis bräunlich mit abgerundeten, kürzeren Flossen. Im Aquarium hält sich Aphyosemion pamaense bevorzugt in den oberen Wasserschichten auf. Die Männchen zeigen regelmäßige Imponier- und Balzbewegungen; außerhalb von Fortpflanzungsphasen verhalten sich die Fische überwiegend ruhig im oberen Drittel des Beckens. Die Art stammt vom Pama-Fluss in Kamerun, einem kleinen Nebenfluss des Nyong, und bewohnt kleine, flache Schwarzwasser-Waldbäche mit Falllaub und langsamer Strömung.
Besonderheiten
- Substratlaicher (Mop-Spawner): Eier an feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps, keine Trockenphase
- Untergattung Aphyosemion
- Männchen mit verlängerten Flossenstrahlen (Streamer)
- Hohes Springrisiko – fest schließende Abdeckung ist Pflicht
- Bevorzugt die obere Schwimmzone
- Karnivor – Trockenfutter wird oft verweigert
- Schwarzwasser-Habitat im natürlichen Lebensraum
Vergesellschaftungshinweise
Paar- oder Triohaltung ist in der Chromaphyosemion-Zuchtpraxis üblich. Männchen können Weibchen während anhaltender Balz stark treiben; dichte Pflanzen und weitere Rückzugsräume sind deshalb wichtig. Die Behauptungen, Paare würden in einer Ecke degenerieren und mindestens drei Paare seien artnotwendig, wurden in den geprüften Quellen nicht bestätigt. Eng verwandte Arten und Fundortpopulationen nicht mischen.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind deutlich dimorph. Männchen sind farbenprächtig mit intensivem Orange an Kehle und unpaarigen Flossen sowie blaugrauen bis purpurnen Flanken; zusätzlich tragen sie stark verlängerte Flossenstrahlen an Rücken-, After- und Schwanzflosse (Streamer). Weibchen sind deutlich blasser mit runderen, kürzeren Flossen ohne Verlängerungen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–26 °C, pH 6,0–7,0, GH bis ca. 8 °dGH. Die Werte orientieren sich an Felddaten vom Habitat (22–26 °C) und an Empfehlungen für nahe Verwandte. Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Liter. Für Gruppen empfiehlt sich ein größeres Becken ab 80 cm. Einrichtung: Dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen oder Moos, dunkles Substrat aus feinem Sand mit reichlich Falllaub. Schwache bis moderate Strömung. Offenporige Wurzeln und Überhänge schaffen Schattierung. Partiell beschattetes Becken mit schwächerer Beleuchtung entspricht dem natürlichen Schwarzwasser-Habitat. Eine lückenlose Abdeckung ist Pflicht – die Art ist ein starker Springer. A. pamaense ist ein farbenprächtiger Prachtkärpfling für erfahrene Aquarianer. Weiches, leicht saures Milieu und naturnahe Einrichtung sind der Schlüssel zum Wohlbefinden.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Mop-Spawner, Dauerlaicher). Die Zucht gilt als einfach bis mittelschwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 22–24 °C, pH 5,5–6,5, GH maximal 5 °dGH. Zuchtbecken ca. 10 Liter mit ca. 2/3 Aquarienwasser und 1/3 weichem Wasser. Fasertorf als Bodengrund und schwebende Wollmopps als Laichsubstrat. Eier regelmäßig absammeln und separat inkubieren. Inkubation ca. 12 Tage in Wasser bei 22–24 °C oder ca. 18 Tage auf feuchtem Torf. Aufzucht: Sehr kleine Larven zunächst mit Infusorien oder Rädertierchen, nach wenigen Tagen Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.
Ernährung/Futterbedarf
Aphyosemion pamaense ist karnivor mit starker Präferenz für lebende und gefrorene Kleintiere. Geeignete Futterarten sind Artemia-Nauplien, Cyclops, weiße Mückenlarven, Grindalwürmer und Daphnien. Trockenfutter wird oft nur zögerlich oder gar nicht angenommen. Die Futtermenge am Fressverhalten ausrichten und nicht gefressene Reste rechtzeitig entfernen.
Natürlicher Lebensraum
Aphyosemion pamaense stammt aus Kamerun (Pama-Fluss, ein kleiner Nebenfluss des Nyong). Die Art ist bislang vorwiegend vom Typusfundort bekannt. Die Tiere bewohnen kleine, flache Waldbäche etwa 3 m breit und ca. 0,4 m tief mit schlammigem oder sandigem Substrat. Diese Biotope sind typische Schwarzwassergewässer mit viel Falllaub, langsam fließender bis stehender Strömung und dichter Ufervegetation.
Sehr schöner Beitrag!
Noch eine Frage: Wie groß werden die Tiere? Wahrscheinlich so wie die anderen Chromaphyosemion-Arten, aber wäre trotzdem gut, es noch einmal zu lesen.
Die Größe ist wie bei den meisten Chromaphyosemion etwa 5 cm, nur bei den Chromaphyosemion riggenbachi können einige Populationen bis 8 cm groß werden. Einige Chromaphyosemion können die Flossenspitzen lang ausziehen (wenn sie nicht von anderen gekappt werden), so dass sich die Gesamtlänge um etwa 2 cm verlängert.