Apistogramma agassizii
Beschreibung
Apistogramma agassizii, der Agassiz-Zwergbuntbarsch, ist ein besonders variabler und farblich polymorpher Zwergbuntbarsch aus dem Amazonasbecken. Männchen erreichen ca. 7,5 cm TL, Weibchen ca. 5 cm TL. Die Art gehört zur Familie Cichlidae (Unterfamilie Geophaginae). Männchen präsentieren sich farbenprächtiger mit einem goldbraunen bis rostfarbenen Rücken, einem dunklen Längsband vom Kopf bis zur Schwanzwurzel sowie blau-grünen Kopfstreifen. Die Schwanzflosse ist beim Männchen oft spatenförmig ausgezogen; bei bestimmten Zuchtformen treten intensive Rot- oder Gelbtöne auf. Weibchen sind kompakter gebaut mit runderer Flossenform und zeigen während der Brutzeit eine leuchtend gelbe Bauchfärbung.
Im Aquarium zeigt A. agassizii ein ruhiges Grundverhalten, ist bodennah und bevorzugt Verstecke. Die Tiere bewegen sich dicht über dem Substrat, inspizieren Sand und Laub nach Nahrung und suchen Höhlen als Unterschlupf. Innerartlich können sie territorial sein, besonders während der Brutzeit; gegenüber artfremden, ruhigen Beifischen verhalten sie sich meist friedlich.
Die Art stammt aus dem Amazonasbecken von Peru bis Brasilien und zeigt starke lokale und züchterische Variabilität in Färbung und Musterung (Polychromatismus).
Besonderheiten
- Höhlenbrüter: legt Eier in geschützten Höhlen an der Decke oder an glatten Flächen ab
- Polychromatismus: starke lokale und züchterische Variabilität in Färbung
- Weibchen übernehmen intensive Pflege der Eier und Larven
- Bodenbewohner mit Präferenz für Falllaub und Totholzstrukturen
- Geringes Sprungrisiko
- Karnivor – Lebendfutter bevorzugt
Vergesellschaftungshinweise
A. agassizii ist ein klassischer Haremshalter. Empfohlen wird die Haltung in Paaren oder mit 1 Männchen und 2–3 Weibchen. In einer geeigneten Einrichtung mit ausreichend Verstecken lässt sich ein stabiles Sozialgefüge einstellen: Das Männchen markiert und bewacht sein Revier, die Weibchen besetzen eigene Bruthöhlen.
Im Normalzustand ist die Art eher friedlich und zurückhaltend. Während der Fortpflanzungszeit kann das Verhalten deutlich aggressiver werden: Weibchen verteidigen ihre Höhlen vehement, auch gegenüber dem Männchen.
Junggarnelen (Neocaridina u. ä.) werden häufig gefressen. Adulte Garnelen und größere Amanogarnelen werden in der Regel toleriert. Die Vergesellschaftung mit Panzerwelsen (Corydoras) funktioniert nur in Becken ab 100 cm Kantenlänge.
Geeignete Beifische sind ruhig schwimmende südamerikanische Salmler und kleinere Buntbarsche der gleichen Region. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt. Männchen erreichen ca. 7,5 cm TL, Weibchen ca. 5 cm TL. Männchen besitzen oft verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen sowie eine spatenförmige Schwanzflosse; ihre Färbung ist intensiver und kontrastreicher. Weibchen sind kompakter gebaut mit runderen Flossen und zeigen während der Brutzeit eine leuchtend gelbe Bauchfärbung mit dunklen Kontrastmarkierungen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–29 °C, pH 5,5–7,0, GH 0–10 °dGH. Nachgezüchtete Tiere sind relativ anpassungsfähig; für optimales Wohlbefinden ist weiches, leicht saures Wasser empfehlenswert.
Beckengröße: Für ein Paar ab 54 Liter (60 cm Kantenlänge). Für Haremshaltung (1M/2–3W) mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter), besser 100 cm.
Einrichtung: Substrat aus feinem Sand mit dicker Schicht Falllaub und reichlich Totholz sowie Wurzelstrukturen. Zahlreiche enge Höhlen (Kokosnussschalen, kleine Tontöpfe, Röhren) für Bruthöhlen. Geringe bis moderate Strömung. Dezente bis moderate Beleuchtung.
A. agassizii ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung, die weiches Wasser und strukturreiche Becken bieten können.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Die Zucht gilt als mittel schwierig.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 6,0–6,8, GH maximal 5 °dGH.
Gelegegrößen ca. 20–250 Eier (Durchschnitt ca. 120–140). Die Inkubationszeit beträgt bei 26–27 °C etwa 2–3 Tage; nach weiteren ca. 3 Tagen sind die Larven freischwimmend. Die Mutter betreibt intensive Brutpflege.
Konditionierung: Kräftige, eiweißreiche Fütterung mit Lebendfutter kombiniert mit Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser (Regenzeit-Simulation).
Aufzucht: Erstfutter Infusorien und Pantoffeltierchen, dann Artemia-Nauplien. Geschlechtsreife etwa ab 5 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
A. agassizii ist karnivor. Die Tiere durchsuchen den Bodengrund aktiv nach Fressbarem. Geeignet sind hochwertige Granulate für Zwergbuntbarsche, Frostfutter (Cyclops, Mysis, Daphnien) sowie Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven und Tubifex. Pflanzliche Kost ist nicht geeignet, da Apistogramma strikte Mikropredatoren sind und tierische Nahrung bevorzugen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma agassizii stammt aus dem Amazonasbecken Südamerikas: von Peru (Río Ucayali) entlang des Solimões/Amazonas durch Brasilien bis zum Rio Capim im Amazonasdelta. Die Art besiedelt flache, langsam strömende bis stehende Uferzonen mit dichter Laubbedeckung auf dem Sandboden. Das Wasser ist typischerweise weich und huminsäurereich (Schwarz- oder Klarwasser), stark beschattet durch Ufervegetation.
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Hi Udo,
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