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Zierfische, Familie Cichlidae

Sunset-Zwergbuntbarsch

Apistogramma atahualpa

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Apistogramma atahualpa, der Sunset-Zwergbuntbarsch, ist einer der größeren und zugleich aggressiveren Vertreter der Gattung Apistogramma (Familie Cichlidae). Männchen erreichen typischerweise 7–8 cm TL, ausnahmsweise bis 10 cm; Weibchen bleiben mit 4–5 cm deutlich kleiner.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Harem
  • Territorial
  • bis 10 cmEndgröße

  • 3–5 JahreLebenserwartung

  • 22-28 °CTemperatur

  • 5,5-7pH-Wert

  • 1-8 °dGHGesamthärte

  • ab 100 lAquariengröße

Beschreibung

Warme Farben dominieren das Erscheinungsbild: Gelb, Orange und Braun prägen den Körper der Männchen, ein bläulicher Streifen zieht sich am oberen Rücken entlang. Weibchen sind außerhalb der Brutzeit schlichter, nehmen in der Brutphase jedoch ein leuchtendes Zitronengelb mit schwarzen Flecken an. Der Körperbau ist gedrungen, mit ausgeprägter Kopfpartie und bei Männchen verlängerten Flossenstrahlen, die ein leierförmiges Flossenbild erzeugen. Im Aquarium verhält sich Apistogramma atahualpa gegenüber friedlichen, nicht bodenorientierten Beifischen relativ zurückhaltend. Gegenüber Artgenossen und Eindringlingen im Bodenbereich zeigt die Art jedoch starkes Territorialverhalten. Die Art stammt aus Peru, primär aus dem Einzugsgebiet des Rio Nanay.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22–28 °C, pH 5,5–7,0, GH 1–8 °dGH. Die Art gedeiht am besten im schwach sauren Milieu. Extreme Schwarzwasserbedingungen (pH < 5) sind nur für die gezielte Zucht relevant. Empfindlich gegenüber abrupten Wasserwertänderungen. Beckengröße: Für ein Paar mindestens 80 cm Kantenlänge und ca. 100 Liter. Für Haremshaltung mindestens 90–100 cm und ca. 130–160 Liter. Einrichtung: Sandiger Boden mit dicker Laubschicht, viele enge Höhlen (Tontöpfe, Kokosnussschalen) und Totholz. Gedämpfte Beleuchtung, langsame bis fehlende Strömung. Schattenverträgliche Pflanzen wie Javafarn, Anubias oder Schwimmpflanzen. A. atahualpa ist eine anspruchsvolle Art, die nicht für Einsteiger geeignet ist.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Apistogramma atahualpa gilt als eine der aggressiveren Apistogramma-Arten. Haremshaltung (1 Männchen mit 2–3 Weibchen) ist möglich und entspricht dem natürlichen Sozialverhalten, erfordert aber ausreichend Raumstruktur. In kleinen Becken ist Paarhaltung sinnvoller. Während der Brutzeit steigert sich die Aggressivität erheblich: Weibchen werden extrem schutztriebig. Zwerggarnelen (z. B. Neocaridina) werden als Beute betrachtet; größere Garnelen wie Amano-Garnelen können, je nach Individuum und Brutphase, toleriert oder attackiert werden. Schnecken werden meist toleriert. Geeignete Beifische stammen aus der südamerikanischen Bioregion: ruhige Salmler (Hyphessobrycon, Nannostomus, Moenkhausia), kleine Panzerwelse (Corydoras). Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungünstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne Rücksicht auf Reviergrenzen und stören das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hält.

Ernährung

Apistogramma atahualpa ist karnivor. Schwerpunkt auf tierischer Kost: rote und schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops, Tubifex, Mysis. Trockenfutter (Granulat, Flocken) wird nach Eingewöhnung meist akzeptiert, sollte aber nicht die Basis bilden.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter (Substratlaicher). Die Zucht gilt als mittel bis schwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 4,5–6,0 (optimal unter 5,5), GH maximal 2–3 °dGH. Für zuverlässige Fortpflanzung ist stark saures, sehr weiches Wasser nötig. Konditionierung: Hochwertige Lebendfuttergaben kombiniert mit Wasserwechseln durch sehr weiches, saures Wasser (Regenzeit-Simulation). Eiablage in Höhlen oder engen Spalten. Inkubationszeit bei 26–28 °C ca. 48–72 Stunden. Freischwimmen nach weiteren ca. 5–7 Tagen. Aufzucht: Erstfutter Infusorien und Pantoffeltierchen, dann Artemia-Nauplien. Sehr weiches Wasser und enge Überwachung der Elterntiere sind nötig.

Zuchtwasser: 26 bis 28 °C, pH 4,5 bis 6, bis 3 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Apistogramma atahualpa stammt aus Peru, primär aus dem Einzugsgebiet des Rio Nanay – einem Schwarzwasserfluss bei Iquitos mit weichem, saurem, tanninreichem Wasser. Weitere Fundorte sind der Rio Itaya und der Rio Purus. Die Art besiedelt flache, langsam bis kaum strömende Gewässer des Regenwaldes mit sandigem Boden, dicker Laubschicht, Totholz und Wurzeln.

Geschlechtsunterschiede

Deutlich ausgeprägt. Männchen erreichen typischerweise 7–8 cm, ausnahmsweise bis zu 10 cm TL. Weibchen bleiben mit 4–5 cm deutlich kleiner. Männchen sind intensiver gefärbt und besitzen ausgeprägtere, verlängerte Rücken- und Schwanzflossenstrahlen. Weibchen zeigen rundere Flossen und sind außerhalb der Brutzeit unauffälliger.

Gut zu wissen

  • Höhlenbrüter mit intensiver Brutpflege durch das Weibchen
  • Gilt als eine der aggressiveren Apistogramma-Arten
  • Schwarzwasserfisch: braucht weiches, saures Wasser, insbesondere für die Zucht
  • Einer der größeren Apistogramma-Vertreter (bis 10 cm TL)
  • Saisonal geprägte Fortpflanzungsbereitschaft (Regen-/Trockenzeit)
  • Geringes Sprungrisiko
  • Karnivor – Lebendfutter bevorzugt

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Sunset-Zwergbuntbarsch?

Die empfohlenen Wasserwerte sind 22–28 °C, pH 5,5–7,0 und GH 1–8 °dGH. Die Art gedeiht am besten im schwach sauren Milieu.

Kann man den Sunset-Zwergbuntbarsch vergesellschaften?

Ja, mit ruhigen südamerikanischen Salmlern und Panzerwelsen. Die Art ist eine der aggressiveren Apistogramma – ausreichend Raumstruktur ist wichtig. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet.

Kann man den Sunset-Zwergbuntbarsch im Aquarium züchten?

Ja, die Zucht ist dokumentiert aber mittel bis schwer. Zuchtwasserwerte: 26–28 °C, pH 4,5–6,0, GH maximal 2–3 °dGH. Stark saures, sehr weiches Wasser ist für zuverlässige Fortpflanzung nötig.

Was frisst der Sunset-Zwergbuntbarsch?

Ein Karnivor. Bevorzugt Lebendfutter: Mückenlarven, Artemia, Cyclops, Tubifex und Mysis. Trockenfutter wird als Ergänzung akzeptiert.

Hinweis zu den Daten

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