Apistogramma borellii
Beschreibung
Apistogramma borellii, Borellis Zwergbuntbarsch, ist ein typischer Vertreter der Gattung Apistogramma (Familie Cichlidae) mit schlankem, leicht seitlich abgeflachtem Körperbau. Männchen erreichen ca. 6–7 cm TL, Weibchen ca. 4–5 cm TL. Männchen zeigen bläulich irisierende Flanken, gelbe bis orange Brust- und Bauchpartie, oft ergänzt durch rote Markierungen im Gesichtsbereich. Weibchen sind schlichter gefärbt, meist gelblich-grau, und zeigen zur Brutzeit eine intensive gelbe Färbung mit schwarzen Abzeichen.
Im Aquarium fällt A. borellii durch ruhiges, bodennahes Verhalten auf. Die Tiere durchkämmen den Sandboden und nutzen Höhlen sowie Pflanzen- und Wurzelbereiche als Verstecke. Außerhalb der Brutzeit sind sie zurückhaltend und gut mit kleinen, friedlichen Salmlern verträglich. Typisch ist das Durchsieben des Substrats mit geöffnetem Maul.
Die Art stammt aus den Einzugsgebieten des Rio Paraguay und des unteren Rio Paraná in Südbrasilien, Paraguay, Nordargentinien und Bolivien (Pantanal-Region). A. borellii gilt als einer der robustesten und einsteigerfreundlichsten Apistogramma.
Besonderheiten
- Höhlenbrüter: nutzt enge Spalten und Kavitäten zur Eiablage
- Einer der robustesten und einsteigerfreundlichsten Apistogramma
- Bodenbewohner mit ausgeprägtem Substrat-Durchsiebverhalten
- Haremisches Sozialverhalten
- Geringes Sprungrisiko
- Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen meist toleriert
- Karnivor mit Tendenz zum Allesfresser
Vergesellschaftungshinweise
A. borellii ist ein Haremhalter: Ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen (1M/2–3W). In größeren Aquarien mit ausreichender Struktur lassen sich auch mehrere Haremgruppen nebeneinander halten.
Das Temperament ist insgesamt als friedlich einzustufen. Während der Brutzeit wird das Verhalten deutlich territorialer: Weibchen verteidigen ihre Bruthöhle heftig.
Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) werden oft als Beute angesehen, besonders Jungtiere. Größere Garnelen wie Amano-Garnelen und Schnecken werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische sind ruhige südamerikanische Salmler (Neon- bzw. Kardinaltetras), Panzerwelse (Corydoras) sowie kleine Buntbarsche der gleichen Region. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt. Männchen werden größer (ca. 6–7 cm TL) und farbenprächtiger mit oft verlängerten Rücken- und Afterflossen sowie irisierenden Blau- und Gelbtönen. Weibchen bleiben kleiner (ca. 4–5 cm TL), kompakter, mit abgerundeten Flossen; zur Brutzeit leuchtendes Gelb mit schwarzen Zeichnungen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–26 °C, pH 6,0–7,5, GH 3–12 °dGH. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser. Hinweis: Als subtropische Art toleriert A. borellii in der Natur Temperaturen von etwa 16–28 °C. Saisonale Temperaturanpassung ist möglich; für die dauerhafte Aquarienhaltung wird ein Bereich von 20–26 °C empfohlen.
Beckengröße: Für ein Paar mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter). Für Haremshaltung oder Vergesellschaftung ab 80 cm (ca. 112 Liter).
Einrichtung: Feinster Sand als Substrat. Zahlreiche Höhlen und Spalten (Tonröhren, Wurzeln, Steinhöhlen), dichter Pflanzenwuchs am Rand, Laub und Totholz. Schwache bis moderate Strömung. Schattenverträgliche Pflanzen (Cryptocorynen, Javafarn) und schwimmende Vegetation zur Abschattung.
A. borellii ist aufgrund seiner robusten Haltung eine empfehlenswerte Art für Einsteiger mit Interesse an Zwergbuntbarschen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter. Die Zucht gilt als mittel schwierig.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 25–28 °C, pH 5,5–6,5, GH maximal 5 °dGH.
Regenzeit-Simulation als Laichauslöser: kräftiger Wasserwechsel mit weichem, leicht kühlerem Wasser. Gelegegrößen 50–100 Eier. Inkubation ca. 2–4 Tage bis zum Schlupf, freischwimmend nach weiteren ca. 5–7 Tagen.
Aufzucht: Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Brutpflege allein durch das Weibchen.
Konditionierung: Reichlich hochwertige Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven).
Ernährung/Futterbedarf
A. borellii ist karnivor mit Tendenz zum Allesfresser. Die Art ernährt sich überwiegend als Mikroprädator von kleinen Wirbellosen. Lebend- und Frostfutter wie Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien und Cyclops werden gerne angenommen. Hochwertiges Granulat- oder Flockenfutter wird meist ebenfalls akzeptiert.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma borellii stammt aus Südamerika, aus den Einzugsgebieten des Rio Paraguay und des unteren Rio Paraná in Südbrasilien, Paraguay, Nordargentinien sowie Teilen Boliviens (Pantanal-Region). Die Art besiedelt langsam fließende oder stehende Gewässer, oft in Uferbereichen mit dichter Vegetation, Totholz und einer dicken Schicht aus Falllaub. Typische Habitate sind beschattete Seitenarme und flache Überschwemmungszonen mit weichem Sand oder schlammigem Untergrund.