Apistogramma diplotaenia

Deutscher Name: Apistogramma diplotaenia

Männchen - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Ozeanien
Farben:
braun, gelb, grün, kupfer
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Apistogramma diplotaenia
Gattung: Apistogramma
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Apistogramma diplotaenia ist ein kleiner, gedrungener Zwergbuntbarsch aus dem Einzugsgebiet des Rio Negro, der etwa 5 cm erreicht. Die Art ist namensgebend durch ein markantes doppeltes schwarzes Längsband gekennzeichnet, das vorne und hinten zusammenläuft (griech. diplo = doppelt, taenia = Band). Die Grundfärbung ist sandig bis gelblich; die Population ist polychrom, d. h. es kommen innerhalb einer Population verschiedene Farbvarianten vor, darunter bläuliche sowie gelb-rote Tiere. Bei Männchen treten häufig bläuliche Glanzschuppen auf. Körperbau und Flossenform entsprechen dem typischen Apistogramma-Schema: Die Männchen sind langgestreckter und zeigen verlängerte Flossenstrahlen an Rücken-, After- und Bauchflossen. Die Weibchen sind gedrungener mit kürzeren, runderen Flossen und zeigen in Brutpflege-Phasen eine intensive Gelbfärbung. Apistogramma diplotaenia ist streng an Schwarzwasser-Biotope mit sehr weichem, saurem Wasser gebunden. Die Haltung richtet sich an erfahrene Aquarianer mit Kenntnissen in der Aufbereitung von Schwarzwasser.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Substratlaicher / Höhlenbrüter: Weibchen heftet klebrige Eier an die Decke oder Wände einer Höhle
  • Namensgebendes Zweiband-Muster: zwei schwarze Längsbänder, die vorne und hinten konvergieren
  • Polychromismus: blaue und gelb-rote Farbvarianten innerhalb derselben Population
  • Strenge Bindung an Schwarzwasser-Biotope mit sehr weichem, saurem Wasser
  • Fortpflanzung saisonal durch Regenzeit-Signale ausgelöst
  • Scheu und bodenorientiert; benötigt Höhlen, Totholz und Falllaub
  • Zucht gilt als schwierig und wenig produktiv

Vergesellschaftungshinweise

Apistogramma diplotaenia ist polygam (Haremhalter). Die bewährte Haltungsgruppe besteht aus einem Männchen mit zwei bis drei Weibchen (1M/2 bis 3W). Das Temperament ist ruhig und eher scheu gegenüber dem Pfleger und unruhigen Beifischen. In der Brutzeit entwickeln die Tiere deutlich ausgeprägte Territorialität: Das Männchen markiert einen Bereich, den es intensiv verteidigt. Das Weibchen übernimmt die direkte Brutpflege und kann in dieser Phase auch gegen das Männchen aggressiv werden. Geeignete Beifische sind kleine, ruhige südamerikanische Arten, die ähnliche Schwarzwasser-Bedingungen tolerieren: Kardinal-Tetras, Roter Neon, kleine Corydoras-Arten. Zwerggarnelen werden gefressen; Schnecken werden in der Regel toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen zeigen verlängerte Flossenstrahlen an Rücken-, After- und Bauchflossen sowie bläulichen Schuppenglanz und erreichen ca. 2,9 cm SL. Im Aquarium werden für Männchen bis zu 5 cm TL angegeben. Weibchen bleiben kompakter mit kürzeren, runderen Flossen und können bis zu 4,5 cm TL erreichen. Während der Brutpflege zeigen Weibchen eine intensive Gelbfärbung.
Größe: ca. 5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24 bis 29 °C, pH 6,0 bis 6,5, GH 3 bis 10 dGH. Mindestens 200 Liter für eine artgerechte Haltung einer Haremsgruppe. Feiner Sand als Bodengrund, Wurzeln, Totholz, reichlich Falllaub (Seemandelbaumblätter, Buchenlaub) und Höhlen aus Ton oder Naturmaterialien. Robuste, schattenwerfende Pflanzen oder Epiphyten als Ergänzung. Strömung schwach bis nahezu stehend, gedämpfte Beleuchtung. Die Art erfordert fortgeschrittene Kenntnisse in der Schwarzwasser-Aufbereitung. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserchemie sind wichtig.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-6,5
Temperatur:
24-29 °C
Beckengröße:
ab 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht gilt als schwierig und wenig produktiv. Zuchtwasserwerte: 25 bis 27 °C, pH 5,5 bis 6,0, GH maximal 2 dGH. Sehr weiches, saures Wasser ist Voraussetzung; in der Praxis wird meist Osmosewasser mit Torf- oder Seemandelbaumblatt-Aufbereitung verwendet. Substratlaicher / Höhlenbrüter. Das Weibchen legt klebrige Eier an Höhlenflächen ab und übernimmt die alleinige Brutpflege. Das Männchen verteidigt das Territorium. Auslöser: großzügiger Wasserwechsel mit sehr weichem, saurem Wasser und reichlicher Lebendnahrung. Gelegegröße ca. 20 bis 100 Eier. Inkubationszeit bei ca. 27 °C etwa 30 Stunden; Jungfische nach ca. 7 bis 9 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Essigälchen und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

Karnivor (Mikroprädator). Im natürlichen Habitat überwiegend Kleinstorganismen vom Substrat. Im Aquarium: feines Lebend- und Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven) als Hauptfutter; hochwertiges Granulat oder Flocken als Ergänzung. Mehrmals wöchentlich Lebend- oder Frostfutter, insbesondere zur Konditionierung vor der Zucht. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 4 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Apistogramma diplotaenia ist in Südamerika beheimatet, speziell im Einzugsgebiet des Rio Negro in Brasilien und Teilen Venezuelas. Die Art ist an typisch schwarzwasserführende Habitate angepasst: sehr weiches, saures Wasser mit einem hohen Anteil an organischen Stoffen (Tannin). Der Bodengrund besteht überwiegend aus feinem Sand, bedeckt von einer dicken Schicht aus Falllaub und Totholz. Die Strömung ist in der Regel langsam. In der Natur lebt die Art in größeren Brutkolonien überwiegend über nackten Sandböden. Die Regenzeit spielt eine entscheidende Rolle im Lebenszyklus und stimuliert das Laichverhalten.

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