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Apistogramma mendezi

Deutscher Name: Schwanzstreifen-Apistogramma

Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Brasilien
Farben:
braun, gelb, grΓΌn, kupfer
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Apistogramma mendezi
Gattung: Apistogramma
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Apistogramma mendezi ist ein Zwergbuntbarsch mit deutlich ausgeprÀgtem Sexualdimorphismus, der bis 8 cm (MÀnnchen) erreicht. MÀnnchen zeigen stark verlÀngerte Rücken- und Afterflossen sowie eine leierfârmige Schwanzflosse, deren unterer Teil breite LÀngsstreifen und der obere Teil Fleckenmuster trÀgt. Die FÀrbung der MÀnnchen ist polychromatisch; am selben Fundort kommen unterschiedliche Farbmorphen vor, mit blauen, roten und gelben Anteilen an den Flossen, roter Gesichtszeichnung und einem breiten dunklen LÀngsband. Weibchen sind kleiner und schlichter, meist gelblich-braun; in Brutstimmung intensivieren sie ihre FÀrbung zu leuchtendem Gelb mit kontrastreicher schwarzer Zeichnung. Im Aquarium zeigt Apistogramma mendezi ausgeprÀgtes bodennahes Versteckverhalten. Die Tiere halten sich vorwiegend im Laub- und Wurzelbereich auf. MÀnnchen kânnen gegenüber Weibchen außerhalb der Brutzeit deutlich aggressiv werden; das Becken muss daher ausreichend groß sein und zahlreiche Sichtbarrieren bieten.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
VertrΓ€glichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • HΓΆhlenbrΓΌter / Substratlaicher mit intensiver weiblicher Brutpflege
  • MΓ€nnchen kΓΆnnen Weibchen aggressiv bedrΓ€ngen; ausreichend Verstecke unbedingt notwendig
  • Hoher Polychromatismus: verschiedene Farbmorphen am selben Fundort
  • Enge Bindung an Schwarzwasser-Biotope mit dichter Laubschicht
  • Saisonale Reaktionen auf Niederschlagszyklen (Regenzeit-Trigger)
  • Keine Vergesellschaftung mit anderen Apistogramma-Arten
  • Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
  • Zucht anspruchsvoll; extrem weiches Wasser benΓΆtigt (GH nahe 0)

Vergesellschaftungshinweise

Apistogramma mendezi ist ein Haremhalter; empfohlen wird 1 MÀnnchen mit 2 bis 3 Weibchen. Artfremde friedliche Kleinfische werden toleriert. Innerartlich zeigen die Tiere Revierverhalten; zur Brutzeit steigert sich der Territorialtrieb stark. Weibchen verteidigen die Bruthâhle energisch. MÀnnchen kânnen Weibchen außerhalb der Brutphase nachstellen; ausreichend Verstecke und Ausweichmâglichkeiten sind unbedingt notwendig. Geeignete Beifische sind Nannostomus-Arten und Panzerwelse. Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungünstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne Rücksicht auf Reviergrenzen und stâren das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hÀlt. Keine anderen Apistogramma-Arten im selben Becken halten. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet; Schnecken werden toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

MΓ€nnchen erreichen bis zu 8 cm und zeigen stark verlΓ€ngerte RΓΌcken- und Afterflossen sowie die charakteristisch gemusterte Schwanzflosse (LΓ€ngsstreifen unten, Flecken oben). Die FΓ€rbung ist intensiv und variabel. Weibchen bleiben bei ca. 5 cm, haben abgerundete Flossen und eine schlichtere gelblich-braune GrundfΓ€rbung. In Brutstimmung verfΓ€rben sich Weibchen leuchtend gelb mit schwarzer Zeichnung.
Grâße: M: ca. 8 cm, W: ca. 5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23 bis 27 °C, pH 4,0 bis 6,0, GH 1 bis 3 dGH. Mindestens 100 cm BeckenlÀnge (ca. 160 Liter) für eine Haremgruppe, da MÀnnchen Weibchen aggressiv bedrÀngen kânnen und jedes Weibchen ein eigenes Revier benâtigt. Für ein einzelnes Paar mindestens 80 cm (ca. 160 Liter). Feiner Sand als Substrat. Dicke Laubschicht (SeemandelbaumblÀtter, Eichen- oder Buchenlaub). Zahlreiche Hâhlen und Spalten (Tonrâhren, Kokosnussschalen, Wurzeln) sind unbedingt notwendig. Totholz und dichte Blattlager imitieren das natürliche Schwarzwasserbiotop. Strâmung still bis schwach. GedÀmpfte Beleuchtung. RegelmÀßige, maßvolle Wasserwechsel. Huminstoffe aus Laub und Torf sind erwünscht.
WasserhΓ€rte:
weich
pH-Wert
4,0-6,0
Temperatur:
23-27 Β°C
Beckengrâße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Dokumentiert, anspruchsvoll. Zuchtwasserwerte: 26 bis 28 °C, pH 4,0 bis 5,5, GH maximal 1 dGH (nahe 0 ideal). Hâhlenbrüter / Substratlaicher. Weibchen legen Eier an der Decke der Hâhle ab und übernehmen die alleinige Brutpflege über ca. 4 Wochen. Das MÀnnchen sollte in kleinen Zuchtbecken nach dem Laichen entnommen werden, da es das Weibchen bedrÀngen kann. Auslâser: Regenzeit-Simulation durch großen Frischwasserwechsel mit sehr weichem, saurem Wasser und leichter Temperatursenkung. Konditionierung mit schwarzen Mückenlarven, Artemia und EnchytrÀen. Gelegegrâße ca. 40 bis 60 Eier. Inkubation ca. 2 bis 3 Tage bei 26 bis 28 °C. Jungfische nach weiteren 5 bis 7 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Infusorien und Pantoffeltierchen, spÀter Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

ErnΓ€hrung/Futterbedarf

Karnivor. Frisst hauptsÀchlich benthische Wirbellose. Bevorzugt Lebendfutter: schwarze und weiße Mückenlarven, EnchytrÀen, Artemia. Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien. Trockenfutter wird oft nur zâgerlich angenommen. Mehrere kleine Portionen tÀglich fârdern Kondition und Farbenpracht.
ErnΓ€hrungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5 Jahre

NatΓΌrlicher Lebensraum

Apistogramma mendezi stammt aus dem unteren und mittleren Rio Negro in Brasilien. Der Typusfundort ist der Rio Salgado bei Barcelos (Dept. Amazonas, Brasilien). Das natΓΌrliche Habitat sind SchwarzwasserbΓ€che und ΓΌberschwemmte Waldbereiche mit teebrauner FΓ€rbung durch Huminstoffe, sehr weichem und saurem Wasser mit extrem geringer LeitfΓ€higkeit, feinem Sand- oder Schlammsubstrat sowie einer dichten Schicht aus Falllaub und Totholz. Saisonale VerΓ€nderungen durch Regen- und Trockenzeiten beeinflussen Wasserstand und NahrungsverfΓΌgbarkeit und dienen als AuslΓΆser fΓΌr ReproduktionsaktivitΓ€ten.

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