Apistogramma mendezi
Beschreibung
Apistogramma mendezi ist ein Zwergbuntbarsch mit deutlich ausgeprΓ€gtem Sexualdimorphismus, der bis 8 cm (MΓ€nnchen) erreicht. MΓ€nnchen zeigen stark verlΓ€ngerte RΓΌcken- und Afterflossen sowie eine leierfΓΆrmige Schwanzflosse, deren unterer Teil breite LΓ€ngsstreifen und der obere Teil Fleckenmuster trΓ€gt. Die FΓ€rbung der MΓ€nnchen ist polychromatisch; am selben Fundort kommen unterschiedliche Farbmorphen vor, mit blauen, roten und gelben Anteilen an den Flossen, roter Gesichtszeichnung und einem breiten dunklen LΓ€ngsband. Weibchen sind kleiner und schlichter, meist gelblich-braun; in Brutstimmung intensivieren sie ihre FΓ€rbung zu leuchtendem Gelb mit kontrastreicher schwarzer Zeichnung.
Im Aquarium zeigt Apistogramma mendezi ausgeprΓ€gtes bodennahes Versteckverhalten. Die Tiere halten sich vorwiegend im Laub- und Wurzelbereich auf. MΓ€nnchen kΓΆnnen gegenΓΌber Weibchen auΓerhalb der Brutzeit deutlich aggressiv werden; das Becken muss daher ausreichend groΓ sein und zahlreiche Sichtbarrieren bieten.
Besonderheiten
- HΓΆhlenbrΓΌter / Substratlaicher mit intensiver weiblicher Brutpflege
- MΓ€nnchen kΓΆnnen Weibchen aggressiv bedrΓ€ngen; ausreichend Verstecke unbedingt notwendig
- Hoher Polychromatismus: verschiedene Farbmorphen am selben Fundort
- Enge Bindung an Schwarzwasser-Biotope mit dichter Laubschicht
- Saisonale Reaktionen auf Niederschlagszyklen (Regenzeit-Trigger)
- Keine Vergesellschaftung mit anderen Apistogramma-Arten
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Zucht anspruchsvoll; extrem weiches Wasser benΓΆtigt (GH nahe 0)
Vergesellschaftungshinweise
Apistogramma mendezi ist ein Haremhalter; empfohlen wird 1 MΓ€nnchen mit 2 bis 3 Weibchen. Artfremde friedliche Kleinfische werden toleriert. Innerartlich zeigen die Tiere Revierverhalten; zur Brutzeit steigert sich der Territorialtrieb stark. Weibchen verteidigen die BruthΓΆhle energisch. MΓ€nnchen kΓΆnnen Weibchen auΓerhalb der Brutphase nachstellen; ausreichend Verstecke und AusweichmΓΆglichkeiten sind unbedingt notwendig.
Geeignete Beifische sind Nannostomus-Arten und Panzerwelse. Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungΓΌnstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne RΓΌcksicht auf Reviergrenzen und stΓΆren das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hΓ€lt. Keine anderen Apistogramma-Arten im selben Becken halten. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet; Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
MΓ€nnchen erreichen bis zu 8 cm und zeigen stark verlΓ€ngerte RΓΌcken- und Afterflossen sowie die charakteristisch gemusterte Schwanzflosse (LΓ€ngsstreifen unten, Flecken oben). Die FΓ€rbung ist intensiv und variabel. Weibchen bleiben bei ca. 5 cm, haben abgerundete Flossen und eine schlichtere gelblich-braune GrundfΓ€rbung. In Brutstimmung verfΓ€rben sich Weibchen leuchtend gelb mit schwarzer Zeichnung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23 bis 27 Β°C, pH 4,0 bis 6,0, GH 1 bis 3 dGH.
Mindestens 100 cm BeckenlΓ€nge (ca. 160 Liter) fΓΌr eine Haremgruppe, da MΓ€nnchen Weibchen aggressiv bedrΓ€ngen kΓΆnnen und jedes Weibchen ein eigenes Revier benΓΆtigt. FΓΌr ein einzelnes Paar mindestens 80 cm (ca. 160 Liter). Feiner Sand als Substrat. Dicke Laubschicht (SeemandelbaumblΓ€tter, Eichen- oder Buchenlaub). Zahlreiche HΓΆhlen und Spalten (TonrΓΆhren, Kokosnussschalen, Wurzeln) sind unbedingt notwendig. Totholz und dichte Blattlager imitieren das natΓΌrliche Schwarzwasserbiotop. StrΓΆmung still bis schwach. GedΓ€mpfte Beleuchtung.
RegelmΓ€Γige, maΓvolle Wasserwechsel. Huminstoffe aus Laub und Torf sind erwΓΌnscht.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert, anspruchsvoll. Zuchtwasserwerte: 26 bis 28 Β°C, pH 4,0 bis 5,5, GH maximal 1 dGH (nahe 0 ideal).
HΓΆhlenbrΓΌter / Substratlaicher. Weibchen legen Eier an der Decke der HΓΆhle ab und ΓΌbernehmen die alleinige Brutpflege ΓΌber ca. 4 Wochen. Das MΓ€nnchen sollte in kleinen Zuchtbecken nach dem Laichen entnommen werden, da es das Weibchen bedrΓ€ngen kann. AuslΓΆser: Regenzeit-Simulation durch groΓen Frischwasserwechsel mit sehr weichem, saurem Wasser und leichter Temperatursenkung. Konditionierung mit schwarzen MΓΌckenlarven, Artemia und EnchytrΓ€en. GelegegrΓΆΓe ca. 40 bis 60 Eier. Inkubation ca. 2 bis 3 Tage bei 26 bis 28 Β°C. Jungfische nach weiteren 5 bis 7 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Infusorien und Pantoffeltierchen, spΓ€ter Artemia-Nauplien und MikrowΓΌrmchen.
ErnΓ€hrung/Futterbedarf
Karnivor. Frisst hauptsΓ€chlich benthische Wirbellose. Bevorzugt Lebendfutter: schwarze und weiΓe MΓΌckenlarven, EnchytrΓ€en, Artemia. Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien. Trockenfutter wird oft nur zΓΆgerlich angenommen. Mehrere kleine Portionen tΓ€glich fΓΆrdern Kondition und Farbenpracht.
NatΓΌrlicher Lebensraum
Apistogramma mendezi stammt aus dem unteren und mittleren Rio Negro in Brasilien. Der Typusfundort ist der Rio Salgado bei Barcelos (Dept. Amazonas, Brasilien). Das natΓΌrliche Habitat sind SchwarzwasserbΓ€che und ΓΌberschwemmte Waldbereiche mit teebrauner FΓ€rbung durch Huminstoffe, sehr weichem und saurem Wasser mit extrem geringer LeitfΓ€higkeit, feinem Sand- oder Schlammsubstrat sowie einer dichten Schicht aus Falllaub und Totholz. Saisonale VerΓ€nderungen durch Regen- und Trockenzeiten beeinflussen Wasserstand und NahrungsverfΓΌgbarkeit und dienen als AuslΓΆser fΓΌr ReproduktionsaktivitΓ€ten.