Apistogramma miua
Beschreibung
Apistogramma miua wird bis zu 8 cm groß und ist ein typischer Zwergbuntbarsch aus dem Rio-Negro-System mit charakteristischer Zeichnung. Männchen zeigen einen bräunlich-beigen Grundkörper mit orangefarbenem Gesicht und Wangen sowie zwei parallel verlaufenden dunklen Längsbändern an der Körperflanke. Die Rückenflosse ist blaugrau mit einer burgunderroten Randzone, die Schwanzflosse gerundet mit 5-6 breiten, burgunderroten Halbbändern auf hellem Grund.
Die Bauchflossen sind mäßig verlängert mit kurzen fadenartigen Spitzen. Weibchen sind schlichter und werden zur Brutzeit leuchtend gelb mit schwarzen Markierungen. Die Art ist eng verwandt mit A. mendezi und gehört zur bitaeniata-Gruppe.
Besonderheiten
- Orangefarbenes Gesicht und Wangen bei Männchen
- Burgunderrote Halbbänder auf der Schwanzflosse
- Zwei parallele dunkle Längsbänder an der Flanke
- Schwarzwasser-Art aus dem Rio-Negro-System
- Höhlenbrüter mit Brutpflege durch das Weibchen
- Eng verwandt mit A. mendezi (bitaeniata-Gruppe)
- Zwerggarnelen sind als Beifische nicht geeignet
Vergesellschaftungshinweise
Apistogramma miua wird im Harem gehalten (1 Männchen zu 2-3 Weibchen) und zeigt ein zurückhaltend-territoriales Verhalten. Garnelen sind gefährdet.
Die Art lässt sich mit ruhigen, bodennah lebenden Beifischen vergesellschaften, sofern viele Verstecke vorhanden sind. Geeignete Beifische sollten friedlich und schwarmbildend sein und nicht in Laichhöhlen eindringen. Garnelen wie Neocaridina und Caridina werden häufig als Beute angesehen. Größere Schnecken werden meist toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind deutlich farbenprächtiger und größer als Weibchen; Männchen erreichen etwa 7-8 cm, Weibchen etwa 4-5 cm. Männchen besitzen mäßig verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen, während Weibchen gedrungener sind und in der Brutzeit eine intensive gelbe Färbung zeigen.
Haltungstipps / Pflege
Apistogramma miua wird am besten in strukturierten Becken mit feinem Sandsubstrat und vielen Höhlen gehalten. Die Wasserwerte sollten bei 24-28 °C, pH 5,0-7,0 und GH 0-5 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 80 cm Kantenlänge und 112 Liter.
Die Art bevorzugt stabile Wasserwerte und reagiert empfindlich auf abrupte Schwankungen. Falllaub, Wurzeln, Tonröhren oder halbierte Kokosnussschalen bieten Verstecke und Laichplätze. Milde bis moderate Strömung und gute Filterung sind ausreichend. Dichtere Bepflanzung an Rück- und Seitenscheiben sowie Schwimmpflanzen erhöhen das Sicherheitsgefühl. Als echter Schwarzwasserbewohner bevorzugt die Art weiches, leicht saures Wasser mit Huminstoffen (Torf, Erlenzapfen, Falllaub).
Apistogramma miua ist ein anspruchsvoller Zwergbuntbarsch für Aquarianer mit Erfahrung in der Schwarzwasserhaltung. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 3-5 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter
Zuchtschwierigkeit: Anspruchsvoll
Die Zucht erfolgt paarweise in Höhlen mit intensiver Brutpflege vor allem durch das Weibchen.
Zuchtwasser: pH 4,5-5,5, GH bis 2 °dGH, 24-26 °C. Als Auslöser dient reichliche Fütterung mit hochwertigem Lebendfutter, gefolgt von großzügigem Wasserwechsel mit weicherem, leicht kühlerem Osmosewasser und Zugabe von Huminstoffen (Torf, Erlenzapfen) zur Absenkung des pH unter 5,5.
Ernährung/Futterbedarf
Apistogramma miua ist überwiegend karnivor und frisst in der Natur kleine Wirbellose und Insektenlarven. Im Aquarium sollten Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Mückenlarven, Cyclops und Daphnien den Hauptanteil der Ernährung bilden. Hochwertiges Granulat oder Flockenfutter kann ergänzend angeboten werden, wird aber oft weniger bevorzugt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma miua bewohnt flache, ruhige Zuflüsse und Igarapés des Rio-Negro-Systems mit geringer Strömung, feinem Sandsubstrat, Totholz, Wurzeln und viel Falllaub. Die Gewässer sind Schwarzwasser: stark huminreich, teefarben durch Zerfall organischen Materials, sehr weich und deutlich sauer.