Apistogramma paucisquamis

Deutscher Name: Glanzbinden-Zwergbuntbarsch

Bild: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien
Farben:
braun, grΓΌn, kupfer, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Apistogramma paucisquamis
Gattung: Apistogramma
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Apistogramma paucisquamis ist ein sehr kleiner, schlanker Zwergbuntbarsch aus dem mittleren und unteren Rio Negro in Brasilien. In der Natur betrÀgt die dokumentierte Maximalgrâße 3,4 cm SL; im Aquarium erreichen MÀnnchen 5 bis 6 cm, Weibchen ca. 4 cm. Die Farbpracht variiert stark innerhalb der Art und reicht über Kombinationen aus Orange, Rot, Blau, Schwarz, Braun und Grau. MÀnnchen zeigen krÀftige FlossenfÀrbungen mit blauen und roten Nuancen und eine charakteristisch gegabelte, vertikal gestreifte Schwanzflosse. MÀnnchen zeigen ausgeprÀgte Polychromie. Im Aquarium hÀlt sich die Art bodennah auf und nutzt Laubschichten, Hâhlen und Wurzelstrukturen als Rückzugsorte. Apistogramma paucisquamis bewohnt in der Natur extrem flache Habitate von nur 10 bis 40 cm Wassertiefe. Die Art gilt als eine der anspruchsvolleren Apistogramma-Arten und wird selten importiert, meist nur als Beifang in anderen Sendungen.
Sozialverhalten: EinzelgΓ€nger
Temperament: friedlich
VertrΓ€glichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • HΓΆhlenbrΓΌter: Weibchen klebt Eier an die HΓΆhlendecke
  • Paarhaltung bevorzugt; Haremshaltung nur in großen, gut strukturierten Becken
  • Bewohner extrem flacher Habitate (10 bis 40 cm Wassertiefe in der Natur)
  • Polychromatisch: verschiedene Farbmorphen innerhalb der Art
  • Selten importiert; meist nur als Beifang erhΓ€ltlich
  • Scheu und zurΓΌckgezogen außerhalb der Brutzeit
  • Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
  • Zucht sehr schwierig; erfolgreiche Nachzuchten selten dokumentiert

Vergesellschaftungshinweise

Apistogramma paucisquamis wird primÀr als Paartier gepflegt; die Haltung als PÀrchen (1M/1W) ist die empfohlene Standardhaltung. Haremshaltung (1M/2W) ist mâglich, erfordert aber ein ausreichend großes Becken mit klar abgegrenzten Unterrevieren. Innerartliche Toleranz ist begrenzt; mehrere MÀnnchen zusammen führen zu Konflikten. Das Temperament ist insgesamt scheu und zurückhaltend, mit deutlicher TerritorialitÀt in der Fortpflanzungszeit. Geeignete Beifische sind kleine Salmler der gleichen Bioregion, Corydoras-Arten und andere kleine, nicht-aggressive Zwergbuntbarsche. Natürlicher Mitbewohner: Dicrossus filamentosa. Junggarnelen sind gefÀhrdet; adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

MÀnnchen werden grâßer (5 bis 6 cm im Aquarium, 3,4 cm SL in der Natur), zeigen intensivere Farben mit ausgeprÀgtem Flossenansatz und eine charakteristisch gegabelte, vertikal gestreifte Schwanzflosse. Weibchen bleiben kleiner (ca. 4 cm), besitzen rundere Kârperproportionen und zeigen zur Brutzeit eine gelbliche Tânung mit schwarzen Markierungen.
Grâße: M: 5-6 cm (Aquarium), 3,4 cm SL (Natur); W: ca. 4 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22 bis 28 °C, pH 5,5 bis 6,5, GH 1 bis 5 dGH. Mindestens 100 cm BeckenlÀnge (ca. 160 Liter). Kleinere Becken erschweren die Revieraufteilung. Die BodenflÀche ist wichtiger als die Hâhe, da die Tiere stark bodenorientiert leben. Feiner Sand als Substrat ist essenziell, kombiniert mit einer dichten Laubschicht. Viele Hâhlen (Tonrâhren, Kokosnussschalen, Wurzeln), flache Verstecke und überhÀngende Strukturen. Strâmung sehr schwach halten. Huminstoffe (Erlenzapfen, SeemandelbaumblÀtter, Torf) empfohlen. Sanfte Filterung (Schwammfilter oder fein eingestellter Außenfilter). Die Art reagiert empfindlich auf abrupte ParameterÀnderungen. RegelmÀßige, moderate Wasserwechsel (20 bis 30 % monatlich).
WasserhΓ€rte:
weich
pH-Wert
5,5-6,5
Temperatur:
22-28 Β°C
Beckengrâße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Sehr schwierig. Zuchtwasserwerte: 24 bis 29 °C, pH 4,5 bis 6,0, GH maximal 5 dGH (ideal unter 5 dGH). Hâhlenbrüter. Das Weibchen klebt haftende Eier an die Hâhlendecke und übernimmt die primÀre Brutpflege. Das MÀnnchen verteidigt das grâßere Revier. Konditionierung mit Artemia-Nauplien, Cyclops und Wasserflâhen. Auslâser: Regenzeit-Simulation durch große Wasserwechsel mit sehr weichem, saurem Wasser und verstÀrkte Fütterung mit Lebendfutter. Inkubation ca. 2 bis 3 Tage; Jungfische nach weiteren 5 bis 6 Tagen freischwimmend. Gelege umfasst typischerweise einige Dutzend Eier. Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

ErnΓ€hrung/Futterbedarf

Karnivor. Bevorzugt kleine Lebend- und Frostfuttergaben: Artemia-Nauplien, Cyclops, WasserflΓΆhe und andere Kleinkrebstiere. Hochwertiges Trockenfutter in kleinen Mengen als ErgΓ€nzung. Abwechslungsreiche FΓΌtterung erhΓΆht die Kondition und unterstΓΌtzt die Laichbereitschaft. FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
ErnΓ€hrungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3 Jahre

NatΓΌrlicher Lebensraum

Apistogramma paucisquamis stammt aus dem Amazonasbecken, speziell aus dem mittleren und unteren Rio Negro in Brasilien (vom Daraa River bis zum Anavilhanas-Archipel). Die Art bewohnt extrem flache Habitate von nur 10 bis 40 cm Wassertiefe am Rand von SchwarzwasserbΓ€chen. Der Boden besteht aus feinem Sand, bedeckt von einer Mulmschicht aus Laub und Waldstreu. Die StrΓΆmung ist sehr langsam; das Wasser ist durch Huminstoffe dunkel gefΓ€rbt, sehr weich und sauer.

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