Apistogramma rupununi
Beschreibung
Apistogramma rupununi ist ein kleiner südamerikanischer Zwergbuntbarsch, der bis ca. 5 cm TL erreicht. Männchen zeigen türkis glänzende Schuppenpartien und verlängerte Flossenstrahlen mit einem kontrastreich-metallisch durchsetzten Schuppenmuster. Weibchen bleiben etwas kleiner und nehmen in der Brutzeit eine intensive Gelbfärbung an. Namensgebend sind zwei dunkle Flecken auf den Flanken (daher auch Two-spot Apistogramma), die je nach Individuum und Stimmung unterschiedlich deutlich ausgeprägt sind.
Im Aquarium zeigt Apistogramma rupununi ein zurückhaltendes bis territoriales Verhalten in Bodennähe. Die Art bevorzugt enge Reviere mit vielen Versteckmöglichkeiten und nutzt Spalten, Höhlen und unter Wurzeln gelegene Laubansammlungen als Brut- und Rückzugsorte.
Besonderheiten
- Substratlaicher / Höhlenbrüter mit intensiver weiblicher Brutpflege
- Haremshaltung: 1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen empfohlen
- Saisonaler Laichtrigger: Regenzeit-Simulation fördert Laichbereitschaft
- Laub- und Totholz-Biotope sind essenziell für Wohlbefinden und Zucht
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken sicher
- Englischer Name: Two-spot Apistogramma
Vergesellschaftungshinweise
Apistogramma rupununi ist ein Haremhalter; empfohlen wird 1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen. Weibchen besetzen kleinere Unterreviere im Revier des Männchens. Gegenüber artfremden Fischen überwiegend friedlich, innerartlich deutlich territorial. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität signifikant an; Weibchen verteidigen die Bruthöhle und die Jungen energisch.
Geeignete Beifische sind kleine südamerikanische Salmler, Panzerwelse und andere ruhige Arten der gleichen Bioregion. Junggarnelen werden als Beute betrachtet; adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer (bis ca. 4,5 cm SL / 5 cm TL), sind farbiger und besitzen verlängerte, ausladendere Flossen mit türkisem Metallglanz. Weibchen bleiben kleiner und nehmen zur Brutzeit eine intensive Gelbfärbung an.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 30 °C, pH 6,0 bis 7,0, GH 1 bis 6 dGH.
Mindestens 80 cm Beckenlänge (ca. 100 Liter) für eine Haremhaltung. Feiner Sand als Substrat (Durchkau- und Suchverhalten). Reichlich Totholz, Wurzeln, Laubmulm und Höhlen (Kokosnussschalen, Tonröhren). Langsam fließende Strömung; starke Strömung vermeiden. Robuste, schattenliebende Pflanzen und Schwimmpflanzen zum Dämpfen des Lichts.
Die Art ist empfindlich gegenüber abrupten Parameteränderungen. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert, mittlere bis anspruchsvolle Schwierigkeit. Zuchtwasserwerte: 26 bis 28 °C, pH 5,0 bis 6,5, GH maximal 5 dGH. Separates Zuchtbecken empfohlen.
Substratlaicher / Höhlenbrüter. Eier werden in geschützten Höhlen oder abgedeckten Spalten abgelegt; das Weibchen übernimmt die Hauptverantwortung bei Brutpflege und Führung der Jungfische. Auslöser: Regenzeit-Simulation durch großzügigen Wasserwechsel mit weichem, leicht kühlerem Wasser. Konditionierung mit Artemia, Mückenlarven und Cyclops. Gelegegröße ca. 200 Eier. Inkubation ca. 48 bis 72 Stunden bei ca. 26 °C. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und feines Staubfutter.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor. Bevorzugt Lebendfutter wie Artemia, Cyclops und Mückenlarven. Gefrorene Varianten als Routinefütterung. Trockenfutter (feine Granulate, sinkende Tabletten) wird nach Gewöhnung akzeptiert. Abwechslungsreiche, proteinreiche Ernährung fördert Kondition und Laichbereitschaft.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma rupununi stammt aus dem Rio Branco im Amazonas-Becken in Brasilien und dem Rio Rupununi in Guyana. Die Art bewohnt flache Uferzonen von Fließgewässern und überfluteten Wäldern, wo reichlich Totholz, Wurzeln und eine dicke Schicht aus Falllaub den Boden bedecken. Die Strömung ist langsam und das Wasser tanninreich gefärbt. Feiner Sandboden wird aktiv durchsiebt. Überschwemmte Waldgebiete während der Regenzeit erweitern die verfügbaren Lebensräume.