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Zierfische, Familie Cichlidae

Segel-Zwergbuntbarsch Apistogramma velifera

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Apistogramma velifera ist ein markanter Zwergbuntbarsch aus dem Orinoco-Einzugsgebiet, der bis 7 cm TL (Männchen) erreicht. Der Artname (lateinisch: Segelträger) verweist auf die stark verlängerte, segelartige erste Rückenflosse der Männchen, die der Art ein charakteristisches Profil verleiht. Die Grundfärbung der Männchen ist gelblich mit mehreren dunklen Längsstreifen auf den Flanken.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Harem
  • Territorial
  • bis 7 cmEndgröße

  • 3-5 JahreLebenserwartung

  • 23-29 °CTemperatur

  • 4,5-5,5pH-Wert

  • 1-2 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Weibchen bleiben mit ca. 4 cm TL deutlich kleiner und zeigen eine zurückhaltendere Zeichnung, die sich zur Brutzeit in ein intensives Gelb verwandelt. Im Aquarium zeigt Apistogramma velifera ein zurückhaltendes, bodenorientiertes Schwimmverhalten. Die Tiere halten sich bevorzugt in der Nähe von Höhlen, Wurzeln und dichten Laubzonen auf. Die Art ist ein anspruchsvoller Schwarzwasser-Spezialist, der zwingend weiches und stark saures Wasser benötigt. Saisonale Anpassungen des Verhaltens spiegeln die natürlichen Schwankungen im Lebensraum wider.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23 bis 29 °C, pH 4,5 bis 5,5, GH 1 bis 2 dGH. Mindestens 80 cm Beckenlänge (ca. 112 Liter) für eine Haremgruppe (1M + 2 bis 3W). Feiner Sand als Substrat. Reichlich Verstecke: Höhlenröhren, Tonröhren, Wurzeln und Bereiche mit dichtem Laub. Seemandelbaumblätter, Buchenlaub, Totholz und Wurzeln ahmen das natürliche Schwarzwasserhabitat nach und fördern Huminstoffe. Gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen oder Laub schafft Rückzugszonen. Strömung ruhig bis langsam fließend; starke Strömung vermeiden. Regelmäßige, behutsame Wasserwechsel mit gleichwertig aufbereitetem Wasser (Osmosewasser oder enthärtetes Wasser) sind Pflicht. Die Art reagiert empfindlich auf plötzliche Qualitäts- und pH-Änderungen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Apistogramma velifera lebt in einer Haremsstruktur; empfohlen wird 1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen. Männchen sind untereinander sehr aggressiv und können sich ernsthaft schädigen; daher nur ein Männchen pro Becken halten. Gegenüber friedlichen, nicht-territorialen Beifischen ist die Art im Normalzustand zurückhaltend. Während der Brutzeit werden Weibchen besonders aggressiv und territorial; sie verteidigen die Bruthöhle vehement gegen alle Eindringlinge. Geeignete Beifische sind ruhige südamerikanische Salmler und Panzerwelse, die weiches, stark saures Wasser tolerieren. Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungünstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne Rücksicht auf Reviergrenzen und stören das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hält. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet; Schnecken werden toleriert.

Ernährung

Karnivor. Bevorzugt Lebend- und Frostfutter: Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien. Hochwertiges Granulat wird nach Eingewöhnung akzeptiert, sollte aber durch Lebend- oder Frostfutter ergänzt werden. Für Konditionierung und Zucht ist proteinreiche Nahrung unverzichtbar.

Zucht

Dokumentiert, schwierig bis sehr schwierig. Zuchtwasserwerte: 27 bis 29 °C, pH 4,0 bis 5,5, GH maximal 2 dGH. Höhlenbrüter. Weibchen legen ca. 50 Eier in geschützten Höhlen ab und bewachen die Brut vehement. Auslöser: Kombination aus extremen Schwarzwasserwerten (pH auf 4,0 bis 4,5 absenken, Härte unter 2 dGH) und Frischwasser-Impuls mit kühlerem, weichem Wasser. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter (Artemia, schwarze Mückenlarven). Inkubation ca. 3 Tage bis zum Schlupf, weitere ca. 5 Tage bis zum Freischwimmen bei 28 °C. Erstfutter: Infusorien, später Artemia-Nauplien. Ein harmonierendes Paar oder funktionierender Harem ist unbedingt notwendig, da Weibchen sehr wählerisch sind. Geschlechtsreife mit ca. 6 Monaten.

Zuchtwasser: 27 bis 29 °C, pH 4 bis 5,5, bis 2 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Apistogramma velifera stammt aus dem Orinoco-Einzugsgebiet in Venezuela sowie dem Rio-Meta-System an der Grenze Venezuela/Kolumbien. Die Art lebt in Uferbereichen von Schwarzwasserflüssen, die durch extrem weiches, saures Wasser charakterisiert sind. Huminstoffe aus Laubabbau färben das Wasser dunkel und senken den pH stark. Das Habitat umfasst ruhig bis langsam fließende Bereiche mit dichtem Totholz, umgestürzten Wurzeln und einem dichten Belag aus Falllaub auf sandigem Bodengrund.

Geschlechtsunterschiede

Männchen erreichen bis zu 7 cm TL und tragen eine extrem verlängerte, segelartige Rückenflosse sowie mehrere Längsstreifen auf den Flanken. Weibchen bleiben mit ca. 4 cm TL wesentlich kleiner und besitzen kürzere, kompaktere Flossen. Während der Brutzeit entwickeln die Weibchen eine intensiv gelbe Färbung, die sie deutlich von ihrer normalerweise zurückhaltenden Grundfärbung abhebt.

Gut zu wissen

  • Höhlenbrüter mit intensiver weiblicher Brutpflege
  • Stark verlängerte, segelartige Rückenflosse beim Männchen (namensgebend)
  • Extremer Schwarzwasser-Spezialist: pH 4,5 bis 5,5, GH 1 bis 2 dGH
  • Haremshaltung empfohlen (1M/2 bis 3W)
  • Sehr wählerisch bei der Paarbildung; harmonierendes Paar bzw. Gruppe erforderlich
  • Saisonale Verhaltensänderungen (Regen-/Trockenzeit)
  • Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
  • IUCN-Status: Vulnerable (gefährdet)

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Segel-Zwergbuntbarsch?

Temperatur 23 bis 29 °C, pH 4,5 bis 5,5 und GH 1 bis 2 dGH. Die Art ist ein extremer Schwarzwasser-Spezialist und benötigt zwingend weiches, stark saures Wasser.

Wie groß wird der Segel-Zwergbuntbarsch?

Männchen erreichen bis zu 7 cm TL, Weibchen ca. 4 cm TL. Das markanteste Merkmal ist die stark verlängerte, segelartige Rückenflosse der Männchen.

Kann man den Segel-Zwergbuntbarsch vergesellschaften?

Ja, mit ruhigen südamerikanischen Salmlern und Panzerwelsen, die weiches, stark saures Wasser tolerieren. Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet; Schnecken werden toleriert.

Kann man den Segel-Zwergbuntbarsch züchten?

Die Zucht ist schwierig bis sehr schwierig und erfordert präzise Schwarzwasserbedingungen. Zuchttemperatur 27 bis 29 °C, pH 4,0 bis 5,5, GH maximal 2 dGH. Gelegegröße ca. 50 Eier.

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

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  • Schwierigkeit: Einfach

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  • Schwierigkeit: Einfach

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  • Aquarium: ab 112 l
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  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Paarweise halten, friedlich

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