Austrolebias nigripinnis
Beschreibung
Austrolebias nigripinnis ist ein kleiner, markant gezeichneter Annual-Killifisch aus den temporaeren Tieflandtuempeln des La-Plata-Beckens (Argentinien, Uruguay). Maennchen praesentieren sich mit dunkelblaugrauer bis nahezu schwarzer Grundfaerbung, die von leuchtend blauen Punkten durchzogen ist. Weibchen sind deutlich unauffaelliger: braeunlich-grau mit unregelmaessigen dunklen Flecken oder Streifen. Der Koerperbau ist kompakt und seitlich leicht abgeflacht, die Flossen beider Geschlechter abgerundet. Maennchen erreichen bis zu 7 cm TL, Weibchen bleiben mit ca. 4 bis 5 cm deutlich kleiner.
Als echter Annual-Killifisch lebt die Art in der Natur nur eine einzige Saison. Eier ueberdauern die Trockenperiode im Substrat (Diapause), adulte Tiere sterben mit dem Austrocknen des Gewaessers. Im Aquarium kann die Lebensspanne unter optimalen Bedingungen bis knapp 2 Jahre betragen, typisch sind jedoch 1 Jahr oder weniger. Im Aquarium haelt sich die Art vorwiegend im unteren Wasserbereich auf und zeigt ein ruhig-scheues Verhalten.
Besonderheiten
- Annual-Killifisch: Eier ueberdauern Trockenperioden obligatorisch im Substrat (Diapause, 2 bis 4 Monate)
- Substratlaicher: Gemeinsames Eintauchen in lockeres Torf- oder Kokossubstrat
- Bodenbewohner: Haelt sich vorwiegend im unteren Wasserbereich auf
- Sprungrisiko HOCH: Spaltfreier Deckel notwendig
- Karnivor: Lebendfutter ist Pflicht, Trockenfutter wird haeufig verweigert
- Sehr kurze Lebensspanne: Typisch ca. 1 Jahr, selten bis 2 Jahre
- Kuehle Haltung: Temperaturen ueber 25 Grad Celsius verkuerzen die Lebensspanne erheblich
Vergesellschaftungshinweise
Austrolebias nigripinnis wird in kleinen Gruppen gehalten; empfohlen wird ein Verhaeltnis von 1 Maennchen zu mindestens 2 Weibchen. Maennchen sind untereinander territorial und koennen sich besonders in der Laichzeit intensiv bedraengen; mehrere Maennchen gemeinsam erfordern ausreichend Sichtbarrieren. Das Gesamttemperament ist ruhig-scheu.
Artenbecken oder Vergesellschaftung mit sehr ruhigen, aehnlich grossen suedamerikanischen Kleinfischen mit vergleichbaren Wasserwertanspruechen. Raeuberische oder deutlich groessere Arten sind ungeeignet. Junggarnelen werden als Beute betrachtet; adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Maennchen zeigen eine dunkelblaugraue bis nahezu schwarze Grundfaerbung mit leuchtend blauen Punkten und erreichen bis ca. 7 cm TL. Weibchen sind braeunlich-grau mit dunklen Flecken oder Streifen, deutlich kleiner (ca. 4 bis 5 cm TL) und unauffaellig gefaerbt. Beide Geschlechter haben abgerundete Flossen; Maennchen zeigen waehrend der Balz intensivere Faerbung.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 15 bis 22 Grad Celsius, pH 6,0 bis 7,0, GH 1 bis 12 dGH.
Mindestens 80 cm Beckenlaenge (ca. 112 Liter). Feines, dunkles Substrat. Fuer die Zucht ein separates Laichgefaess mit lockerem Torf oder Kokosfaser (5 bis 10 cm tief). Dichte Pflanzenzonen und Schwimmpflanzen als Deckung reduzieren Stress und Aggression. Stroemung gering; die Art bevorzugt ruhiges Wasser. Spaltfreier Deckel ist notwendig.
Regelmaessige Wasserwechsel mit weichem, leicht saurem Wasser foerdern Gesundheit und Laichbereitschaft.
Zucht und Fortpflanzung
Gut dokumentiert, mittlere Schwierigkeit (erfordert spezifisches Vorgehen). Substratlaicher (Annual-Killifisch).
Maennchen und Weibchen tauchen gemeinsam in lockeres Torf- oder Kokossubstrat ein, wo die Eier abgelegt werden. Nach der Laichphase das Substrat absammeln, leicht anfeuchten und in einem dicht verschlossenen Behaelter bei ca. 20 bis 22 Grad Celsius fuer 2 bis 4 Monate lagern (Trockeninkubation / Diapause). Nach der Diapause das Substrat mit weichem, leicht saurem Wasser (ca. 20 Grad Celsius) befeuchten. Jungfische schluepfen innerhalb von Stunden bis Tagen und wachsen sehr schnell; Geschlechtsreife nach 6 bis 8 Wochen.
Zuchtwasserwerte: 15 bis 22 Grad Celsius, pH 6,0 bis 7,0, GH 1 bis 6 dGH.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor. Lebendfutter ist Pflicht: Artemia-Nauplien, Daphnia, Mueckenlarven, Blutwuermer, Tubifex. Gefrorene Varianten als Alternative. Trockenfutter wird von vielen Exemplaren nicht oder nur eingeschraenkt akzeptiert und ist keinesfalls als alleinige Nahrungsquelle geeignet. Pflanzliche Zusaetze sind fuer diese Art nicht artgerecht. Mehrmals taeglich in kleinen Portionen fuettern.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Austrolebias nigripinnis stammt aus den temporaeren Tieflandtuempeln des La-Plata-Beckens in Argentinien und Uruguay. Die Art bewohnt flache, saisonal trocknende Gewaesser: In der Regenzeit fuellenl sich flache Senken und Graeben mit Wasser, die sich in Trockenzeiten vollstaendig zurueckbilden. Diese Gewaesser sind meist flach, mit dichter Vegetation, Laubfall und organischem, torfigem Substrat. Weiches, oft leicht saures Wasser ist typisch. Die Eier ueberdauern Trockenperioden im Substrat und schluepfen in der naechsten Regenzeit.