Bagrichthys macracanthus
Beschreibung
Bagrichthys macracanthus ist ein bodenorientierter Vertreter der Familie Bagridae aus Südostasien. Der Körperbau ist schlank bis mäßig hochrückig mit charakteristisch ausgeprägten Barteln. Die Rückenflosse trägt einen hohen, gesägten Stachel, der länger als die Körperhöhe ist; die Fettflosse ist sehr groß. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz mit einem hellen Seitenstreifen. Die Art erreicht ca. 23 cm SL. Bagrichthys macracanthus ist nachtaktiv und stark bodengebunden. Im Aquarium zeigen die Fische ein ruhiges, zurückgezogenes Verhalten und durchwühlen mit den Barteln feines Substrat auf der Suche nach Nahrung. Die Tiere kommen häufiger ins Freie, wenn ruhige Schwarmfische als Ditherfische im Becken gehalten werden.
Besonderheiten
- Nachtaktiv und scheuer Bodenbewohner mit starker Substratbindung
- Hoher, gesägter Rückenflossenstrahl: Vorsicht beim Handling (Stachelverletzungen)
- Männchen mit äußerlich sichtbarer, spitzer Genitalpapille; längere Barteln als Weibchen
- Kleine Maulöffnung: Nimmt nur sehr kleine Beutestücke auf
- Sprungrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Heizstab-Schutzgitter empfehlenswert (Tiere ruhen am Boden)
- Zucht im Aquarium nicht dokumentiert
- Kupferempfindlich: Schuppenlose Welse nehmen Kupfer besonders rasch über die Haut auf – kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Vergesellschaftungshinweise
Gegenüber Fischarten anderer Beckenbereiche friedlich. Gegenüber Bodenbewohnern und Artgenossen territorial. Männchen tolerieren andere Männchen nicht. Empfohlen wird die Haltung eines einzelnen Männchens mit drei oder mehr Weibchen (Harem-Struktur). Geeignete Beifische: größere Rasboras, mittelgroße Barben, Glaswels Kryptopterus minor. Ditherfische fördern die Aktivität. Junggarnelen sind gefährdet; Schnecken werden toleriert. Andere Bodenbewohner nur in ausreichend großen Becken mit vielen Verstecken.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine nach vorne spitz zulaufende, äußerlich sichtbare Genitalpapille direkt vor der Afterflosse sowie längere Barteln. Weibchen sind bei Geschlechtsreife etwas bauchiger und körperlich voluminöser.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24 bis 28 Grad Celsius, pH 5,5 bis 7,0, GH 1 bis 15 dGH. Mindestens 150 cm Beckenlänge (ca. 450 Liter). Feinsandiger Bodengrund ist Pflicht, um das natürliche Gründelverhalten zu ermöglichen und Bartelschäden zu vermeiden. Reichlich Strukturen (Wurzelholz, Tontöpfe, Röhren, flache Höhlen) sowie dicht bepflanzte Bereiche. Gedämpfte Beleuchtung. Schwache bis allenfalls moderate Strömung. Regelmäßige, maßvolle Wasserwechsel. Stabile Verhältnisse sind entscheidend; starke Schwankungen werden schlecht toleriert. Heizstab-Schutzgitter empfehlenswert.
Zucht und Fortpflanzung
Nicht in Gefangenschaft dokumentiert. In der Natur laicht die Art zu Beginn der Regenzeit in zeitweise überfluteten Uferwäldern und Auenbereichen. Weitere Details zu Laichplatz, Gelege, Elternpflege oder Larvalaufzucht sind nicht belegt.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser, fleischbetont. In der Natur kleine benthische Wirbellose, Krebstiere und organischer Detritus. Die kleine Maulöffnung begrenzt die Beutegröße auf wenige Millimeter. Im Aquarium: hochwertige Sinkpellets, Frost- und Lebendfutter in passender Partikelgröße (Artemia-Nauplien, Mysis, Tubifex, Cyclops) sowie pflanzlicher Anteil (Spirulina-Tabletten). Futter gezielt an den Boden bringen.
Natürlicher Lebensraum
Bagrichthys macracanthus stammt aus Sumatra (gesichert). Erweiterte Verbreitungsangaben für Borneo und Java sind historisch und nicht abschließend geklärt. Die Art bewohnt große, trübe Flusssysteme mit schlammigen bzw. feinsedimentären Substraten und langsamer Strömung. Während der Regenzeit wandern die Tiere in überflutete Uferzonen und Auenbereiche ein, wo sie offenbar laichen.