Baryancistrus chrysolomus (L47)
Beschreibung
Der Magnum-Harnischwels (Baryancistrus chrysolomus, L47) wird bis zu 25 cm groß und ist ein kräftig gebauter Harnischwels aus dem Rio-Xingu-System in Brasilien. Die Grundfärbung reicht von dunkelbraun bis olivgrün, wobei die Bauchseite heller ausfällt. Das markanteste Merkmal sind die breiten gelb- bis orangefarbenen Säume an Rücken- und Schwanzflosse, die bei Jungtieren besonders leuchtend ausgeprägt sind und im Alter etwas verblassen.
Im Gegensatz zum häufig verwechselten Goldnugget-Harnischwels (Baryancistrus xanthellus, L18/L81/L177) zeigt B. chrysolomus keine oder nur sehr schwach sichtbare helle Punkte auf dem Körper. Männchen entwickeln einen breiteren Kopf, längere Interopercular-Odontoden und stärker bestachelte Brustflossenstrahlen.
Besonderheiten
- Breite gelb- bis orangefarbene Flossensäume an Rücken- und Schwanzflosse
- Keine hellen Körperpunkte (Unterschied zu B. xanthellus/Goldnugget)
- Endemisch im Rio-Xingu-System, Warmwasserspezialist (27-30 °C)
- Kupfer-empfindlich, Medikamente und Dünger mit Kupfer vermeiden
- Bislang keine gesicherten Aquarien-Nachzuchten bekannt
- Kein Holzfresser, benötigt kein Holz als Nahrungsquelle
- Frisch importierte Tiere häufig abgemagert, längere Eingewöhnung nötig
Vergesellschaftungshinweise
Baryancistrus chrysolomus ist revierbildend und territorial. Empfohlen wird Einzelhaltung oder Paarhaltung in großen Becken. Kleine Garnelen können gefressen werden.
Die Vergesellschaftung gelingt am besten mit mittelgroßen bis großen Salmlerarten und anderen rheophilen Fischen der mittleren und oberen Wasserschichten. Adulte Männchen sind gegenüber Artgenossen und anderen bodenorientierten Welsen häufig aggressiv. In normalen Aquarien nur ein einzelnes Tier oder ein Paar halten. Kleine Bodenbewohner, die um dieselben Höhlen konkurrieren, vermeiden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln einen breiteren und längeren Kopf sowie längere Brustflossenstacheln. Die Interopercular-Odontoden sind bei Männchen deutlich ausgeprägter. Weibchen zeigen bei guter Kondition einen runderen Bauch. Die Unterscheidung ist bei Jungtieren schwierig.
Haltungstipps / Pflege
B. chrysolomus stammt aus den Stromschnellen des Rio Xingu und benötigt sauerstoffreiches, warmes Wasser mit kräftiger Strömung. Die Wasserwerte sollten bei 27-30 °C, pH 6,0-7,5 und GH 2-12 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 120 cm Kantenlänge und 300 Liter.
Die Filterleistung sollte mindestens das Vier- bis Fünffache des Beckenvolumens pro Stunde betragen. Zahlreiche Verstecke aus großen, flachen Steinen und Felsaufbauten sind unverzichtbar. Dunkles Substrat aus Sand oder feinem Kies, moderate Beleuchtung für Aufwuchswachstum. Regelmäßige, große Wasserwechsel (wöchentlich 30-50 %) sind aufgrund des hohen Stoffwechsels besonders wichtig.
Kupfer-empfindlich: Medikamente und Pflanzendünger mit Kupfergehalt sollten vermieden werden.
Der Magnum-Harnischwels ist ein anspruchsvoller Harnischwels für erfahrene Aquarianer. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 15-20 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Vermutlich Höhlenbrüter
Zuchtschwierigkeit: Bislang keine gesicherten Nachzuchten im Aquarium bekannt
Die verwandte Art B. xanthellus (Goldnugget) wurde bereits erfolgreich nachgezüchtet, für B. chrysolomus fehlen Zuchtberichte. Vermutlich sind große Wasserwechsel mit weichem, leicht saurem Wasser, starke Strömung und ein reichhaltiges Aufwuchsangebot förderlich. Die Art wird als Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege eingeschätzt.
Ernährung/Futterbedarf
B. chrysolomus ernährt sich hauptsächlich von Aufwuchs: Kieselalgen, fadenförmige Algen und Biofilm, ergänzt durch wirbellose Kleintiere. Im Aquarium überwiegend pflanzliche Fütterung: Spirulina-Tabs, Aufwuchstabletten, blanchierte Zucchini, Gurke und Süßkartoffel. Gelegentlich Frostfutter wie Mückenlarven oder gehackte Garnelen. Kein Holzfresser.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Die Art ist im Rio-Xingu-Becken endemisch, konkret in der Volta Grande do Rio Xingu sowie in den Zuflüssen Rio Curua und Rio Iriri im Bundesstaat Para, Brasilien. Adulte Tiere leben unter flachen Felsplatten auf dem Flussgrund in Bereichen mit feinem Sediment. Das Habitat zeichnet sich durch warmes, klares Weißwasser mit hohem Sauerstoffgehalt und kräftiger Strömung aus.