Aphyosemion erythron
Beschreibung
Aphyosemion erythron ist ein sehr kleinbleibender, bis zu 3 cm (SL) großer Killifisch aus der Familie Nothobranchiidae (Untergattung Chromaphyosemion). Männchen zeigen eine hellblaue bis blaugraue Grundfärbung mit regelmäßigen Reihen leuchtend roter Punkte entlang der Flanken und gepunkteten Flossen. Der Artname erythron leitet sich vom griechischen Wort für ‚rötlich‘ ab. Weibchen sind deutlich schlichter: bräunlich gefärbt mit zwei markanten dunklen Längsstreifen.
Im Aquarium präsentiert sich der Erythron-Prachtkärpfling als ruhiger, überwiegend in den oberen Wasserschichten aktiver Schwimmer. Er nutzt Freiräume oberhalb der Vegetation sowie schattige Bereiche unter hängender Randvegetation. Die Art ist eine der kleinsten Chromaphyosemion-Arten und eignet sich für ruhige Gesellschaftsbecken mit kleineren westafrikanischen Arten.
Besonderheiten
- Eine der kleinsten Aphyosemion-Arten (ca. 3 cm SL)
- Männchen mit roten Punktreihen und ausgezogenen Flossen
- Pflanzenlaicher (nicht Substratlaicher!): Eier werden adhäsiv an Pflanzen oder Laichmopps abgelegt
- Nicht-annuell, keine Trockenphase nötig
- Bevorzugt obere Schwimmzone
- Sprungneigung vorhanden: lückenlos schließende Abdeckung ist Pflicht
- Weiches, leicht saures Wasser mit Huminsäuren fördert das Wohlbefinden
Vergesellschaftungshinweise
Ruhiger kleiner Killifisch für ein gut strukturiertes Artenbecken oder eine sehr zurückhaltende Gesellschaft. Für Chromaphyosemion beschreibt die Fachübersicht Männchen als nicht übermäßig aggressiv, weist aber auf anhaltendes Treiben der Weibchen hin; dichte Rückzugsbereiche sind deshalb wichtig. Nahe verwandte Arten und verschiedene Fundortpopulationen nicht mischen.
Geschlechtsdimorphismus
M: hellblau bis blaugrau mit regelmäßigen roten Punktreihen, gepunkteten Flossen und ausgezogeneren Flossensäumen. W: blasser und bräunlicher mit zwei markanten dunklen Längsstreifen und runden, weitgehend transparenten Flossen. Beide Geschlechter erreichen etwa 2,9-3,0 cm SL.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 21-25 °C, pH 6,0-7,0, GH 4-8 dGH. Weiches, leicht saures Wasser ist für diese Art wichtig.
Beckengröße: ab 60 cm Kantenlänge, 54 Liter. Dichte Randbepflanzung mit überhängenden Pflanzen, Wurzeln und reichlich Falllaub. Schwimmpflanzen für Deckung und diffuses Licht. Dunkler feiner Sand als Substrat mit Laubmulm (Seemandelbaumblätter). Feinfiedrige Pflanzen, Javamoos oder Laichmopps als Laichsubstrat. Ruhige bis schwache Strömung, feine Filterung.
Der Erythron-Prachtkärpfling ist eine reizvolle Wahl für erfahrene Aquarianer, die ein naturnah eingerichtetes Becken mit weichem, leicht saurem Wasser pflegen. Eine lückenlos schließende Abdeckung ist Pflicht.
Zucht und Fortpflanzung
Aphyosemion erythron ist ein Pflanzenlaicher (Aphyosemion-Gruppe). Die Eier werden adhäsiv an feinen Pflanzen, Javamoos oder Laichmopps abgelegt. Kein saisonaler Trigger nötig; Dauerlaicher.
Zuchtwasser: Temperatur 22-24 °C, pH 6,0-6,5, GH max. 5 dGH.
Gelegegrößen: 10-30 Eier pro Woche. Inkubation: ca. 14-21 Tage bei 23-24 °C. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter (Artemia-Nauplien, schwarze Mückenlarven, Grindalwürmer). Erstfutter: Infusorien, Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Geschlechtsreife ab etwa vier Monaten. Elterntiere fressen den Nachwuchs und sollten rechtzeitig getrennt werden.
Zuchtschwierigkeit: mittel.
Ernährung/Futterbedarf
Fleischfresser (Karnivor). Hochwertiges Lebend- und Frostfutter: Artemia-Nauplien, weiße und rote Mückenlarven, Daphnien und Grindalwürmer. Hochwertiges Trockenfutter kann nach Gewöhnung akzeptiert werden, sollte aber nicht die alleinige Nahrungsquelle sein. Für die Aufzucht: Infusorien, Pantoffeltierchen und Artemia-Nauplien. Die Futtermenge am Fressverhalten ausrichten und nicht gefressene Reste rechtzeitig entfernen.
Natürlicher Lebensraum
Aphyosemion erythron stammt aus dem südwestlichen Äquatorialguinea und ist im Einzugsgebiet mehrerer kleiner Flusssysteme beheimatet (u. a. Rio Muni, Rio Ecucu, Rio Aye). Stark beschattete Gewässer mit geringer bis langsamer Strömung, Falllaub und organisches Substrat auf dem Gewässerboden. Weiches, leicht saures Wasser mit hohem Huminsäure-Anteil. Dunkler Sand oder feiner Kies, bedeckt von Laubmulm.