Batasio tengana
Beschreibung
Batasio tengana ist ein schlanker, nachtaktiver Wels aus der Familie Bagridae, der bis 8 cm TL erreicht. Der stromlinienförmige Körper ist an das Leben in schnell fließenden Gebirgsbächen angepasst. Die Grundfärbung ist hell aschfarben mit einem dunklen Nackenfleck und fünf Querbinden an den Flanken. Der Kopf ist spitz, das Maul unterständig, die Schwanzflosse gegabelt. Vier Bartelpärchen sind vorhanden.
Im Aquarium zeigt Batasio tengana zurückhaltendes, nachtaktives Verhalten: Tagsüber zieht er sich in Verstecke zurück, nachts wird er aktiv und durchsucht den Bereich knapp über dem Substrat nach Nahrung. Die ruhige, friedliche Art macht ihn zu einem unauffälligen Besatzfisch, der jedoch sehr kleine Fische und Junggarnelen als Beute betrachten kann.
Hinweis: Die im Handel unter dem Namen Batasio tengana angebotenen Tiere mit fünf Querbinden gehören taxonomisch wahrscheinlich zur Art Batasio fasciolatus.
Besonderheiten
- Nachtaktiver Bodenbewohner; tagsüber versteckt, nachts aktiv
- Rheophile Art: benötigt sauerstoffreiches, strömendes Wasser
- Kühle Haltung: dauerhaft über 25 °C ist schädlich
- Taxonomischer Hinweis: im Handel oft als B. tengana verkaufte Tiere sind wahrscheinlich B. fasciolatus
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Zucht kaum dokumentiert; Fortpflanzungstyp nicht gesichert
- In Bangladesch als gefährdet eingestuft
Vergesellschaftungshinweise
Batasio tengana zeigt zurückhaltendes Einzelgänger- oder Paarverhalten ohne starkes Schwarmverhalten. Die Art ist friedlich und wenig territorial, zeigt aber während der nächtlichen Nahrungssuche zielgerichtete Bewegungen.
Geeignete Beifische sind ruhige, strömungsadaptierte Arten aus südasiatischen Flusssystemen: friedliche Cypriniden wie Danio und Barilius sowie Schmerlen der Gattung Schistura. Sehr kleine Fische und Junggarnelen können als Beute betrachtet werden. Adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine sichtbar längliche Genitalpapille direkt vor der Afterflosse. Weibchen werden zur Laichzeit deutlich rundlicher im Bauchbereich; bei gut genährten Weibchen können die rosa Eier durch die halbtransparente Bauchdecke schimmern. Weitere Unterschiede in Größe oder Flossenform sind nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20 bis 24 °C, pH 6,0 bis 7,5, GH 2 bis 12 dGH. Als Gebirgsbach-Art verträgt Batasio tengana dauerhaft erhöhte Temperaturen schlecht; die obere Grenze von 24 °C sollte als Maximum verstanden werden.
Mindestens 100 cm Beckenlänge (ca. 160 Liter). Für dauerhaft stabile Haltung ist ein größeres Becken (120 cm) zu bevorzugen. Starke Strömung mit leistungsfähigen Filtern oder Strömungspumpen (4- bis 5-facher Wasserdurchsatz). Bodensubstrat aus Kies und größeren Steinen, um das felsige Gebirgsbach-Habitat nachzubilden. Verstecke aus Steinansammlungen, Spalten und Höhlen für den Tagesrückzug. Robuste, strömungstolerante Pflanzen (Anubias, Microsorum) können ergänzend eingesetzt werden.
Sauberes, gut sauerstoffreiches Wasser ist Pflicht. Regelmäßige Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent wöchentlich.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist kaum dokumentiert und gilt als schwierig. Es gibt vereinzelte Berichte über erfolgreiche Nachzucht in Gefangenschaft, aber reproduzierbare Zuchtprotokolle fehlen. Der Fortpflanzungstyp ist nicht gesichert; verwandte Arten sind Freilaicher mit Eiablage auf Substrat. Große Wasserwechsel mit kühlem Wasser können als Laichauslöser versucht werden. Spezifische Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor. Bevorzugt wirbellose Beutetiere vom Substrat. Im Aquarium: Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Cyclops) werden bevorzugt. Hochwertige sinkende Pellets für Bodenfische als Ergänzung. Hauptfütterung abends oder nachts, da die Art nachtaktiv ist. Sinkendes Futter verwenden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Batasio tengana stammt aus Nordostindien und Bangladesch, wo die Art in Zuflüssen des Brahmaputra- und Ganges-Systems vorkommt. Weitere Nachweise existieren aus Myanmar und Thailand. Das natürliche Habitat sind klare, schnell fließende Gebirgsbäche mit steinigem bis kiesigem Substrat. Die Gewässer sind gut durchströmt und sauerstoffreich, mit Bereichen aus Felsen, Geröll und Laubablagerungen als Verstecke.