Betta siamorientalis

Deutscher Name: Betta siamorientalis

Bild: Aquarium Glaser
Herkunft:
Thailand
Farben:
grau, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Betta siamorientalis
Gattung: Betta
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Betta siamorientalis ist ein relativ kleiner Labyrinthfisch aus der Familie Osphronemidae mit einem gedrungenen, muskulösen Körperbau und einer kompakten Silhouette. Die Maximalgröße liegt bei ca. 4,5 cm TL (SL 25-33 mm). Männchen zeigen intensivere, kontrastreiche Abzeichen an Kopf- und Flossenbereich: einen dunklen Kiemendeckel mit zwei parallelen rötlichen, vertikalen Streifen, leuchtend rote Flecken auf den unpaaren Flossen und häufig einen roten Halbmond auf der Schwanzflosse mit dünnem schwarzem Rand. Bauch- und Brustflossen zeigen schwarz-rote Tönungen mit weißen Spitzen. Im Aquarium bewegen sich B. siamorientalis vorwiegend in der oberen bis mittleren Schwimmzone; ihr Verhalten wirkt eher ruhig und bedacht. Während Männchen gegenüber Artgenossen stark territorial reagieren können, verhalten sie sich gegenüber anderen, nicht-konkurrierenden Fischarten meist gelassen. Als Labyrinthfisch besitzt die Art ein Labyrinthorgan und ist auf regelmäßigen Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen angewiesen. Besonderheit: B. siamorientalis gehört zur splendens-Gruppe. Hybridisierungsgefahr mit Betta splendens und anderen verwandten Arten. Niemals gemeinsam halten!
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Labyrinthfisch: benötigt Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen
  • Schaumnestbauer: Männchen bauen und bewachen Schaumnester; Brutpflege erfolgt primär durch das Männchen
  • splendens-Gruppe: Hybridisierungsgefahr mit Betta splendens und verwandten Arten, niemals gemeinsam halten!
  • Territorialverhalten: Männchen sind gegenüber Artgenossen aggressiv, besonders während und nach dem Laichen
  • Hohe Sprungneigung: eng schließende Abdeckung ist notwendig
  • Saisonales Verhalten: In der Trockenzeit Rückzug in verbleibende Tümpel; Fortpflanzung vorwiegend in der Regenzeit
  • Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken meist sicher

Vergesellschaftungshinweise

B. siamorientalis wird einzeln oder als Harem (ein Männchen, mehrere Weibchen) gehalten; Haremshaltung nur für erfahrene Aquarianer in großzügig eingerichteten Becken mit klar gegliederten Versteck- und Rückzugszonen. Gegenüber artfremden, ruhigen Fischen zeigt die Art meist friedliches Verhalten. Während Brut- und Revierphasen wird das Verhalten deutlich aggressiver: Männchen verteidigen ihr Schaumnest energisch. Zwerggarnelen werden häufig als Beute betrachtet; Junggarnelen sind gefährdet. Größere Schnecken werden in der Regel toleriert. Geeignete Beifische: bioregional passende südostasiatische Arten wie kleine friedliche Rasboras (Trigonostigma spp., Boraras spp.), kleinbleibende Danioniden oder ruhige SEA-Bodenfische. Keine südamerikanischen, afrikanischen oder sonstigen bioregional fremden Arten.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen erreichen ca. 4-4,5 cm TL und sind farblich deutlich intensiver: tief dunkelbrauner bis schwarzer Körper, kräftige rote Flossenabzeichen, verlängerte Flossenstrahlen. Weibchen sind blasser, eher bräunlich gefärbt, mit kürzeren Flossen und häufig sichtbaren horizontalen Streifen auf den Körperseiten.
Größe: ca. 4,5 cm TL (SL 25-33 mm)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22-28 °C, pH 5,5-7,5, GH 1-12 dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser. Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (54 Liter) für ein einzelnes Tier oder einen kleinen Harem. Feiner Sand oder schlammiges Substrat mit Falllaub (Seemandelbaumblätter). Dichte Ufervegetation, Schwimmpflanzen und breite Blätter als Neststützen. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln und überhängenden Pflanzen. Geringe Strömung. Abdeckung notwendig (hohe Sprungneigung), aber mit Luftspalt über der Wasseroberfläche (Labyrinthorgan). Gedämpftes Licht bevorzugt. Leichte Wassereinfärbung durch Torf oder Laub entspricht dem natürlichen Habitat. B. siamorientalis ist eine Art mit mittlerem Schwierigkeitsgrad für erfahrene Aquarianer.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,5-7,5
Temperatur:
22-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Schaumnestbauer (splendens-Gruppe) mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Gut dokumentiert. Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-28 °C, pH 5,5-6,5, GH maximal 5 dGH. Das Männchen baut ein Schaumnest unter Schwimmpflanzen oder breiten Blättern. Konditionierung mit reichlich Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia, Glanzwürmer) über 1-2 Wochen. Trigger: partieller Wasserwechsel mit weicherem, leicht kühlerem Wasser. Paarung in typischer Osphronemiden-Umarmung unter dem Nest. Das Weibchen fängt die Eier mit den Bauchflossen auf und gibt sie an das Männchen, das sie ins Schaumnest einbringt. Männchen übernimmt alleinige Brutpflege. Inkubation ca. 24-48 Stunden bei 26 °C. Larven verbleiben einige Tage im Nest (Dottersackabsorption). Erstfutter: Infusorien, Pantoffeltierchen; ab Tag 3-4 Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien. Geschlechtsreife ab ca. 4 Monaten. Dicht schließende Abdeckung im Zuchtbecken zwingend (feuchte Luftschicht für Labyrinthorganentwicklung der Jungfische).

Ernährung/Futterbedarf

Karnivor. Bevorzugt kleine lebende und gefrorene Futtertiere: weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien, Artemia-Nauplien und Glanzwürmer. Kleine Insekten wie Fruchtfliegen werden ebenfalls akzeptiert. Hochwertiges Betta-Granulat als Ergänzung. Regelmäßige, kleine Portionen fördern die Gesundheit und reduzieren die Gefahr der Verfettung.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
2-3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Betta siamorientalis stammt aus Südostasien: östliches Thailand (Provinzen Chachoengsao, Sa Kaeo, Prachin Buri, Chon Buri), westliches Kambodscha und Vietnam (nur unspezifizierte Einzelnachweise, Randbereich). Die Art besiedelt flache Uferzonen mit dichter Randvegetation, oft stark beschattete Bereiche mit geringer Strömung oder stehenden Gewässern. Häufig in kleinen Tümpeln, überfluteten Reisfeldern und langsam fließenden Seitenarmen mit bräunlich gefärbtem Wasser (Schwarzwasser-Einfluss). Bodengrund aus Schlamm oder feinem Sand mit dichter Falllaubschicht.

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