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Zierfische, Familie Cyprinidae

Schleie Tinca tinca

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Die Schleie (Tinca tinca) ist ein gedrungener, hochrückiger Karpfenfisch mit charakteristisch kleinen, tief eingebetteten Schuppen, die von einer dicken Schleimschicht überzogen sind. Wildformen sind olivgrün-bräunlich mit goldenem Schimmer; die im Handel verbreitete Goldschleie zeigt ein leuchtendes orange-goldenes Muster. In der Natur wird die Art bis zu 70 cm groß (SL), im Aquarium und Teich typisch 20-40 cm.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • bis 70 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 10-24 °CTemperatur

  • 6,5-8pH-Wert

  • 10-20 °dGHGesamthärte

  • ab 2100 lAquariengröße

Beschreibung

Die Schleie ist volkstümlich als ‚Doktorfisch‘ bekannt: Der alte Glaube besagt, dass kranke Fische ihre Gesellschaft suchten, um von ihrem Schleim zu profitieren. Wissenschaftlich nicht belegt, aber ein schönes Stück Aquaristikfolklore. Es handelt sich um eine Kaltwasserart, die nicht tropisch gehalten werden darf.

Haltung und Pflege

Die Schleie braucht kühles Wasser. Im Sommer verträgt sie Temperaturen bis ca. 24 °C, im Winter muss sie abkühlen können. In Deutschland ist Teichhaltung die artgerechteste Form. Im Aquarium ist ein großes, gut belüftetes Kaltwasserbecken von mindestens 2.100 Litern (ab 280 cm Kantenlänge) für adulte Tiere nötig. Einrichtung: feiner Sand oder Kies, reichlich Wasserpflanzen, ruhige Ecken mit Wurzeln und Steinen. Schleien buddeln im Bodengrund nach Nahrung. Wasserwerte: Temperatur 10-24 °C (optimal 10-22 °C), pH 6,5-8,0, GH 10-20 dGH. Die Art verträgt saisonal kühlere Temperaturen und profitiert von einer Winterabsenkung. Die Schleie ist eine langlebige Kaltwasserart mit einer Lebenserwartung von 8-12 Jahren im Teich (in der Natur bis 20+ Jahre). Für tropische Aquarien ist sie nicht geeignet.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Friedliche, scheue und eher zurückgezogene Art. Dämmerungs- und nachtaktiv; tagsüber versteckt sie sich zwischen Pflanzen oder unter Wurzeln. Gegenüber Artgenossen und anderen Fischen keinerlei Aggression. Die Art zeigt ausgeprägte Toleranz gegenüber sauerstoffarmen Gewässern. Im Winter vergraben sich Schleien im Schlamm und halten eine Art Kältestarre. Als Mitbewohner eignen sich andere europäische Kaltwasserfische wie Bitterling, Moderlieschen, Rotfeder oder Karausche. Goldorfen und Kois teilen den Gartenteich problemlos.

Ernährung

Omnivor mit starker Tendenz zu tierischer Nahrung: Im Freiland primär Bodentiere (Schnecken, Muscheln, Würmer, Insektenlarven, Krebstiere) sowie Detritus und Pflanzenmaterial. Erwachsene Tiere erbeuten bevorzugt Mollusken. Im Aquarium akzeptieren sie Sinkpellets, Granulat für Bodenfresser, gefrorene Mückenlarven, Würmer und Schnecken.

Zucht

Laichzeit: Mai bis September. Die Laichtemperatur liegt bei 19-20 °C. Weibchen laichen in mehreren Schüben alle 1-5 Tage über einen Zeitraum von bis zu 2 Monaten. Die klebrigen, grünlichen Eier (0,8-1,0 mm) werden an Wasserpflanzen oder dem Bodensubstrat abgeheftet. Männchen reifen mit 2-3 Jahren, Weibchen mit 3-7 Jahren. Kein Brutpflege-Verhalten; die Larven schlüpfen bei 20 °C nach etwa 3 Tagen und messen ca. 4-5 mm.

Zuchtwasser: 19 bis 20 °C

Natürlicher Lebensraum

Tinca tinca ist die einzige Art der Gattung Tinca. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst fast ganz Europa, fehlt jedoch in Irland, dem nördlichsten Skandinavien und dem südlichen Griechenland. Nach Osten reicht das Areal über die Türkei, den Iran, Armenien und Aserbaidschan bis zum westlichen Jenissei-Becken in Asien. Die Art wurde weltweit in viele Regionen eingeführt.

Geschlechtsunterschiede

Die Bauchflossen der Männchen sind vergrößert, löffelförmig und deutlich dicker als bei Weibchen – das verlässlichste Geschlechtsmerkmal.

Gut zu wissen

  • Kaltwasserart – keine tropische Haltung, Winter-Abkühlung nötig
  • Dicke Schleimschicht auf tief eingebetteten Schuppen
  • Volkstümlich als ‚Doktorfisch‘ bekannt
  • Dämmerungs- und nachtaktiv, sehr scheu
  • Kältestarre im Winter (vergräbt sich im Schlamm)
  • Goldschleie: Zuchtform mit genetisch fixierter Gelbfärbung
  • Teichhaltung bevorzugt – artgerechteste Form
  • IUCN-Status: Least Concern

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Schleie?

Die Schleie benötigt kühles Wasser: 10-24 °C (optimal 10-22 °C), pH 6,5-8,0 und GH 10-20 dGH. Im Winter muss sie abkühlen können – tropische Haltung ist nicht artgerecht.

Kann man die Schleie vergesellschaften?

Ja, die Schleie ist friedlich und verträgt sich gut mit anderen europäischen Kaltwasserfischen wie Bitterling, Moderlieschen, Rotfeder, Karausche, Goldorfen und Kois. Tropische Fische sind als Mitbewohner ungeeignet.

Kann man die Schleie züchten?

Die Schleie laicht von Mai bis September bei Wassertemperaturen von 19-20 °C. Die klebrigen Eier werden an Wasserpflanzen geheftet und schlüpfen nach etwa 3 Tagen. Im Gartenteich gelingt die Nachzucht oft natürlich.

Wie groß muss das Aquarium für die Schleie sein?

Mindestens 2.100 Liter (ab 280 cm Kantenlänge) für adulte Tiere. Teichhaltung ist die artgerechteste und empfehlenswerteste Form. Im Aquarium ist ein großes, gut belüftetes Kaltwasserbecken nötig.

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Fragen und Erfahrungen

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