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Tinca tinca

Deutscher Name: Schleie

Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Europa
Farben:
braun, gold, grΓΌn
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Tinca tinca
Gattung: Tinca
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Die Schleie (Tinca tinca) ist ein gedrungener, hochrΓΌckiger Karpfenfisch mit charakteristisch kleinen, tief eingebetteten Schuppen, die von einer dicken Schleimschicht ΓΌberzogen sind. Wildformen sind olivgrΓΌn-brΓ€unlich mit goldenem Schimmer; die im Handel verbreitete Goldschleie zeigt ein leuchtendes orange-goldenes Muster. In der Natur wird die Art bis zu 70 cm groß (SL), im Aquarium und Teich typisch 20-40 cm. Die Schleie ist volkstΓΌmlich als ‚Doktorfisch‘ bekannt: Der alte Glaube besagt, dass kranke Fische ihre Gesellschaft suchten, um von ihrem Schleim zu profitieren. Wissenschaftlich nicht belegt, aber ein schΓΆnes StΓΌck Aquaristikfolklore. Es handelt sich um eine Kaltwasserart, die nicht tropisch gehalten werden darf.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
VertrΓ€glichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Kaltwasserart – keine tropische Haltung, Winter-AbkΓΌhlung nΓΆtig
  • Dicke Schleimschicht auf tief eingebetteten Schuppen
  • VolkstΓΌmlich als ‚Doktorfisch‘ bekannt
  • DΓ€mmerungs- und nachtaktiv, sehr scheu
  • KΓ€ltestarre im Winter (vergrΓ€bt sich im Schlamm)
  • Goldschleie: Zuchtform mit genetisch fixierter GelbfΓ€rbung
  • Teichhaltung bevorzugt – artgerechteste Form
  • IUCN-Status: Least Concern

Vergesellschaftungshinweise

Friedliche, scheue und eher zurΓΌckgezogene Art. DΓ€mmerungs- und nachtaktiv; tagsΓΌber versteckt sie sich zwischen Pflanzen oder unter Wurzeln. GegenΓΌber Artgenossen und anderen Fischen keinerlei Aggression. Die Art zeigt ausgeprΓ€gte Toleranz gegenΓΌber sauerstoffarmen GewΓ€ssern. Im Winter vergraben sich Schleien im Schlamm und halten eine Art KΓ€ltestarre. Als Mitbewohner eignen sich andere europΓ€ische Kaltwasserfische wie Bitterling, Moderlieschen, Rotfeder oder Karausche. Goldorfen und Kois teilen den Gartenteich problemlos.

Geschlechtsdimorphismus

Die Bauchflossen der MΓ€nnchen sind vergrâßert, lΓΆffelfΓΆrmig und deutlich dicker als bei Weibchen – das verlΓ€sslichste Geschlechtsmerkmal.
Grâße: bis 70 cm (SL); Aquarium/Teich typisch 20-40 cm

Haltungstipps / Pflege

Die Schleie braucht kühles Wasser. Im Sommer vertrÀgt sie Temperaturen bis ca. 24 °C, im Winter muss sie abkühlen kânnen. In Deutschland ist Teichhaltung die artgerechteste Form. Im Aquarium ist ein großes, gut belüftetes Kaltwasserbecken von mindestens 600-1.000 Litern für adulte Tiere nâtig. Einrichtung: feiner Sand oder Kies, reichlich Wasserpflanzen, ruhige Ecken mit Wurzeln und Steinen. Schleien buddeln im Bodengrund nach Nahrung. Wasserwerte: Temperatur 10-24 °C (optimal 10-22 °C), pH 6,5-8,0, GH 10-20 dGH. Die Art vertrÀgt saisonal kühlere Temperaturen und profitiert von einer Winterabsenkung. Die Schleie ist eine langlebige europÀische Kaltwasserart mit einer Lebenserwartung von 8-12 Jahren im Teich (in der Natur bis 20+ Jahre). Für tropische Aquarien ist sie nicht geeignet.
WasserhΓ€rte:
mittel bis hart
pH-Wert
6,5-8,0
Temperatur:
10-22 Β°C (optimal)
Beckengrâße:
ab 600 Liter (Teichhaltung bevorzugt)

Zucht und Fortpflanzung

Laichzeit: Mai bis September. Die Laichtemperatur liegt bei 19-20 Β°C. Weibchen laichen in mehreren SchΓΌben alle 1-5 Tage ΓΌber einen Zeitraum von bis zu 2 Monaten. Die klebrigen, grΓΌnlichen Eier (0,8-1,0 mm) werden an Wasserpflanzen oder dem Bodensubstrat abgeheftet. MΓ€nnchen reifen mit 2-3 Jahren, Weibchen mit 3-7 Jahren. Kein Brutpflege-Verhalten; die Larven schlΓΌpfen bei 20 Β°C nach etwa 3 Tagen und messen ca. 4-5 mm.

ErnΓ€hrung/Futterbedarf

Omnivor mit starker Tendenz zu tierischer Nahrung: Im Freiland primΓ€r Bodentiere (Schnecken, Muscheln, WΓΌrmer, Insektenlarven, Krebstiere) sowie Detritus und Pflanzenmaterial. Erwachsene Tiere erbeuten bevorzugt Mollusken. Im Aquarium akzeptieren sie Sinkpellets, Granulat fΓΌr Bodenfresser, gefrorene MΓΌckenlarven, WΓΌrmer und Schnecken. FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
ErnΓ€hrungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 8-12 Jahre (Teich), in der Natur bis 20+ Jahre

NatΓΌrlicher Lebensraum

Tinca tinca ist die einzige Art der Gattung Tinca. Das natΓΌrliche Verbreitungsgebiet umfasst fast ganz Europa, fehlt jedoch in Irland, dem nΓΆrdlichsten Skandinavien und dem sΓΌdlichen Griechenland. Nach Osten reicht das Areal bis zum westlichen Jenissei-Becken in Asien. Die Art wurde weltweit in viele Regionen eingefΓΌhrt.

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