Boraras brigittae
Beschreibung
Boraras brigittae, die Mosquitorasbora (auch Chili-Rasbora genannt), ist ein sehr kleiner Schwarmfisch aus der Familie der Cyprinidae (Danionidae). Die Art ist endemisch in Südwest-Borneo (Indonesien) und bewohnt Schwarzwassersümpfe in Torfmoorwäldern. Die leuchtend rote bis rostrote Grundfärbung wird von einem gut sichtbaren, leicht unregelmäßigen schwarzen Längsstreifen entlang der Seitenlinie begleitet. Oberhalb findet sich ein intensives rotes Band, das bei Männchen besonders kontrastreich erscheint. Die Flossen sind transparent bis leicht rötlich mit dunklen Flecken an der Basis von After- und Schwanzflosse.
Der Körperbau ist schlank und gestreckt, typisch für die Gattung Boraras. Im Aquarium bewegen sich die Tiere überwiegend in der unteren bis mittleren Wasserzone und zeigen bei ausreichender Gruppenstärke Schwärmformationen. Die Art erreicht etwa 2 cm im Aquarium und ist ein Mikropredator, der sich auf sehr kleine wirbellose Organismen spezialisiert hat.
Boraras brigittae ist ein Dauerlaicher, der täglich wenige Eier ohne Elternfürsorge abgibt. Ein Sprungrisiko ist vorhanden, weshalb das Aquarium vollständig abgedeckt sein muss.
Besonderheiten
- Sehr klein bleibende Art (bis ca. 2 cm) mit intensiver Rotfärbung
- Dauerlaicher: gibt täglich wenige Eier ab ohne Elternfürsorge
- Bevorzugt dichte, feinfiedrige Pflanzen wie Javamoos als Laichsubstrat
- Sprungrisiko vorhanden, vollständig abgedecktes Aquarium notwendig
- Verträglich mit adulten Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina)
- Obligate Schwarzwasserart aus Borneo
Vergesellschaftungshinweise
Boraras brigittae ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Empfohlen werden 15 bis 20 Exemplare. In einer solchen Gruppe sind die Tiere friedlich und eher scheu; bei größerer Anzahl werden sie selbstbewusster und zeigen intensivere Färbung.
Das Temperament ist sehr friedlich ohne Aggressivität gegenüber Artgenossen oder ruhigen Gesellschaftsfischen. Während der Balz können Männchen zeitweise kleine Reviere um feinfiedrige Pflanzen bilden.
Geeignete Vergesellschaftungspartner sind andere südostasiatische Kleinfischarten wie Zwergrasboras (Microdevario, Sundadanio, Danionella, Trigonostigma), scheue Osphronemiden (Sphaerichthys, Parosphromenus, kleine Betta-Arten) und Süßwassergarnelen. Afrikanische Cichliden und große oder aktive Fische sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und zeigen eine intensivere Rotfärbung, besonders während der Balz. Weibchen sind zur Laichzeit fülliger am Bauch.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20 bis 28 Grad Celsius, pH 4,0 bis 7,0, GH 1 bis 10 dGH. Für optimale Farbentfaltung empfiehlt sich der weichere und saurere Bereich (pH 5,0 bis 6,5, GH 1 bis 5 dGH), der die natürlichen Schwarzwasserbedingungen nachbildet.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter).
Einrichtung: Dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen (Javamoos, Schwimmpflanzen). Dunkler Bodengrund mit Laub oder Torf simuliert die natürlichen Schwarzwasserbedingungen. Schwache bis gedämpfte Beleuchtung. Ruhige bis sehr schwache Strömung. Schwammfilter ideal. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel.
Boraras brigittae ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Dauerlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittel schwierig.
Boraras brigittae gibt täglich kleine Mengen Eier ab ohne Elternfürsorge. Dichte Bepflanzung (Javamoos) ist zur erfolgreichen Brutaufzucht empfehlenswert, da die Eltern die Eier fressen.
Zucht-Wasserwerte: Temperatur 26 bis 28 Grad Celsius, pH 4,0 bis 6,5, GH maximal 5 dGH. Die Eier schlüpfen innerhalb von 24 bis 48 Stunden bei 28 Grad Celsius. Erstfutter: Infusorien, nach ca. 10 Tagen Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Boraras brigittae ist ein Mikropredator. In der Natur werden sehr kleine wirbellose Organismen und Zooplankton gefressen. Im Aquarium: Artemia-Nauplien, Cyclops, kleine Daphnien, Mikrowürmchen. Ergänzend fein zerriebenes Flockenfutter oder Nano-Granulat. Aufgrund der sehr geringen Maulgröße nur sehr feine Futterpartikel verwenden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Boraras brigittae stammt aus Südwest-Borneo (Indonesien) und ist endemisch in Schwarzwassersümpfen der Torfmoorwälder. Die Habitate sind durch Laubfallmaterial, Tannine und Huminstoffe geprägt, was zu teefarbenem Wasser mit sehr weicher und saurer Chemie führt. Dichte Ufervegetation, weiche Substrate aus Torf und Laub, kaum Strömung und starke Beschattung durch das Kronendach sind charakteristisch.