Brachyplatystoma tigrinum
Beschreibung
Der Zebra-Antennenwels (Brachyplatystoma tigrinum) erreicht eine Standardlänge von 45–60 cm, in Einzelfällen bis 65 cm, und ist ein großer, stromlinienförmiger Wels der Familie Pimelodidae. Die Grundfarbe reicht von Gelb bis fast Weiß, überzogen von markanten schwarzen, vertikalen oder schräg verlaufenden Streifen, die sich über Körper und die meisten Flossen ziehen. Der vordere Kopfbereich bleibt streifenfrei. Der Körperbau ist schlank, muskulös und an starke Strömungen angepasst.
Aufgrund seiner Endgröße von über 50 cm ist Brachyplatystoma tigrinum für normale Heimaquarien nicht geeignet. Die Haltung ist vorwiegend in sehr großen Spezialanlagen oder öffentlichen Aquarien vertretbar.
Besonderheiten
- Weitwandernde Art: in der Natur sind lange Laichwanderungen dokumentiert
- Besonderser Fischfresser; ernährt sich überwiegend von anderen Fischen
- Bodengebunden: bevorzugt Boden- und Randzonen großer, schnell fließender Flüsse
- Gelb-schwarz-weißes Streifenmuster; Kopfbereich ohne Streifen
- Für normale Heimaquarien nicht geeignet
Vergesellschaftungshinweise
Einzelgängerisch und territorial. Gegenüber Artgenossen und anderen großen Welsen zeigen Tiere deutliches Revierverhalten. Einzelhaltung ist die Norm. Räuberisch, aber außerhalb der Fortpflanzungszeit gegenüber zu großen Mitbewohnern vergleichsweise ruhig.
Garnelen: ungeeignet. Kleine Schnecken können gefressen werden; adulte Großschnecken werden überwiegend ignoriert.
Nur mit sehr großen, robusten südamerikanischen Arten. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ausgeschlossen.
Geschlechtsdimorphismus
Kein sicherer Geschlechtsdimorphismus bekannt. Männliche und weibliche Tiere lassen sich anhand äußerer Merkmale nicht zuverlässig unterscheiden.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–28 °C (optimal 24–28 °C), pH 6,0–7,6, GH 1–12 dGH.
Mindestens 2.000–4.000 Liter mit einer Grundfläche von mindestens 300 x 100 cm. Leistungsstarke Filteranlage mit 10- bis 20-fachem Durchsatz. Hohe Sauerstoffanreicherung und starke Strömung sind essenziell; wöchentliche Wasserwechsel von 50–70 %.
Feiner Sand und Kieselsteine als Substrat. Treibholz und größere Steine als Strukturelemente, mit ausreichend freien Schwimmzonen. Adulte Tiere sollten nur einmal wöchentlich gefüttert werden.
Brachyplatystoma tigrinum ist aufgrund seiner Endgröße, seines räuberischen Verhaltens und seiner wanderungsbedingten Fortpflanzungsbiologie eine Art, die vorwiegend in spezialisierten Großanlagen gehalten werden kann.
Zucht und Fortpflanzung
Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Die Art unternimmt in der Natur weite Wanderungen zu ihren Laichgründen. Aquarienzucht gilt derzeit als nicht umsetzbar.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor (ausgeprägter Fischfresser). Geeignete Futtertiere: ganze kleine Fische, Meeresfisch-Streifen, Tintenfisch, Muschelfleisch, große Garnelen. Gefriergetrocknetes Futter wird häufig verweigert. Adulte Tiere: einmal wöchentlich füttern.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Brachyplatystoma tigrinum kommt im oberen Amazonasbecken Südamerikas vor, in Flusssystemen Brasiliens, Kolumbiens und Perus; namentlich Rio Madeira, Caqueta, Putumayo, Ucayali und Maranon. Die Art besiedelt schnell fließende Hauptstromrinnen mit Weißwassercharakter.