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Zierfische, Familie Cichlidae

Großaugen-Sandcichlide Callochromis macrops

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Callochromis macrops, die Großaugen-Sandcichlide, ist eine farbstarke Sandcichlide aus dem Tanganjikasee mit einer Maximalgröße von 13,5 cm Gesamtlänge.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Harem
  • Territorial
  • bis 13,5 cmEndgröße

  • 7 JahreLebenserwartung

  • 24-27 °CTemperatur

  • 7,8-9,5pH-Wert

  • 10-30 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Die Grundfarben der Art sind Gelb, Blau und Grau; männliche Tiere zeigen leuchtende, irisierende Blau- und Gelbtöne mit feinem Farbverlauf, verlängerten Flossen und einem dreidimensional wirkenden Eifleck auf der Afterflosse – ein Merkmal, das im Tanganjikasee selten ist und eher an Malawi-Cichliden erinnert. Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt, meist silbrig-grau bis bräunlich, und fallen durch die reduzierte Zeichnung und kürzere Flossen auf. Männchen sind generell größer als Weibchen, die typischerweise um 10 cm bleiben. Im Aquarium zeigt Callochromis macrops ein charakteristisches Sand-Sift-Verhalten: Die Tiere nehmen Sand ins Maul, filtern darin lebende Wirbellose aus und stoßen den Sand wieder aus. Dieses Verhalten prägt das Erscheinungsbild der Haltung durch ständige Sandaufwirbelungen und -verlagerungen.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24-27 °C, pH 7,8-9,5, GH 10-30 dGH. Diese Werte spiegeln die Ansprüche der Art an hartes, alkalisches Wasser wider. Ein GH im Bereich von 15-25 dGH hat sich in der Praxis als gut geeignet erwiesen. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 240 L) für eine Gruppe (1 Männchen, 3+ Weibchen); für mehrere Männchen oder größere Gruppen ist ein entsprechend größeres Becken notwendig. Die Einrichtung sollte offene, flache Sandflächen mit sehr feinem Sand als Substrat dominieren – das Sandbett (mindestens 5-8 cm tief) ist notwendig, da Callochromis macrops Sand aufnimmt und Laichgruben anlegt. Zusätzlich sollten größere Felsblöcke oder Felsgruppen als Verstecke und territoriale Bezugspunkte eingestreut werden. Strömung sollte mäßig sein; zu starke Turbulenzen stören die Sandfilteraktivität und das Laichverhalten. Pflanzen wie Vallisneria oder Ceratophyllum sind möglich, werden aber oft durch die Sandbewegungen in Mitleidenschaft gezogen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Callochromis macrops lebt in der Natur in Haremshaltung: ein dominantes Männchen betreut mehrere Weibchen (häufig 3-4 oder mehr). Dieses natürliche Sozialmuster spiegelt sich auch in der Aquariumhaltung wider und erklärt die Empfehlung, einen einzigen männlichen Vertreter mit mehreren Weibchen zu halten, um innerartliche Aggressionen gegen einzelne Weibchen zu vermeiden. Innerartlich sind die Männchen sehr territorial und können gegenüber anderen Männchen hohe Aggression zeigen. Gegenüber artfremden Fischen verhält sich die Art meist neutral bis mäßig territorial, sofern diese nicht denselben Bodensaum beanspruchen. Während der Brutzeit steigt die Territorialität und Aggressivität der Männchen deutlich an: Revierverteidigung, Balzverhalten und das Anlocken von Weibchen stehen dann im Vordergrund. Als Beifische eignen sich vorwiegend Arten aus demselben Biotop (Tanganjikasee) oder andere Rift-See-Cichliden ähnlicher Körpergröße, z. B. Cyprichromis-Arten aus dem Freiwasser sowie geeignete Synodontis-Arten. Arten wie Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, kleine Salmler, Apistogramma und Zwerggarnelen sind ungeeignet, da sie entweder durch die harte, alkalische Wasserchemie Schaden nehmen oder gefressen werden. Callochromis macrops frisst kleine Wirbellose und stellt damit eine Gefahr für Zwerggarnelen dar. Robuste Schnecken (z. B. Turmdeckelschnecken) werden in der Regel toleriert.

Ernährung

Callochromis macrops ist ein Allesfresser mit starker Neigung zu tierischer Kost. Die Hauptnahrung besteht naturgemäß aus kleinen, sandgebundenen Wirbellosen, die beim Sand-Siften aufgenommen werden. Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich und proteinreich sein: hochwertiges Granulat und Flocken als Basisfutter, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven. Pflanzliche Beigaben werden ebenfalls angenommen. Die Fütterung in kleinen Portionen mehrmals täglich entspricht dem natürlichen Suchverhalten.

Zucht

Callochromis macrops ist ein maternaler Maulbrüter; die Zucht gilt als mittelschwer und ist gut dokumentiert. Zucht-Wasserwerte: Temperatur 25-27 °C, pH 8,0-9,0, GH 10-30 dGH. Das Männchen bereitet eine Laichgrube im Sand (Bower) vor und lockt Weibchen durch Balzverhalten an. Ein Gelege umfasst typischerweise 25-60 Eier. Das Weibchen nimmt nach der Befruchtung die Eier ins Maul und trägt diese etwa 3 Wochen lang. Danach werden die Jungfische als freischwimmende Larven entlassen. In einem Gemeinschaftsbecken ist die Überlebensrate der Larven gering; ein separates Aufzuchtbecken wird empfohlen. Zur Aufzucht eignen sich Artemia-Nauplien, feines Staubfutter und Cyclops.

Zuchtwasser: 25 bis 27 °C, pH 8 bis 9, bis 30 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Callochromis macrops ist endemisch im südlichen Bereich des Tanganjikasees (südlich von Nyanza und Cape Caramba). Die Art besiedelt überwiegend flache, offene Sandflächen in unmittelbarer Nähe zu Felsen, die als Verstecke und Reviergrenzen dienen. In diesen Habitaten sind oft Partien mit feinem Sand zu finden, die für das Sand-Sifting und für den Bau von Laichgruben wichtig sind. Die Strömungsverhältnisse sind mäßig; sowohl ruhige Partien als auch Bereiche mit schwacher Strömung kommen vor. Das Substrat ist in den bevorzugten Habitaten fein-sandig.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar: Männchen erreichen bis 13,5 cm SL und zeigen eine intensive, irisierende Färbung in Blau- und Gelbtönen sowie verlängerte Flossen und den charakteristischen Eifleck auf der Afterflosse. Weibchen bleiben kleiner (typischerweise um 10 cm), sind farblich dezent in silbrig-grauen bis bräunlichen Tönen gehalten und besitzen keinen Eifleck. Die farbliche Differenzierung ist am deutlichsten bei ausgefärbten, adulten Tieren.

Gut zu wissen

  • Maternaler Maulbrüter: Weibchen tragen die befruchteten Eier und Larven im Maul
  • Sand-Sifter: nimmt Sand ins Maul und filtert darin lebende Beutetiere
  • Männliches Revierverhalten: Bau von Laichgruben (Bowers) und intensives Balzverhalten
  • Dreidimensionaler Eifleck auf der Afterflosse der Männchen – im Tanganjikasee selten
  • Tiefes, feines Sandsubstrat (mindestens 5-8 cm) für Nahrungsaufnahme und Revierbau nötig
  • Toleriert leicht trübes Wasser mit Schwebstoffen
  • Niedriges Sprungrisiko – dennoch Abdeckung empfehlenswert

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Großaugen-Sandcichlide?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 24-27 °C, pH 7,8-9,5 und GH 10-30 dGH. Optimal liegt die GH bei 15-25 dGH. Die Art benötigt hartes, alkalisches Wasser.

Kann man den Großaugen-Sandcichlide vergesellschaften?

Am besten mit Arten aus demselben Biotop (Tanganjikasee) oder andere Rift-See-Cichliden ähnlicher Körpergröße, z. B. Cyprichromis-Arten oder Synodontis. Südamerikanische Arten und Zwerggarnelen sind ungeeignet.

Kann man den Großaugen-Sandcichlide im Aquarium züchten?

Die Zucht gilt als mittelschwer und ist gut dokumentiert. Callochromis macrops ist ein maternaler Maulbrüter. Ein Gelege umfasst 25-60 Eier, die das Weibchen etwa 3 Wochen im Maul trägt.

Wie groß muss das Aquarium für den Großaugen-Sandcichlide sein?

Mindestens 120 cm Kantenlänge und ca. 240 L für eine Gruppe (1 Männchen, 3+ Weibchen). Ein tiefes, feines Sandsubstrat (mindestens 5-8 cm) ist für das Sand-Sifting und den Laichgrubenbau nötig.

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