Centromochlus orca
Beschreibung
Centromochlus orca, im Handel als „Ninja“-Wels bekannt, ist ein kleiner, nachtaktiver Trugdornwels der Familie Auchenipteridae aus dem Rio-Nhamundá-Becken im westlichen Pará, Brasilien. Namensgebend ist die kontrastreiche schwarz-weiße Zeichnung, die an einen Schwertwal (Orca) erinnert: Eine dunkle Oberseite hebt sich scharf von der hellen Unterseite ab. Die Art bleibt mit etwa 4,5 bis 5 cm Standardlänge klein. Wie alle Auchenipteriden hat sie eine innere Befruchtung; das Männchen besitzt eine zu einem Begattungsorgan umgebildete Afterflosse. Tagsüber ist der Wels lichtscheu und versteckt sich in Wurzelholz und Höhlen, nachts wird er aktiv und orientiert sich stark an der Wasseroberfläche.
Besonderheiten
- Nachtaktive, holzbewohnende Welsgattung der Familie Auchenipteridae
- Innere Befruchtung: Männchen besitzen eine modifizierte Afterflosse als Begattungsorgan
- Höhlenbrüter/Versteckbrüter, Eier werden als gelatinöse Masse in Spalten abgelegt
- Springt gelegentlich – Abdeckung empfohlen
- Versteckt sich tagsüber in engen Spalten, Röhren und unter Totholz
- Jungfische stark lichtscheu und oberflächenorientiert
Vergesellschaftungshinweise
Centromochlus orca ist ein nachtaktiver, ruhiger und geselliger Wels, der sich in einer kleinen Gruppe wohlfühlt. Tagsüber hält er sich versteckt, nachts wird er aktiv und schwimmt oberflächenorientiert. Er ist friedlich und sollte wegen seiner geringen Größe und ausgeprägten Lichtscheu nur mit ebenfalls ruhigen, nicht zu großen Beifischen vergesellschaftet werden; sehr lebhafte oder große Fische nehmen ihm nachts das Futter weg.
Geschlechtsdimorphismus
Die geprüften Quellen liefern keine belastbare, für Aquarianer nutzbare Geschlechtsbestimmung von Centromochlus orca. Merkmale oder Fortpflanzungsbiologie anderer Centromochlus-Arten werden nicht übertragen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 23-28 °C, pH 6,0-7,5, GH 2-10 dGH. Beckengröße: Mindestens 100 cm Kantenlänge (ca. 200 Liter) für eine Gruppe von 5-6 Tieren. Zahlreiche enge Verstecke und höhlenartige Strukturen aus Totholz, Wurzeln und Röhren sind notwendig. Substrat: Sand oder feiner Kies. Schwache, ruhige Strömung (keine starke Strömung). Beleuchtung gedämpft. Regelmäßige Wasserwechsel und gute Filtration sind wichtig. Fütterung bevorzugt nach dem Abschalten des Lichts, da die Tiere streng nachtaktiv sind. Abdeckung wegen Sprungneigung empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Innere Befruchtung (Familienmerkmal Auchenipteridae). Höhlenlaicher. Das Weibchen legt bis zu ca. 100 Eier als gelatinöse Masse unter Steinen oder in Röhren ab. Die Befruchtungsrate ist nahezu 100 %, Eier sind relativ pilzresistent. Jungfische schlüpfen nach einigen Tagen mit großem Dottersack; ab Tag 6 beginnen sie zu fressen. Startfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Trigger: Erhöhte Strömung und häufigere Wasserwechsel mit weicherem Wasser (Regenzeit-Simulation). Zucht-Werte: ca. 25 °C, pH 6-7, weiches Wasser. Zuchtschwierigkeit: Mittel bis schwierig.
Ernährung/Futterbedarf
Überwiegend insektivor. In der Natur: Wasserinsekten, Larven (Mücken, Käfer, Eintagsfliegen) und kleine Wirbellose. Im Aquarium: Mückenlarven, Tubifex, Artemia-Nauplien, Daphnia. Nach Eingewöhnung auch sinkende fleischbetonte Granulate. Fütterung nach Abschalten des Lichts. Die Futtermenge am Fressverhalten ausrichten und nicht gefressene Reste rechtzeitig entfernen.
Natürlicher Lebensraum
Centromochlus orca ist aus dem unteren Rio-Nhamundá-Becken im westlichen Pará, Brasilien, bekannt. Die Typusserie stammt aus den unteren Abschnitten des Igarapé Jamari in einer Übergangszone zwischen Fließgewässern und stehenden Várzea-Seen. Dort war die Strömung nahezu nicht vorhanden. Nachts wurden Tiere an einer Sandbank sowie schwimmend an Oberfläche und im Mittelwasser nahe künstlichem Licht gefangen. Die bisher genannten Vorkommen in Peru, Ecuador, Rio Xingu und Rio Tocantins sowie mäßige bis starke Strömung gehören nicht zum belegten Artprofil.