Chromidotilapia guntheri

Deutscher Name: Günthers Prachtbuntbarsch

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Kamerun, Nigeria
Farben:
braun, grün, kupfer
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Chromidotilapia guntheri
Gattung: Chromidotilapia
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Günthers Prachtbuntbarsch (Chromidotilapia guntheri) ist ein mittelgroßer Buntbarsch von bis zu 20 cm (Männchen) mit gedrungener, leicht hochrückiger Körperform. Die Grundfarbe reicht von bronzefarben bis bräunlich-oliv mit hellerem Bauch. Häufig sind zwei dunklere Längsstreifen oder Fleckenreihen entlang der Körperseiten erkennbar. Im Aquarium bewegt sich die Art vorwiegend in den mittleren bis unteren Wasserschichten und sucht aktiv den Bodengrund nach Nahrung ab (benthophages Sandfressverhalten). Feiner Sand als Substrat ist daher notwendig.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Paternaler Maulbrüter: Männchen übernimmt alleinige Brutpflege im Maul; Weibchen verteidigt das Revier
  • Benthophages Sandfressverhalten – feiner Sand als Substrat notwendig
  • Starke Revierbildung, besonders während der Laichzeit
  • Laichaktivität oft an Regenzeit-Trigger gekoppelt
  • Junge suchen bei Bedrohung Schutz im Maul der Eltern auch nach der Freigabe

Vergesellschaftungshinweise

Chromidotilapia guntheri ist paarbildend und wird am besten als Paar gehalten. Außerhalb der Brutzeit überwiegend friedlich mit mäßigem Revierverhalten. In der Brutzeit steigt die Territorialität deutlich an; beide Elternteile verteidigen das Revier vehement. Zwerggarnelen sind gefährdet, besonders Jungtiere. Adulte Garnelen eher toleriert, aber nicht sicher. Schnecken werden meist geduldet. Geeignete Beifische: Pelvicachromis-Arten, friedliche afrikanische Salmler, robuste Synodontis-Welse. Keine ostafrikanischen Hartwasser-Cichliden (Malawi, Tanganjika).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden deutlich größer (bis 20 cm), Weibchen bleiben bei ca. 13 cm. Das Weibchen zeigt einen rötlich-pinken Bauchbereich und einen weißlichen Streifen in der Rückenflosse, besonders deutlich zur Laichzeit.
Größe: M: bis 20 cm, W: ca. 13 cm

Haltungstipps / Pflege

Temperatur 24–27 °C, pH 6–8, GH 1–15 dGH. Empfohlen: 120 cm Kantenlänge, 240 Liter. Feiner Sand als Substrat ist zwingend für das Sandfressverhalten. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Ästen und Laubfeldern. Moderate Filterung ohne starke Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel (mindestens 30 % wöchentlich). Kurzfristige Temperatursenkung auf 24 °C mit großem Wasserwechsel kann als Laichreiz dienen. Chromidotilapia guntheri ist eine kulturwürdige Art für erfahrenere Halter, die artgerechte Einrichtung mit feinem Sand und ausreichend Verstecken bieten können.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-8
Temperatur:
24-27 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Gut dokumentiert. Paternaler Maulbrüter: Männchen nimmt das Gelege nach der Befruchtung vollständig ins Maul. Weibchen verteidigt das Revier. Inkubation 10–14 Tage bei 25 °C. Nach der Freigabe betreuen beide Elternteile die Jungen mindestens zwei Wochen. Gelegegröße 100–200 Eier. Zuchtwasserwerte: 25–27 °C, pH 6–7,5, GH max. 12 dGH. Auslöser: Simulation der Regenzeit durch großzügige Wasserwechsel mit weicherem, kühlerem Wasser. Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Geschlechtsreife nach ca. 12 Monaten.

Ernährung/Futterbedarf

Benthophager Allesfresser. Abwechslungsreiche Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Komponenten: Mückenlarven, Artemia, Cyclops, Daphnien. Spirulina-Futtertabletten und Algenextrakte als pflanzliche Ergänzung. Sinkendes Granulat mit hohem Pflanzenanteil besonders geeignet. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Westafrika: Küstenflüsse von Liberia bis Kamerun und Äquatorialguinea sowie Teile des Niger- und Benue-Beckens. Ruhige Gewässerabschnitte mit weichem, sandigem Bodengrund, versunkenen Wurzeln, Ästen und Falllaub. Geringe bis langsame Strömung.

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