Guten Tag!
Ich bin auf Ihren bericht hier über die Clownt-Prachtschmerle gestoßen und sehe hier gerade in der Haltungsbeschreibung gravierende Fehler. Ich möchte Ihnen meinen Haltungsbericht vorstellen, ebentuell könnte man gerade bezüglich der Beckengröße etwas ergänzen:
Chromobotia macracanthus – die (Clown)Prachtschmerle
Die Clown-Prachtschmerle ist eine Schmerle der Gattung Chromibotia aus der Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes).
Im weiteren Textverlauf werde ich sie nur noch als Prachtschmerle betiteln, welches der gängige Name für diese Tiere ist, obwohl dieser Name für die ganze Familie der Botiidae steht. Die Prachtschmerle stammt aus dem Fluss Kwanten (Sumatra, Asien) und Borneo. Bei der Prachtschmerle handelt es sich um eine weit verbreitete Prachtschmerlen-Art in den heimischen Aquarien, doch leider nicht immer in dem besten Umfeld.
Diese kleinen, orangen Schmerlen, mit meistens 3 senkrecht verlaufenden, schwarzen Streifen, die jedoch auch bei manchen Tieren teilweise unterbrochen sind, oder gar kaum vorhanden, und roten Flossen ist ein hoch soziales und aufgewecktes Tier, dass durch sein kleines, possierliches und niedliches Erscheinungsbild glänzt. Doch leider hat diese Prachtschmerle eine Eigenschaft – wie viele Schmerlen frisst auch diese Schnecken und dass hervorragend.
Doch warum „leider“? Wie schon geschrieben, landen viele junge Prachtschmerlen in den Aquarien vieler Menschen. In den meisten Fällen jedoch nicht, oder nicht nur wegen ihres
Erscheinungsbildes, sondern weil sie als ideale Schneckenfresser verkauft werden. Daran wäre auch nichts schlechtes oder verwerfliches zu finden, wenn diese Tiere nicht so oft in zu kleiner Anzahl in viel zu kleinen Becken landen würden, dann nicht richtig gefüttert werden, nicht richtig wachsen können und eine Verhaltensstörung aufweisen. Meine Prachtschmerlengruppe besteht nur aus Nottieren aus falscher haltung. Meist lebten sie zu maximal 3 Tieren in Becken unter 100 cm, weisen Wachstumsfehler und Verhaltensstörungen auf.
Ich möchte euch daher etwas zu diesen schönen Tieren erzählen um ein wenig zum Nachdenken anzugregen, ob man sich wirklich welche hohlen möchte bzw. kann, oder ob man seine vorhandenen wirklich das bietet, was man ihnen bieten sollte.
Prachtschmerlen sind äußerst soziale Tiere und stark an ihre Artgenossen gebunden. Sie suchen die Nähe der Artgenossen nahezu ständig, sitzen oft
gemeinsam in engsten Verstecken und würde man es vermenschlichen, könnte man manch ein Verhalten als „Spielen“ bezeichnen. Je größer die Gruppe also ist, umso mehr leben sie ihr richtiges Verhalten aus. Tiere aus Einzelhaltung oder kleinen Gruppen sind sehr scheu, meist Blass und verstecken sich äußerst viel oder werden gar aggressiv.
Meine Gruppe blühte erst richtig auf, als es 10 Tiere waren. Ich sehe 6 – 8 Tiere als absolutes Minimum. Man sollte aber beachten, dass dieser Tiere 30 cm groß werden können und sollten. Die wohl größte, berühmteste Prachtschmerle „Marge“ wies gemessene 32 cm Länge und eine Höhe von 25 cm und erreichte ein erstaunliches Alter. Prachtschmerlen können ein Alter von bis zu 22 Jahre erreichen, selten sogar mehr, sind also lange eine Freude, wenn man alles richtig macht. 25 cm in einem Heimaquarium sind also keine Seltenheit. Somit klingt es logisch, dass für eine Truppe dieser Tier ein Becken von 120 cm, von mir aus auch 150 cm nicht genügen, wie es die Literatur, welche leider oft sehr veraltet ist oder kaum auf eigene Erfahrungen beruht, vorgibt. Grundsätzlich empfinde ich ein Aquarium von min. 200 cm Länge als absolutes Minimum. Am besten sind jedoch Becken ab 250 cm aufwährts geeignet, um eine möglichst große Truppe pflegen zu können. Anfänglich handelt es sich um sehr sensible Tiere. Da man bei ihnen von keinem wirklichen Schuppenkleid reden kann, haben sie eine relativ empfindliche Schleimhaut. Da sich hier bei kleinsten Verletzungen leicht Parasiten einnisten könne, muss man auf eine sehr hohe Wasserqualität achten! Ein Aquarium für Prachtschmerlen muss nicht unbedingt hoch sein, die Länge und die Breite ist hier wesentlich wichtiger. Weicher Bodengrund wie Sand, oder sehr feiner Kies sollte unbedingt im Becken sein, damit die Tiere in dem Boden nach Futter suchen können, ohne sich dabei zu verletzten.
Viele Äste und Wurzeln bilden super Unterstände und bieten Schutz. Da diese Tiere aus einem Fluss stammen, freuen sie sich sehr über viel Strömung. Installiert man neben einen großen Filter eine Strömungspumpe kann man gut beobachten, wie sich die Tiere in diese Strömung legen und diese Stelle auch sehr häufig aufsuchen. Eine separate Strömungspumpe ist keine Pflicht für eine gesunde Haltung, aber förderlich für die Gesundheit. Schlanke Schmerlen nehmen seit dem gut an Muskelmasse zu. Eine ordentliche Filteranlage ist jedoch Pflicht, da diese Tiere reines, sauberes Wasser benötigen. Ein pH von 6,5 – 7,2 sollte man anstreben. Ich biete meinen Tieren eine so genannte Winterpause. Einige Gebiete im Sumatra sind zu manchen Jahreszeiten äußerst kühl, so auch der Fluss Kwanten. In den Monaten Oktober bis Dezember habe ich keine Heizung in diesem Becken laufen. Die Temperaturen fallen hier auf bis zu 18 Grad. In den Monaten Januar bis April steigere ich die Temperatur auf 22 – 24 Grad. Ab Mai läuft die Heizung wieder nicht, die warmen Tage bringen dann die Temperaturen von alleine hoch. Nicht nur, dass hierdurch meine Polypterus senegalensis im Sommer ablaichen, auch die Schmerlen weisen ein anderes Verhalten auf.
Manche Tiere, vermutlich Weibchen, bilden im Mai einen dickeren Bauch. Die Fressmenge- und Lust ist in den Monaten jedoch immer konstant. Im Juli und August drehen sie dann völlig ab, schwimmen oft zu sechst oder gar zu zehnt eng zusammen, wie wild durch das Becken, zeigen in dieser Zeit mehr Farbe und wirken allgemein kräftiger. Ob dies wirklich ein Balzverhalten ist, kann ich nicht zu 100 % ausmachen. Aufgrund der Umstände jedoch nicht unmöglich. Diesen Zyklus halte ich nun etwa 8 Jahre bei. Prinzipiell kann man jedoch sagen, dass die optimale Temperatur bei 23 – 27 Grad liegt und eine leichte Winterpause eine gute Wahl ist. Eine Vergesellschaftung von Prachtschmerlen untereinander und mit anderen Arten ist kein Problem, solange dessen Bedürfnisse zusammen passen. Meine Gruppe besteht aus Tieren zwischen 5 – 23 cm. Kleine kann man immer ohne Probleme einsetzen. Ideal eignen sich für eine Vergesellschaftung andere Schmerlen wie Botia historca oder Barben, wie Barbus demasoni, Barbus filamentosus, wenn der Platz gegeben ist. Aber auch diverse Saugwelse oder Dornwelse eignen sich sehr gut.
Kleine Salmler, Bärblinge, Zwergcichliden usw. ebenfalls, solange diese die Strömung nicht als störend empfinden.
Nicht geeignet sind Buntbarsche aus den Malawie- Tanganjika- oder Vikroiasee, da hier die Ansprüche an Wasser und Einrichtung völlig verschieden sind. Auch ist das Vergesellschaften mit Diskus eine wirklich schlechte Kombination, denn die Schmerlen vertragen dauerhaft diese enormen Temperaturen nicht, in denen Diskus meist gepflegt werden.
Gehalten, im richtigen Becken mit geeignetem Besatz bereiten sie einem jedoch viel Freude aufgrund ihrer Art! Ich pflege meine mit Flösselhechten, Messerfischen, Dornwelsen und Schwielenwelse sowie Labeo ohne Probleme. Man sollte bei dem handling auf den Dorn unter dem Auge dieser Tiere achten. Ein Stich ist äußerst schmerzvoll und kann zu Entzündungen führen! Als Futter sollte man nebenbei Schnecken vermehren. Sie sind zwar nicht wie bei vielen Kugelfischen zum überleben notwendig, fördern jedoch das Wohlbefinden um einiges. Auch kann man problemlos Muschelfleisch, Garnelen, Mückenlarven, Artemia usw. füttern. Auf Flockenfutter und Tabs sollte verzichtet werden. Gerade für junge Prachtschmerlen reichen die Nährstoffe in diesem Futter nicht aus und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Im großen und Ganzen sind Clown-Prachtschmerlen beeindruckende Pfleglinge die einem bei der richtigen Haltung sehr lange Freude bereiten. Bitte versucht, wenn ihr Prachtschmerlen aufnehmt, euch Privat umzuhören. Zu viele leben unter schlechten Bedingungen und würden sich über ein artgerechtes Zuhause sehr freuen!



































