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Zierfische, Familie Botiidae

Prachtschmerle Chromobotia macracanthus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Die Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus) wird im Aquarium etwa 30 cm groß, in der Natur sogar bis 40 cm. Sie zählt zu den bekanntesten Schmerlen der Aquaristik und ist gleichzeitig eine der am häufigsten unterschätzten Arten: Wer sich für Prachtschmerlen entscheidet, braucht ein großes Becken ab 1.080 Litern, Geduld und Erfahrung, denn die Tiere können 20 bis 50 Jahre alt werden.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • bis 40 cmEndgröße

  • 20-50 JahreLebenserwartung

  • 24-30 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 1-12 °dGHGesamthärte

  • ab 1080 lAquariengröße

Beschreibung

Der kräftige, seitlich leicht komprimierte Körper zeigt eine intensiv orange bis goldene Grundfärbung mit drei breiten, tiefschwarzen Querbändern, die durch das Auge, die Körpermitte und die Schwanzwurzel verlaufen. Die Flossen leuchten orange bis rötlich; bei Populationen aus Borneo treten teils schwärzliche Bauchflossen auf. Der breite Kopf trägt markante Barteln, die beim Durchwühlen des Sandbodens ständig im Einsatz sind. Unterhalb des Auges sitzt ein ausklappbarer Dorn, der bei Stress oder Transport als Verteidigungswaffe dient und sich in Netzen verfangen kann. Im Aquarium ist Chromobotia macracanthus ein lebhafter Bodenbewohner, der in Gruppen ab sechs bis acht Tieren komplexe soziale Hierarchien ausbildet. Die Tiere kommunizieren untereinander durch Klicklaute, die sie mit ihren Schlundzähnen erzeugen. Ein häufig beobachtetes Verhalten, das Halter beunruhigt: Prachtschmerlen legen sich gelegentlich auf die Seite und scheinen reglos auf dem Boden zu liegen. Das ist völlig normales Ruheverhalten und kein Krankheitszeichen. Besonders markant ist die Rolle als Schneckenjäger: Mit dem kräftigen Kauapparat knacken sie selbst robuste Gehäuse mühelos.

Haltung und Pflege

Die Prachtschmerle stellt hohe Anforderungen an Beckengröße und Wasserqualität. Die Wasserwerte sollten stabil bei 24-30 °C, pH 6,0-7,5 und GH 1-12 °dGH gehalten werden. Schwankungen bei Temperatur und pH sind unbedingt zu vermeiden, da Schmerlen empfindlich reagieren. Als Mindestbeckengröße gelten 180 cm Kantenlänge und 1.080 Liter. Für eine Gruppe von 5-6 adulten Tieren mit je 30 cm ist das bereits knapp bemessen; größere Becken sind immer besser. Kleinere Aquarien unter 400 Litern sind für diese Art nicht artgerecht, auch nicht für juvenile Tiere, da die Wachstumsrate anfangs hoch ist. Der Bodengrund muss aus feinem, abgerundetem Sand bestehen, da die Tiere intensiv im Substrat wühlen und scharfkantiger Kies die empfindlichen Barteln verletzt. Reichlich Verstecke aus Wurzelholz, Höhlen, großen Steinen und überhängender Vegetation sind Pflicht, um Rückzugsräume zu schaffen und Rangkonflikte zu entschärfen. Röhrenförmige Verstecke werden besonders gern angenommen, oft drängen sich mehrere Tiere gemeinsam in eine Höhle. Falllaub fördert das natürliche Suchverhalten und schafft mikrobielles Nahrungsangebot. Die Filterung muss leistungsstark und biologisch gut dimensioniert sein, da Prachtschmerlen viel fressen und entsprechend organische Belastung produzieren. Mäßige Strömung zum Boden hin ist erwünscht, starke Turbulenz am Boden nicht. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel sind bei dieser Art besonders wichtig. Beleuchtung: Gedämpftes Licht mit Schwimmpflanzen fördert ruhigeres Verhalten. Robuste Pflanzen wie Javafarn, Anubias oder Vallisnerien halten dem Wühlverhalten stand. Wichtiger Hinweis: Prachtschmerlen sind extrem kupferempfindlich. Medikamente und Pflanzendünger mit Kupfer können tödlich wirken. Auch Malachitgrün wird schlecht vertragen. Aufgrund ihrer sehr feinen, tief in die Schleimhaut eingebetteten Schuppen sind Prachtschmerlen besonders anfällig für die Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius). Die Behandlung erfordert kupferfreie Alternativen und erhöhte Temperatur (30 °C über mehrere Tage). Bei guter Pflege kann die Prachtschmerle 20 bis 50 Jahre alt werden. Das macht sie zu einem der langlebigsten Süßwasserfische in der Aquaristik und erfordert entsprechende Planung. Die Kombination aus Endgröße, langer Lebensdauer, Gruppenhaltung und Beckengröße macht diese Art nur für erfahrene Halter mit dauerhaft geeignetem Platzangebot empfehlenswert.

Kupfer: Extrem empfindlich gegenüber Kupfer, Formalin und Malachitgrün. Die feinen, in die Haut eingebetteten Mikroschuppen der Prachtschmerle erhöhen die dermale Durchlässigkeit drastisch – Standard-Dosen wirken neurotoxisch und verursachen akute Atmungsnot und Tod. Kupferbasierte Medikamente strikt vermeiden. Bei zwingend nötiger Behandlung äußerste Vorsicht bei der Dosierung, intensive Beobachtung und großer Wasserwechsel.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Prachtschmerlen leben sozial und sollten in Gruppen ab sechs bis acht Tieren gepflegt werden. Die Art gilt als gesellig und nicht territorial. Das Becken muss genügend Bodenfläche, Rückzugsräume und Ausweichmöglichkeiten für die gesamte Gruppe bieten. Kleine Schnecken und andere wirbellose Tiere können als Nahrung betrachtet werden; pauschale Garantien für Garnelen sind nicht möglich. Größe, Aktivität, Wasseransprüche und verfügbarer Raum müssen zusammenpassen.

Ernährung

Bei adulten Prachtschmerlen zählen Würmer, Krebstiere und pflanzliches Material zur Nahrung, ergänzt durch benthische Insekten und Wasserschnecken. Im Aquarium ist daher abwechslungsreiches sinkendes Futter mit tierischen und pflanzlichen Bestandteilen sinnvoll. Schnecken können gefressen werden, sind aber keine notwendige Konditionierungszutat.

Zucht

Die Zucht der Prachtschmerle im Aquarium gilt als nahezu unmöglich. Natürliche Nachzuchten in Heimbecken sind extrem selten dokumentiert. Kommerziell werden Prachtschmerlen fast ausschließlich durch Hormoninjektionen (Hypophysenextrakt) in professionellen Zuchtfarmen in Südostasien vermehrt. In der Natur wandern die Tiere zur Fortpflanzung in überflutete Auwälder, ausgelöst durch die Regenzeit und steigende Wasserstände. Eine Simulation dieser Bedingungen im Aquarium ist extrem aufwändig und selten erfolgreich. Dokumentierte Zuchtparameter aus professionellen Anlagen: Zuchttemperatur ca. 26-27 °C, Konditionierung mit proteinreichem Lebendfutter und Schnecken als Proteinquelle. Die Art ist Freilaicher (Eierstreuer); Eier werden über Pflanzen und Substrat verteilt. Dokumentierte Gelege umfassen mehrere tausend Eier. Die Inkubationszeit beträgt ca. 18-20 Stunden bei 26-27 °C. Die Embryonen reagieren empfindlich auf mechanische Erschütterungen und benötigen Wasserströmung zur Sauerstoffversorgung. Ab dem zweiten Tag nach Schlupf nehmen die Jungfische Artemia-Nauplien als Erstfutter auf. Für Heimaquarianer bleibt die Nachzucht ein Projekt für absolute Spezialisten mit großen Zuchtanlagen und Erfahrung in der hormonellen Reproduktionsbiologie. Der Schwerpunkt der kommerziellen Vermehrung liegt heute in China; tschechische Zuchtbetriebe spielen kaum noch eine Rolle. In Indonesien werden Prachtschmerlen dagegen weiterhin auf naturnahe Weise herangezogen: Die in den großen Flüssen driftenden Larven werden von Einheimischen gefangen und direkt vor Ort aufgezogen (dokumentiert von H.-G. Evers in der Zeitschrift AMAZONAS); solche Nachzuchten finden sich auch auf den Stocklisten der Großhändler. Was heute weitgehend fehlt, sind Wildfänge großer Exemplare.

Zuchtwasser: 26 bis 27 °C

Natürlicher Lebensraum

Die Prachtschmerle stammt aus Südostasien, genauer aus Indonesien, und besiedelt dort Flusssysteme auf Sumatra und Borneo. Bekannte Flüsse sind Kapuas, Musi, Batanghari und Indragiri. Typische Habitate sind klare bis leicht teebraune Flüsse mit mäßiger bis kräftiger Strömung und sandigem Grund, bedeckt mit Falllaub, Wurzeln und organischem Material. Während der Monsunzeit unternehmen die Tiere saisonale Wanderungen in überflutete Auwälder und Überschwemmungsgebiete, die als Laich- und Nahrungsräume dienen. Adulte Tiere bewohnen bevorzugt tiefere Zonen der Hauptflüsse, während Jungtiere in kleineren Zuflüssen und Überschwemmungsgebieten anzutreffen sind. Diese Wanderungen über viele Kilometer sind ein zentrales Element der Biologie dieser Art und einer der Gründe, warum die Nachzucht in Gefangenschaft so schwierig ist.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechtsbestimmung ist bei der Prachtschmerle nur sehr schwer möglich und gelingt in der Regel nur durch Vergleich mehrerer adulter Tiere. Weibchen wirken insgesamt fülliger mit deutlich breiterer Bauchlinie, besonders in der Laichreife. Männchen bleiben schlanker und zeigen an der Schwanzflosse leicht nach innen gebogene Spitzen, während die Schwanzflossenspitzen der Weibchen gerade verlaufen. Von oben betrachtet wirken Weibchen breiter, oft mit einer leichten Wölbung im vorderen Kopfbereich. Farbliche Unterschiede sind nicht zuverlässig.

Gut zu wissen

  • Wird 30 cm im Aquarium, in der Natur bis 40 cm; einer der häufigsten Anfängerfehler ist die Unterschätzung der Endgröße
  • Lebensdauer 20 bis 50 Jahre bei guter Haltung; langfristige Verantwortung vergleichbar mit einem Haustier
  • Kommuniziert durch Klicklaute des Kieferapparats; die Geräusche sind auch außerhalb des Beckens hörbar
  • Schläft gelegentlich auf der Seite liegend am Boden; das ist normales Ruheverhalten und kein Krankheitszeichen
  • Ausklappbarer Augenstachel als Verteidigungswaffe; verfängt sich leicht in Netzen, daher nur mit Bechern fangen
  • Hervorragender Schneckenjäger; knackt selbst robuste Gehäuse mit dem kräftigen Kauapparat
  • Nicht für Garnelenbecken geeignet – frisst Zwerggarnelen aller Größen
  • Kupferempfindlich; Medikamente und Dünger mit Kupfergehalt sind potenziell tödlich
  • Extrem anfällig für Weißpünktchenkrankheit (Ichthyo) aufgrund feiner, eingebetteter Schuppen; Behandlung schwierig, da kupfer- und malachitgrünhaltige Mittel nicht vertragen werden
  • Zeigt saisonale Wanderungen in der Natur; Regenzeit-Simulation kann Aktivität und Wohlbefinden steigern
  • Sprungrisiko gering, sichere Abdeckung dennoch empfohlen

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird die Prachtschmerle?

Die Prachtschmerle erreicht im Aquarium etwa 30 cm, in der Natur sogar bis 40 cm. Damit gehört sie zu den größten Schmerlenarten in der Aquaristik. Ein Aquarium ab 180 cm Kantenlänge und 1.080 Litern ist für eine Gruppe von mindestens sechs bis acht Tieren Pflicht. Die Endgröße wird häufig unterschätzt, da Jungtiere im Handel nur wenige Zentimeter messen.

Welche Wasserwerte braucht die Prachtschmerle?

Die Prachtschmerle benötigt eine Temperatur von 24-30 °C, einen pH-Wert von 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 1-12 °dGH. Stabile Werte sind besonders wichtig, da Schmerlen empfindlich auf Schwankungen reagieren. Außerdem ist die Art extrem kupferempfindlich: Medikamente und Dünger mit Kupfer können tödlich wirken.

Kann man die Prachtschmerle vergesellschaften?

Ja, mit ruhigen bis robusten Beifischen aus Südostasien wie Bärblingen, Rasboras und anderen friedlichen Schmerlen. Auf Zwerggarnelen muss verzichtet werden, da sie gefressen werden. Auch Schnecken sind nicht sicher, denn die Prachtschmerle ist ein sehr effektiver Schneckenjäger.

Wie alt wird die Prachtschmerle?

Die Prachtschmerle kann bei guter Pflege 20 bis 50 Jahre alt werden und gehört damit zu den langlebigsten Süßwasserfischen überhaupt. Diese enorme Lebensdauer wird beim Kauf oft nicht bedacht. Wer sich für Prachtschmerlen entscheidet, sollte sich über die jahrzehntelange Verantwortung im Klaren sein.

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 12. Juli 2015
  1. Jessica Stanzel

    Guten Tag!

    Ich bin auf Ihren bericht hier über die Clownt-Prachtschmerle gestoßen und sehe hier gerade in der Haltungsbeschreibung gravierende Fehler. Ich möchte Ihnen meinen Haltungsbericht vorstellen, ebentuell könnte man gerade bezüglich der Beckengröße etwas ergänzen:

    Chromobotia macracanthus – die (Clown)Prachtschmerle

    Die Clown-Prachtschmerle ist eine Schmerle der Gattung Chromibotia aus der Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes).
    Im weiteren Textverlauf werde ich sie nur noch als Prachtschmerle betiteln, welches der gängige Name für diese Tiere ist, obwohl dieser Name für die ganze Familie der Botiidae steht. Die Prachtschmerle stammt aus dem Fluss Kwanten (Sumatra, Asien) und Borneo. Bei der Prachtschmerle handelt es sich um eine weit verbreitete Prachtschmerlen-Art in den heimischen Aquarien, doch leider nicht immer in dem besten Umfeld.

    Diese kleinen, orangen Schmerlen, mit meistens 3 senkrecht verlaufenden, schwarzen Streifen, die jedoch auch bei manchen Tieren teilweise unterbrochen sind, oder gar kaum vorhanden, und roten Flossen ist ein hoch soziales und aufgewecktes Tier, dass durch sein kleines, possierliches und niedliches Erscheinungsbild glänzt. Doch leider hat diese Prachtschmerle eine Eigenschaft – wie viele Schmerlen frisst auch diese Schnecken und dass hervorragend.
    Doch warum „leider“? Wie schon geschrieben, landen viele junge Prachtschmerlen in den Aquarien vieler Menschen. In den meisten Fällen jedoch nicht, oder nicht nur wegen ihres

    Erscheinungsbildes, sondern weil sie als ideale Schneckenfresser verkauft werden. Daran wäre auch nichts schlechtes oder verwerfliches zu finden, wenn diese Tiere nicht so oft in zu kleiner Anzahl in viel zu kleinen Becken landen würden, dann nicht richtig gefüttert werden, nicht richtig wachsen können und eine Verhaltensstörung aufweisen. Meine Prachtschmerlengruppe besteht nur aus Nottieren aus falscher haltung. Meist lebten sie zu maximal 3 Tieren in Becken unter 100 cm, weisen Wachstumsfehler und Verhaltensstörungen auf.
    Ich möchte euch daher etwas zu diesen schönen Tieren erzählen um ein wenig zum Nachdenken anzugregen, ob man sich wirklich welche hohlen möchte bzw. kann, oder ob man seine vorhandenen wirklich das bietet, was man ihnen bieten sollte.

    Prachtschmerlen sind äußerst soziale Tiere und stark an ihre Artgenossen gebunden. Sie suchen die Nähe der Artgenossen nahezu ständig, sitzen oft

    gemeinsam in engsten Verstecken und würde man es vermenschlichen, könnte man manch ein Verhalten als „Spielen“ bezeichnen. Je größer die Gruppe also ist, umso mehr leben sie ihr richtiges Verhalten aus. Tiere aus Einzelhaltung oder kleinen Gruppen sind sehr scheu, meist Blass und verstecken sich äußerst viel oder werden gar aggressiv.
    Meine Gruppe blühte erst richtig auf, als es 10 Tiere waren. Ich sehe 6 – 8 Tiere als absolutes Minimum. Man sollte aber beachten, dass dieser Tiere 30 cm groß werden können und sollten. Die wohl größte, berühmteste Prachtschmerle „Marge“ wies gemessene 32 cm Länge und eine Höhe von 25 cm und erreichte ein erstaunliches Alter. Prachtschmerlen können ein Alter von bis zu 22 Jahre erreichen, selten sogar mehr, sind also lange eine Freude, wenn man alles richtig macht. 25 cm in einem Heimaquarium sind also keine Seltenheit. Somit klingt es logisch, dass für eine Truppe dieser Tier ein Becken von 120 cm, von mir aus auch 150 cm nicht genügen, wie es die Literatur, welche leider oft sehr veraltet ist oder kaum auf eigene Erfahrungen beruht, vorgibt. Grundsätzlich empfinde ich ein Aquarium von min. 200 cm Länge als absolutes Minimum. Am besten sind jedoch Becken ab 250 cm aufwährts geeignet, um eine möglichst große Truppe pflegen zu können. Anfänglich handelt es sich um sehr sensible Tiere. Da man bei ihnen von keinem wirklichen Schuppenkleid reden kann, haben sie eine relativ empfindliche Schleimhaut. Da sich hier bei kleinsten Verletzungen leicht Parasiten einnisten könne, muss man auf eine sehr hohe Wasserqualität achten! Ein Aquarium für Prachtschmerlen muss nicht unbedingt hoch sein, die Länge und die Breite ist hier wesentlich wichtiger. Weicher Bodengrund wie Sand, oder sehr feiner Kies sollte unbedingt im Becken sein, damit die Tiere in dem Boden nach Futter suchen können, ohne sich dabei zu verletzten.

    Viele Äste und Wurzeln bilden super Unterstände und bieten Schutz. Da diese Tiere aus einem Fluss stammen, freuen sie sich sehr über viel Strömung. Installiert man neben einen großen Filter eine Strömungspumpe kann man gut beobachten, wie sich die Tiere in diese Strömung legen und diese Stelle auch sehr häufig aufsuchen. Eine separate Strömungspumpe ist keine Pflicht für eine gesunde Haltung, aber förderlich für die Gesundheit. Schlanke Schmerlen nehmen seit dem gut an Muskelmasse zu. Eine ordentliche Filteranlage ist jedoch Pflicht, da diese Tiere reines, sauberes Wasser benötigen. Ein pH von 6,5 – 7,2 sollte man anstreben. Ich biete meinen Tieren eine so genannte Winterpause. Einige Gebiete im Sumatra sind zu manchen Jahreszeiten äußerst kühl, so auch der Fluss Kwanten. In den Monaten Oktober bis Dezember habe ich keine Heizung in diesem Becken laufen. Die Temperaturen fallen hier auf bis zu 18 Grad. In den Monaten Januar bis April steigere ich die Temperatur auf 22 – 24 Grad. Ab Mai läuft die Heizung wieder nicht, die warmen Tage bringen dann die Temperaturen von alleine hoch. Nicht nur, dass hierdurch meine Polypterus senegalensis im Sommer ablaichen, auch die Schmerlen weisen ein anderes Verhalten auf.
    Manche Tiere, vermutlich Weibchen, bilden im Mai einen dickeren Bauch. Die Fressmenge- und Lust ist in den Monaten jedoch immer konstant. Im Juli und August drehen sie dann völlig ab, schwimmen oft zu sechst oder gar zu zehnt eng zusammen, wie wild durch das Becken, zeigen in dieser Zeit mehr Farbe und wirken allgemein kräftiger. Ob dies wirklich ein Balzverhalten ist, kann ich nicht zu 100 % ausmachen. Aufgrund der Umstände jedoch nicht unmöglich. Diesen Zyklus halte ich nun etwa 8 Jahre bei. Prinzipiell kann man jedoch sagen, dass die optimale Temperatur bei 23 – 27 Grad liegt und eine leichte Winterpause eine gute Wahl ist. Eine Vergesellschaftung von Prachtschmerlen untereinander und mit anderen Arten ist kein Problem, solange dessen Bedürfnisse zusammen passen. Meine Gruppe besteht aus Tieren zwischen 5 – 23 cm. Kleine kann man immer ohne Probleme einsetzen. Ideal eignen sich für eine Vergesellschaftung andere Schmerlen wie Botia historca oder Barben, wie Barbus demasoni, Barbus filamentosus, wenn der Platz gegeben ist. Aber auch diverse Saugwelse oder Dornwelse eignen sich sehr gut.
    Kleine Salmler, Bärblinge, Zwergcichliden usw. ebenfalls, solange diese die Strömung nicht als störend empfinden.

    Nicht geeignet sind Buntbarsche aus den Malawie- Tanganjika- oder Vikroiasee, da hier die Ansprüche an Wasser und Einrichtung völlig verschieden sind. Auch ist das Vergesellschaften mit Diskus eine wirklich schlechte Kombination, denn die Schmerlen vertragen dauerhaft diese enormen Temperaturen nicht, in denen Diskus meist gepflegt werden.
    Gehalten, im richtigen Becken mit geeignetem Besatz bereiten sie einem jedoch viel Freude aufgrund ihrer Art! Ich pflege meine mit Flösselhechten, Messerfischen, Dornwelsen und Schwielenwelse sowie Labeo ohne Probleme. Man sollte bei dem handling auf den Dorn unter dem Auge dieser Tiere achten. Ein Stich ist äußerst schmerzvoll und kann zu Entzündungen führen! Als Futter sollte man nebenbei Schnecken vermehren. Sie sind zwar nicht wie bei vielen Kugelfischen zum überleben notwendig, fördern jedoch das Wohlbefinden um einiges. Auch kann man problemlos Muschelfleisch, Garnelen, Mückenlarven, Artemia usw. füttern. Auf Flockenfutter und Tabs sollte verzichtet werden. Gerade für junge Prachtschmerlen reichen die Nährstoffe in diesem Futter nicht aus und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Im großen und Ganzen sind Clown-Prachtschmerlen beeindruckende Pfleglinge die einem bei der richtigen Haltung sehr lange Freude bereiten. Bitte versucht, wenn ihr Prachtschmerlen aufnehmt, euch Privat umzuhören. Zu viele leben unter schlechten Bedingungen und würden sich über ein artgerechtes Zuhause sehr freuen!

  2. Matthias WiesenseeRedaktion

    Hallo Jessica, vielen Dank für deine Hinweise. Wir werden zeitnah die Beschreibung überarbeiten.

  3. Matthias WiesenseeRedaktion

    Hallo Jessica, vielen Dank für deine Anmerkungen. Wir werden diese zeitnah einbauen.

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Schmerlen, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Kaiser-Prachtschmerle

Schmerlen

Kaiser-Prachtschmerle

Leptobotia elongata

  • Endgröße: 40-50 cm SL
  • Aquarium: ab 2900 l
  • Temperatur: 15-21 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, territorial

Tigerschmerle

Schmerlen

Tigerschmerle

Syncrossus helodes

  • Endgröße: 30 cm (SL)
  • Aquarium: ab 900 l
  • Temperatur: 24-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

In der Gruppe halten, territorial

Blaurote Schmerle

Schmerlen

Blaurote Schmerle

Yasuhikotakia modesta

  • Endgröße: bis 25 cm
  • Aquarium: ab 300 l
  • Temperatur: 25-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

Saugschmerle mit hellem, länglichem Körper und dunklen Flecken auf Sand, ein Vertreter der Schmerlen.

Schmerlen

Saugschmerle

Gyrinocheilus aymonieri

  • Endgröße: bis 28 cm SL
  • Aquarium: ab 450 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

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