Cichla orinocensis
Beschreibung
Cichla orinocensis, der Orinoko-Pfauenbarsch, ist ein großer Raubfisch aus der Familie Cichlidae mit bis zu 60 cm SL. Die Grundfärbung reicht von grünlich über gelb bis gold, mit drei markanten, goldumrandeten dunklen Ocellen auf den Flanken und einem weiteren Fleck an der Schwanzwurzel. Charakteristisch ist das Fehlen dunkler Markierungen auf dem Kiemendeckel. Der kräftige, muskulöse Körperbau ist für das Ergreifen und Verschlucken ganzer Beutefische optimiert.
Im Aquarium zeigt die Art typisches Ambush-Jagdverhalten in der mittleren bis unteren Schwimmzone. Die Tiere nutzen Strukturen als Deckung und lauern auf vorbeiziehende Beutefische. Gegenüber ähnlich großen Beifischen meist ruhig, aber territorial. Während der Brutzeit steigert sich die Aggressivität erheblich.
Für normale Heimaquarien nicht geeignet. Die Haltung erfordert Aquarien von mindestens 2.000 Litern und ca. 244 cm Kantenlänge.
Besonderheiten
- Ausgeprägte Ocellen-Musterung: drei Flankenflecken plus Schwanzwurzelfleck; kein dunkler Fleck auf dem Kiemendeckel
- Männchen entwickeln mit zunehmender Geschlechtsreife einen Nuchal hump (Stirnbuckel)
- Ambush-Jäger: nutzt überhängende Vegetation, Wurzeln und Unterstände als Hinterhalt
- Territorial; während der Brutzeit besonders aggressiv
- Frisst Krebstiere und Garnelen; Garnelenhaltung ungeeignet
- Für normale Heimaquarien nicht geeignet (über 50 cm)
Vergesellschaftungshinweise
Das Temperament ist ruhig bis moderat aggressiv. In sehr großen Aquarien sind die Tiere gegenüber ausreichend großen Beifischen meist gelassen. Während der Brutzeit zeigen die Elterntiere ausgeprägte Aggressivität gegenüber allen potenziellen Störern. Geeignete Begleiter sind andere sehr große südamerikanische Fische; kleine und mittelgroße Fische sowie Garnelen werden als Beute betrachtet.
Garnelen sind ungeeignet, da Cichla orinocensis Krebstiere als natürliche Nahrungsquelle frisst.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen erreichen tendenziell größere Maße und entwickeln mit zunehmender Geschlechtsreife einen ausgeprägten Stirnbuckel (Nuchal hump). Weibchen bleiben in der Regel kleiner und kompakter.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 27 bis 29 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH 5 bis 15 dGH.
Beckengröße: Mindestens 244 cm Kantenlänge (ca. 2.000 Liter).
Einrichtung: Großzügige, offen strukturierte Becken mit einzelnen großen Strukturelementen wie versenkten Wurzeln, Totholz und flachen Steinformationen. Feinsandiges Substrat. Keine starke Strömung erforderlich. Leistungsfähige mechanische und biologische Filterung. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel. Sichere Abdeckung empfohlen.
Cichla orinocensis ist eine Art ausschließlich für Spezialisten mit Großaquarien.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher mit Elternpflege. Die Zucht gilt als sehr schwer und ist in der Aquaristikliteratur kaum belegt. Paare nutzen flache Steine als Laichplatz. Eier schlüpfen nach etwa 60 Stunden bei 28 bis 30 Grad Celsius. Zuchtwasserwerte: Temperatur 28 bis 30 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH maximal 10 dGH. Große Wasserwechsel mit weicherem Wasser als mögliche Laichauslöser.
Ernährung/Futterbedarf
Cichla orinocensis ist ein ausgeprägter Piscivor. Im Aquarium: ganze oder filettierte kleine Fische (Stint, Weißfisch), Muschelfleisch, Garnelen und Krill. Jungtiere nehmen anfangs auch Mückenlarven und andere kleine Wirbellose an. Abwechslungsreiche Fütterung in angemessener Portionsgröße.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Cichla orinocensis ist in Südamerika heimisch, vor allem im Orinoco-Becken (Kolumbien, Venezuela) sowie im Rio Negro-Becken in Brasilien. Die Art bevorzugt Uferbereiche mit überhängender Vegetation, versunkenen Bäumen und dichtem Wurzelwerk. Substrat aus Sand oder Schlamm, geringe bis moderate Strömung. Saisonale Überschwemmungen erweitern das Jagdgebiet.