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Zierfische, Familie Cichlidae

Humboldt-Kammbuntbarsch Cichla temensis

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Cichla temensis, der Humboldt-Kammbuntbarsch, ist der größte Vertreter der Gattung Cichla und einer der größten Cichliden der Welt mit bis zu 99 cm TL. Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Auch im Aquarium werden die Tiere 70 bis 85 cm lang und brauchen eine Spezialanlage von mindestens 3.200 Litern bei 300 cm Kantenlänge.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • bis 99 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 27-29 °CTemperatur

  • 5,5-6,5pH-Wert

  • 1-15 °dGHGesamthärte

  • ab 3200 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körperbau ist länglich, muskulär und stromlinienförmig. Die Grundfärbung variiert von grünlich-gold bis bronze. Es existieren zwei Farbmorphen: die Paca-Form mit vier Reihen weißlich-gelblicher Sprenkel über den Flanken sowie die Açu-Form mit drei markanten schwarzen Vertikalbalken, die vor allem während der Fortpflanzungsphase auftritt. Ein Ocellus an der Schwanzwurzel ist ein weiteres Erkennungsmerkmal. Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter und besonders während der Brutzeit einen markanten Stirnbuckel (Nuchal hump). Im Aquarium werden typischerweise 70 bis 85 cm erreicht.

Haltung und Pflege

Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Jungtiere werden oft mit rund 5 cm Länge verkauft, ausgewachsene Tiere brauchen eine Spezialanlage von mindestens 3.200 Litern. Wasserwerte: Temperatur 27 bis 29 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH bis 15 dGH. Beckengröße: Mindestens 300 x 90 x 120 cm (ca. 3.200 Liter). Einrichtung: Weiträumiger Freischwimmbereich mit einzelnen großen Wurzeln und flachen Steinen als Laichsubstrat. Sandiges oder feinkieseliges Substrat. Bepflanzung kaum praktikabel. Sehr leistungsfähige Filterung. Regelmäßige, großvolumige Wasserwechsel. Moderate Strömung. Gedämpfte Beleuchtung. Cichla temensis ist eine Art nur für Spezialisten mit Großbecken oder Teichanlagen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Cichla temensis ist territorial und moderat bis stark aggressiv, besonders während der Brutpflege. Die Art ist gegenüber allem, was ins Maul passt, gefährlich. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr großen, robusten Arten aus Südamerika in extrem weiträumigen Becken möglich, etwa mit großen Arowanas, Süßwasserrochen oder sehr großen Welsen. Garnelen, Schnecken und alle kleineren Fische sind ungeeignete Partner und werden als Futter betrachtet.

Ernährung

Cichla temensis ist ein strenger Piscivor. Das natürliche Beutespektrum besteht überwiegend aus kleinen Characiden, daneben Krebstiere, Insekten und gelegentlich Amphibien. Im Aquarium: Stint, Lanzettfisch, Garnelen, Muschelfleisch, Wittlingsstücke und weiteres mageres Fischfleisch. Kann an große carnivore Pellets gewöhnt werden. Tägliche Fütterung in angemessener Menge. Die Futtermenge am Fressverhalten ausrichten und nicht gefressene Reste rechtzeitig entfernen.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher mit Elternpflege. Die Zucht ist im Hobby sehr selten dokumentiert und gilt als sehr schwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 28 bis 30 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH maximal 10 dGH. Auslöser: großvolumige Wasserwechsel mit weicherem Wasser und leichte Temperaturerhöhung. Gelegegrößen 2.000 bis über 10.000 Eier. Beide Elternteile fasten während der Brutpflege und bewachen die Jungfische etwa zwei Monate lang.

Natürlicher Lebensraum

Cichla temensis kommt im Amazonasbecken in den Einzugsgebieten von Rio Negro und Rio Uatumã sowie im Orinoco-Becken Venezuelas und Kolumbiens vor. Adulte Tiere nutzen tiefere Uferzonen von Lagunen sowie sandige und felsige Uferbereiche der Hauptflusskanäle. Saisonale Wasserstandsschwankungen beeinflussen Wachstum und Fortpflanzung, ohne die Art auf langsam fließende Überschwemmungswälder zu beschränken.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden deutlich größer als Weibchen und entwickeln einen markanten Stirnbuckel (Nuchal hump), der in der Fortpflanzungszeit besonders ausgeprägt ist. Im Aquarium erreichen Männchen 70 bis 85 cm. Weibchen bleiben kleiner.

Gut zu wissen

  • Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: im Aquarium 70 bis 85 cm lang, Spezialanlage ab 3.200 Litern nötig
  • Größter Cichlide der Amerikas; erreicht bis zu 99 cm TL und über 12 kg
  • Saisonaler Wechsel zwischen Paca-Form (ruhend) und Açu-Form (Fortpflanzung)
  • Männchen entwickeln mit Reife einen ausgeprägten Stirnbuckel (Nuchal hump)
  • Intensive, aggressive Eltern-Brutpflege über ca. 2 Monate
  • Sprungneigung gering; Abdeckung dennoch empfohlen

Galerie

Häufige Fragen

Kann man den Humboldt-Kammbuntbarsch im Aquarium halten?

Nicht in einem normalen Wohnzimmeraquarium. Die Art wird auch im Aquarium 70 bis 85 cm lang und braucht eine Spezialanlage von mindestens 3.200 Litern (300 x 90 x 120 cm). Jungtiere werden mit rund 5 cm Länge angeboten und wachsen aus jedem üblichen Becken heraus.

Welche Wasserwerte braucht der Humboldt-Kammbuntbarsch?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 27 bis 29 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5 und GH bis 15 dGH.

Kann man den Humboldt-Kammbuntbarsch vergesellschaften?

Strikt auf sehr große südamerikanische Arten beschränken: Arowanas, Süßwasserrochen und sehr große Welse in entsprechend großen Becken. Alle kleineren Fische und Wirbellosen sind ungeeignet.

Kann man den Humboldt-Kammbuntbarsch im Aquarium züchten?

Substratlaicher mit Elternpflege. Im Hobby sehr selten dokumentiert und sehr schwer. Gelegegrößen 2.000 bis über 10.000 Eier. Brutpflege ca. 2 Monate.

Was frisst der Humboldt-Kammbuntbarsch?

Strenger Piscivor. Stint, Lanzettfisch, Muschelfleisch, Garnelen und mageres Fischfleisch. Kann an große carnivore Pellets gewöhnt werden.

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Fragen und Erfahrungen

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