Mayaheros urophthalmus

Deutscher Name: Schwanzfleckbuntbarsch

Paar - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Mexiko
Farben:
braun, gelb, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Cichlasoma urophthalmus
Gattung: Cichlasoma
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Schwanzfleckbuntbarsch (Mayaheros urophthalmus) ist ein imposanter, kräftig gebauter Buntbarsch aus Mittelamerika, der bis zu 40 cm SL erreicht. Der Körperbau ist typisch für mittelamerikanische Cichliden: breit im Vorderkörper, zum Schwanzstiel hin verjüngt, mit gedrungenem, relativ hochrückigem Profil. Die Art zeigt eine robuste Zeichnung mit kräftigen Flanken und einem dunklen Fleck im Schwanzbereich, der ihr den deutschen Namen gab (urophthalmus = Schwanzauge). Männchen wachsen deutlich größer als Weibchen und nehmen mit zunehmendem Alter intensivere Färbungen und verlängerte Rücken- sowie Afterflossen an. Im Aquarium verhält sich Mayaheros urophthalmus typisch territorial und durchsetzungsstark gegenüber Artgenossen und Beifischen ähnlicher Größe. Die Art hält sich bevorzugt in mittleren bis unteren Schwimmzonen auf und nutzt Steine oder Wurzeln als Revier- und Ruheplätze. Während Balz und Brutpflege zeigt sie deutlich gesteigerte Verteidigungsbereitschaft. Die Art ist ein aktiver Gräber, der Bodensubstrat umschichtet und Pflanzen entwurzeln kann. Besonderheiten sind die ausgeprägte euryhaline Toleranz – Mayaheros urophthalmus kann nicht nur in Süß- und Brackwasser, sondern auch unter Meerwasserbedingungen überleben – sowie die starke biparentale Elternfürsorge. Aufgrund dieser Robustheit gilt die Art in den USA als potenzieller Problemfisch (invasive Tendenz).
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Euryhalin: Toleriert Süß-, Brack- und Meerwasserbedingungen
  • Biparentale Brutpflege: Beide Eltern betreuen Gelege und Jungfische aktiv über mehrere Wochen
  • Stark territorial während Balz und Brut
  • Aktiver Gräber: Entwurzelt Pflanzen und schichtet Bodensubstrat um
  • Geeignet für sehr große Aquarien (mind. 210 cm Länge)
  • Potenzieller Problemfisch (invasive Tendenz) außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets

Vergesellschaftungshinweise

Mayaheros urophthalmus wird überwiegend paarweise gehalten; empfohlen wird eine etablierte Paarhaltung, da die Art gegenüber Artgenossen sehr intolerant sein kann und ausgeprägte Territorialkämpfe entstehen. In einer stabilen Paargemeinschaft entwickeln die Tiere oft feste Bindungen und zeigen biparentale Brutpflege. Mehrtierbesatz erfordert ein sehr großes Becken. Das Temperament ist territorial und deutlich aggressiv. Die Art eignet sich ausschließlich für Gemeinschaftshaltung mit mittelgroßen bis großen Fischen wie anderen robusten Cichliden oder kräftigen Welsen. Während der Brutzeit verstärken sich Territorialität und Aggression erheblich. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden in der Regel toleriert. Sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen werden eher toleriert. Für die Vergesellschaftung sollten ausschließlich robuste, mittelgroße bis große Fische aus Mittelamerika gewählt werden. Die Kombination mit ostafrikanischen Buntbarschen ist zu vermeiden, da unterschiedliche Verhaltens- und Wasserbedingungen bestehen. Kleine Fische, Zwergbuntbarsche und empfindliche Arten sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen wachsen deutlich größer und erreichen die dokumentierte Maximalgröße von bis zu 40 cm SL. Männchen sind farbintensiver und besitzen im adulten Zustand verlängerte Rücken- und Afterflossen. Weibchen bleiben tendenziell kleiner und haben eine etwas rundere Körperform im Bauchbereich, besonders während der Laichbereitschaft. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ohne Beobachtung des Paarungsverhaltens kann insbesondere bei Jungtieren anspruchsvoll sein.
Größe: M: bis 40 cm (SL), W: kleiner

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte Temperatur: 20–30 °C (Optimalbereich 22–28 °C) pH: 7,0–8,0 GH: bis 20 °dGH Beckengröße Mindestgröße 210 cm Kantenlänge, ca. 800 Liter. Dieses Volumen bietet ausreichend Revierfläche und reduziert Aggressionen. Einrichtung Sandiger bis feinsandiger Bodengrund kombiniert mit größeren Steinen, Wurzelholz und robusten Pflanzen (z. B. Anubias, Java-Farn), die als Sichtschutz und Rückzug dienen. Robuste Pflanzen sollten mit Steinen gesichert werden, da die Art aktiv gräbt. Offene Schwimmzonen sollten vorhanden sein. Filterung und Strömung Leistungsfähige Filterung für hohe Wasserqualität und ausreichende Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel (2–3 mal wöchentlich anteilig) werden empfohlen. Mayaheros urophthalmus ist aufgrund seiner Robustheit, seines breiten Futterspektrums und seiner biparentalen Brutpflege eine interessante Art für erfahrene Aquarianer mit ausreichend Platz. Die Pflege erfordert ein sehr großes Becken, stabile Wasserparameter und eine wohlüberlegte Vergesellschaftung ausschließlich mit robusten, gleichgroßen Arten.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,0–8,0
Temperatur:
22–28 °C
Beckengröße:
ab 210 cm, 800 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Biparentaler Substratlaicher Ein etabliertes Paar bereitet eine harte, glatte Oberfläche wie einen Stein oder Schiefer vor oder gräbt eine flache Mulde im Substrat, auf der das Weibchen die Eier ablegt. Gelege umfassen 500 bis 6.000 Eier. Beide Eltern beteiligen sich aktiv an der Bewachung der Eier, der Pflege der Larven und dem Schutz der frei schwimmenden Jungfische. Die Brutpflege dauert 4–6 Wochen; die Jungfische werden innerhalb etwa einer Woche nach dem Schlupf freischwimmend. Empfohlene Zuchtbedingungen: Temperatur 24–27 °C, pH 7,0–8,0. Sand- oder Feinsandsubstrat, strukturgebende Elemente wie Steine oder Holz zur Revierbildung. Starke Filtration und gute Sauerstoffzufuhr. Als Aufzuchtfutter eignen sich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und fein pulverisiertes Aufzuchtfutter.

Ernährung/Futterbedarf

Mayaheros urophthalmus ist ein Allesfresser und nimmt sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung gut an. In der Natur ernährt sich die Art hauptsächlich von Wasserwirbellosen, Kleinfischen und Makro-Invertebraten sowie ergänzend von Algen und Pflanzenmaterial. Empfohlene Fütterung: Hochwertige sinkende Pellets oder Granulate als Grundfutter, ergänzt durch gefrorene oder lebende proteinreiche Kost wie Artemia, Mysis, Krill oder Mückenlarven. Für die pflanzliche Komponente eignen sich Spirulina-haltige Futtertabs sowie blanchierter Spinat oder Zucchini. Mehrmals täglich kleinere Portionen sind sinnvoller als einmalig große Mengen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
keine gesicherten Angaben

Natürlicher Lebensraum

Mayaheros urophthalmus stammt aus Mittelamerika und ist in Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras und Nicaragua verbreitet. In der Natur besiedelt die Art vor allem träges oder langsam fließendes Wasser: Sümpfe, Marschen, große flache Teiche und temporäre Wasseransammlungen. Die Art zeigt eine erwähnenswerte Toleranz gegenüber Brackwasserbedingungen und ist häufig in Mangrovenbereichen und Küstenlagunen anzutreffen. Das natürliche Habitat ist strukturiert mit Bereichen aus Pflanzenbewuchs, Wurzeln und angeschwemmten Hölzern sowie freien Sand- oder Schlammflächen. Die Strömung ist generell gering. Invasive Populationen existieren in den USA (Florida) und Singapur. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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