Hoplisoma adolfoi

Deutscher Name: Adolfos Panzerwels

Herkunft:
Brasilien
Farben:
orange, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Corydoras adolfoi
Gattung: Corydoras
Familie: Callichthyidae

Beschreibung

Hoplisoma adolfoi, der Adolfos Panzerwels, ist ein kleiner Panzerwels von bis zu 6 cm mit charakteristischer Färbung. Die Grundfarbe wirkt weißlich-beige bis hellgelblich mit einer schwarzen Augenbinde und einem leuchtend orangen Nackenfleck. Ein dunkles Band verläuft entlang des Rückens bis zur Schwanzwurzel. Wichtiger Hinweis: Hoplisoma adolfoi wird regelmäßig mit C. duplicareus verwechselt. Zuverlässigstes Unterscheidungsmerkmal ist die Breite des schwarzen Rückenbandes: bei H. adolfoi deutlich schmaler, bei C. duplicareus breit und ausgedehnt. Zusätzlich ist H. adolfoi insgesamt schlanker gebaut, C. duplicareus hochrückiger. Die früher als eindeutig geltende Bedornung der Brustflossenstacheln (duplicareus gesägt, adolfoi glatt) ist nach neueren Untersuchungen weniger verlässlich, da bei Wildfängen beider Arten auch glatte Stacheln vorkommen können. Im Aquarium zeigt Adolfoi ruhiges, geselliges Verhalten und bewegt sich überwiegend in Bodennähe. Die Art gilt als sensibler gegenüber schlechter Wasserqualität und benötigt saubere, gut gepflegte Verhältnisse.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Oranger Nackenfleck kombiniert mit schwarzer Augenbinde und dunklem Rückenband; das schmalere Rückenband ist das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal zu C. duplicareus
  • Starker Gründeltrieb: feiner, runder Sand ist zwingend als Substrat. Scharfkantiger Kies schädigt die empfindlichen Barteln und führt über Sekundärinfektionen zum Tod
  • Bevorzugt strukturreiche Einrichtung mit reichlich Laub und Wurzelwerk im Schwarzwasser-Stil
  • Sehr empfindlich gegenüber Kupfer: Standard-Medikationen gegen Ichthyo oder Samtkrankheit können tödlich wirken, da die schuppenlose Haut Kupfer ungebremst aufnimmt. Nur reduzierte Dosierungen oder kupferfreie Alternativen verwenden
  • Springer-Gefahr: ruckartige Oberflächen-Dashes zum Luftschnappen können zum Sprung über die Beckenkante führen – eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
  • Darmatmung (kein Labyrinthorgan): der freie Zugang zur Wasseroberfläche darf nie durch dichte Schwimmpflanzen oder Glasdeckel blockiert sein
  • Self-Poisoning-Risiko: unter starkem Stress (Transport, Netzfang) geben die Axillardrüsen ein Proteingift ins Wasser ab, das im begrenzten Volumen einer Transporttüte tödlich wird. Transportwasser niemals ins Becken geben
  • Typische T-Stellung bei der Laichaktivität, Legegröße pro Ablage nur 20-30 Eier (vergleichsweise geringe Fruchtbarkeit)
  • Verträglichkeit: Schnecken geeignet; Garnelen mit Einschränkung – adulte Tiere sind sicher, sehr kleine Nachzuchten können gefressen werden

Vergesellschaftungshinweise

Hoplisoma adolfoi ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 5-6 Tieren gehalten werden; empfohlen werden 8-10 Exemplare für natürliches Schwarmverhalten und geringere Stressanfälligkeit. Das Temperament ist sehr friedlich. Verträglichkeit mit Wirbellosen: weitgehend verträglich gegenüber Schnecken und adulten Zwerggarnelen. Sehr kleine Garnelennachzuchten können gefressen werden. Für eine harmonische Gemeinschaft eignen sich andere südamerikanische Fische, insbesondere friedliche Salmler und weitere Panzerwelse. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche wie Malawi- und Tanganjikasee-Arten sind nicht kompatibel, da sie gegensätzliche Wasserwerte benötigen.

Geschlechtsdimorphismus

Bei Corydoras adolfoi ist ein Geschlechtsunterschied erkennbar. Weibchen werden in der Regel größer und deutlich fülliger. Männchen bleiben schlanker und wirken etwas kleiner.
Größe: bis 6 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte für die Haltung: 22-26 °C, pH 5,5-7,0, GH bis etwa 15 dGH bei stabilen Verhältnissen. Optimal sind weiche, leicht saure Werte, die sich an den natürlichen Schwarzwasserverhältnissen des Rio Negro orientieren. Für die Zucht wird hingegen GH 1-5 dGH zwingend benötigt, da sonst die Mikropyle der Eier verkalkt und die Befruchtung fehlschlägt. Empfohlene Mindestbeckengröße: 80 cm Kantenlänge, ab 200 Liter für eine Gruppe von 8 Tieren. Feiner Sand als Substrat, reichlich Laub, Totholz und Wurzeln als Verstecke. Hoplisoma adolfoi ist ein reizvoller Panzerwels für Aquarianer, die bereit sind, auf feines Substrat, reichlich Struktur und saubere Schwarzwasser-Bedingungen zu achten. Bei der Artenbestimmung sollte auf die Unterschiede zu Corydoras duplicareus geachtet werden.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,5-7,0
Temperatur:
22-26 °C
Beckengröße:
ab 80cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Status: Gut dokumentiert. Fortpflanzungstyp: Haftlaicher. Zuchtschwierigkeit: mittel bis fortgeschritten durch die hohen Anforderungen an Wasserchemie und Jungtieraufzucht. Zuchtwasserwerte: 22-26 °C, pH 5,5-6,5, GH maximal 3-5 dGH. Konditionierung mit schwarzen Mückenlarven, Tubifex, Enchyträen und Artemia. Auslösung durch großen Wasserwechsel (50-70 %) mit kühlerem Wasser zur Simulation der Regenzeit im Rio Negro. Gelegegrößen: pro Ablage nur 20-30 Eier (vergleichsweise niedrige Fruchtbarkeit gegenüber anderen Panzerwelsen wie C. sterbai oder C. aeneus). Inkubationszeit etwa 3-4 Tage, anschließend weitere 3-4 Tage Dottersackphase, dann freischwimmend. Geschlechtsreife nach etwa 10 Monaten.

Ernährung/Futterbedarf

Hoplisoma adolfoi ist ein bodenorientierter Allesfresser mit tendenziell fleischbetonter Kost. Geeignet sind absinkende Granulate und Futtertabletten, ergänzt durch Artemia, rote und schwarze Mückenlarven, Tubifex sowie Daphnien und Mikrowürmer. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hoplisoma adolfoi stammt aus dem oberen Rio Negro-Gebiet bei Sao Gabriel da Cachoeira in Brasilien. Die Art bewohnt teefarbene Schwarzwassergewässer mit weichem, saurem Wasser, feinem Sandboden und einer dicken Schicht aus Laub und Totholz.

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