Corydoras simulatus
Beschreibung
Corydoras simulatus, der Olga-Panzerwels, ist ein kompakt gebauter Panzerwels aus der Familie Callichthyidae mit einer Größe von ca. 5 cm SL. Die Grundfärbung ist hell, beige bis silbrig, kontrastiert von einem markanten, dunklen Band entlang des Rückens, das von der Rückenflosse bis zur Schwanzwurzel verläuft und an die verwandte Art Corydoras metae erinnert. Eine dunkle, vertikale Binde zieht sich über das Auge. Als Besonderheit trägt C. simulatus ein drittes Paar kleiner Rictalbarteln, das nur bei wenigen Corydoras-Arten vorkommt. Die Art ist nach IUCN als Vulnerable (VU) eingestuft.
Im Aquarium zeigt C. simulatus ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Verhalten. Er ist ein typischer Bodenbewohner, der in der Gruppe den Bodengrund nach Nahrung absucht. Als fakultativer Darmatmer benötigt die Art freien Zugang zur Wasseroberfläche, um gelegentlich Luft aufzunehmen.
Besonderheiten
- Drittes Paar Rictalbarteln: seltene anatomische Besonderheit innerhalb der Gattung
- Fakultativer Darmatmer: benötigt gelegentlich Zugang zur Wasseroberfläche zur Luftaufnahme
- Empfindliche Barteln; feiner Sand als Substrat nötig
- IUCN-Status: Vulnerable (VU), in der Natur gefährdet
- Markantes dunkles Rückenband als Erkennungsmerkmal
- Geringes Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Corydoras simulatus ist ein Schwarmfisch. Haltungsform: Gruppe mit mindestens 6 Tieren. In einer solchen Gruppe zeigen die Tiere deutlich mehr Interaktion, Synchronität beim Fressen und ein entspannteres Auftreten.
Temperament: Sehr friedlich. Während der Brutzeit können Männchen aktiver werden, die Paarung erfolgt in der typischen T-Stellung. Keine aggressive Grundnatur.
Geeignet für südamerikanisch orientierte Gesellschaftsbecken mit Salmlern, weiteren Panzerwelsen und kleinen Buntbarschen. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind nicht kompatibel.
Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken sind unproblematisch. Größere Zwerggarnelen werden toleriert; sehr kleine Garnelenjungtiere können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind insgesamt fülliger und breiter gebaut, vor allem im Bauchbereich, und können minimal größer werden als Männchen. Männchen sind schlanker und zierlicher. Unterschiede sind während der Paarungszeit besonders deutlich.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-25 °C, pH 6,0-7,0, GH 2-12 dGH.
Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter) für eine Gruppe von 6 bis 8 Tieren.
Einrichtung: Feiner, abgerundeter Sand als Substrat. Dichte Ufervegetation, Wurzeln und Totholz für Sicherheit und schattige Bereiche. Laubschichten schaffen natürliche Futtersuchplätze. Strömung: mäßig. Da C. simulatus ein Darmatmer ist, muss die Wasseroberfläche frei zugänglich sein. Regelmäßige, moderate Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher. Zuchtschwierigkeit: Schwer. Zuchterfolge in Aquarien dokumentiert, aber präzise Umweltreize erforderlich.
Zucht-Wasserwerte: Temperatur 20-22 °C, pH 6,0-6,5, GH maximal 5 dGH.
Konditionierung durch proteinreiches Lebendfutter (Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Auslöser: großer Wasserwechsel mit kühlerem, weichem Wasser als Regenzeitsimulation. Gelegegröße: ca. 50-150 Eier, klebrig, an Oberflächen abgelegt. Keine Brutpflege. Inkubation: ca. 72-96 Stunden bei 24 °C. Erstfutter: Infusorien, danach Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Corydoras simulatus ist ein Allesfresser mit Neigung zu proteinreichem Futter. Sinkendes Granulat und Futtertabletten als Basis. Ergänzend Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Tubifex, Artemia und Enchyträen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Corydoras simulatus stammt aus dem Einzugsgebiet des oberen Rio Meta sowie den Flusssystemen Rio Ocoá und Rio Manacacias in Kolumbien. Die Art bevorzugt flachere Nebenarme und Uferbereiche mit sandigen Böden, dichter Ufervegetation, Laubschicht und reichlich Totholz bei mäßiger Strömung.