Corydoras sp. CW045
Beschreibung
Der Jutai-Panzerwels (Corydoras sp. CW045, wissenschaftlich beschrieben als Hoplisoma colossus) gehört mit etwa 6 cm SL (ca. 7 cm TL) zu den größeren Panzerwelsarten. Er besitzt einen hochrückigen, robusten Körperbau mit mosaikartigen Knochenplatten an den Flanken. Charakteristisch ist eine breite, maskenartige schwarze Augenbinde, die sich vom Kiemendeckel über das Auge erstreckt. Auf dem Kopf und den Kiemendeckeln zeigt er leuchtend orange-goldene Flecken, die ihn deutlich von dem ähnlichen Hoplisoma armatum unterscheiden. Die Rückenflosse ist hoch und verlängert. Diese Art kann ihre Körperfärbung aktiv verändern und erscheint je nach Stimmung und Untergrund heller oder dunkler. Die Flossen sind rostfarben bis orange getönt. Im Aquarium ist er ein aktiver Bodenfisch, der ständig im Schwarm das Substrat nach Nahrung absucht.
Besonderheiten
- 2023 als Hoplisoma colossus wissenschaftlich beschrieben
- Kann Körperfärbung aktiv verändern
- Obligater Darmatmer, freier Zugang zur Wasseroberfläche notwendig
- Kupferempfindlich wie alle Callichthyidae
- Sand als Substrat obligatorisch
- Brust- und Rückenflossenhartstrahlen mit Giftdrüsen, beim Fangen Vorsicht
- Bisher nur aus dem Rio Jutaí (Brasilien) bekannt
Vergesellschaftungshinweise
Hoplisoma colossus ist sehr sozial und sehr friedlich. Die Haltung erfolgt in Gruppen ab 6 Tieren, empfohlen sind 8 bis 10 Tiere. Die Art lässt sich gut mit ruhigen Mittelwasser- und Oberflächenbewohnern vergesellschaften. Geeignete Beifische sind kleine bis mittelgroße Salmler, Beilbauchfische, Zwergbuntbarsche und andere friedliche Bodenbewohner. Auch größere Garnelen wie Amano-Garnelen und adulte Neocaridina davidi sind gut verträglich. Auf aggressive oder sehr große Bodenfische sollte verzichtet werden. Sehr kleine Wirbellosen-Jungtiere können gelegentlich gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind größer und fülliger als Männchen, besonders in der Bauchregion. Von oben betrachtet ist der Unterschied deutlich sichtbar. Männchen wirken schlanker und haben eher spitz zulaufende Flossenenden, während die Flossenspitzen der Weibchen stärker abgerundet sind.
Haltungstipps / Pflege
Hoplisoma colossus benötigt feinen, abgerundeten Sand als Bodengrund, da scharfkantiger Kies die empfindlichen Barteln beschädigt. Die Wasserwerte sollten bei 22 bis 26 °C, pH 5,5 bis 7,5 und GH 2 bis 12 °dGH liegen. Das natürliche Habitat im Rio Jutaí zeichnet sich durch dunkles Wasser mit einem pH-Wert um 6 und sehr geringer Härte aus. Ein Becken ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter ist das Minimum, empfohlen werden 150 Liter oder mehr bei 8 bis 10 Tieren. Zur Einrichtung gehören Wurzelholz, eine Laubschicht (Seemandelblätter, Eichenlaub) und Bereiche mit dichter Bepflanzung. Mäßige Strömung und gute biologische Filterung sind wichtig.
Wie alle Callichthyidae ist Hoplisoma colossus ein fakultativer Darmatmer: Die Tiere steigen regelmäßig an die Oberfläche, um atmosphärische Luft zu schlucken. Freier Zugang zur Wasseroberfläche muss jederzeit gewährleistet sein. Die Brust- und Rückenflossenhartstrahlen besitzen Giftdrüsen und können schmerzhafte Stiche verursachen. Beim Fangen niemals ein feines Netz verwenden. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind zu vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Hoplisoma colossus ist ein Haftlaicher. Die Zucht gilt als schwierig, dokumentierte Nachzuchterfolge sind selten. Wie bei anderen Panzerwelsen nehmen die Paare zur Eiablage die typische T-Stellung ein. Die Eier werden an harten Oberflächen (Scheiben, Wurzeln, Pflanzenblätter) angeheftet und schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen. Zuchtwasser: pH 5,5 bis 6,5, GH unter 5 °dGH, 22 bis 24 °C. Ein großer Wasserwechsel (50 bis 70 %) mit weicherem, um 2 bis 3 °C kühlerem Wasser nach reichhaltiger Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter kann als Laichauslöser dienen. Aufgrund der wenigen Nachzuchtberichte ist diese Art eher erfahrenen Züchtern vorbehalten.
Ernährung/Futterbedarf
Hoplisoma colossus ist ein omnivorer Bodenfresser. Die Basis bilden hochwertige sinkende Granulate und Futtertabletten. Ergänzend sollten regelmäßig Frost- und Lebendfutter wie rote und weiße Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Daphnien und Grindal-Würmer angeboten werden. Mehrere kleine Fütterungen am Tag sind besser als eine große. Das Futter sollte direkt auf den Bodengrund gegeben werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hoplisoma colossus stammt aus dem Rio Jutaí nahe der Mündung in den Rio Solimões im brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Die Art wurde dort 2009 erstmals importiert und ist bisher nur aus diesem Flusssystem bekannt. Der Lebensraum besteht aus dunklem, weichem Wasser über feinem, weißem Sand mit dichten Laubablagerungen und Totholz. Die Habitate sind meist schattig und mäßig strömend.