Cyclocheilichthys janthochir

Deutscher Name: Janthochir-Barbe

Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
Borneo
Farben:
blau, gelb, grün
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Cyclocheilichthys janthochir
Gattung: Cyclocheilichthys
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Cyclocheilichthys janthochir ist ein eleganter, schlanker Schwarmfisch mit silbrigem Grundton und deutlichem dunklem Längsstreifen entlang der Körperseiten. Mit zunehmendem Alter entwickeln Rücken- und Schwanzflosse eine intensive rote Färbung, während die Brustflossen häufig ein deutlich violettes Schimmern zeigen – daher der englische Trivialname „Borneo Redfin Silver Shark“. Der Körperbau ist stromlinienförmig und auf aktives Schwimmen ausgelegt; der Fisch wirkt insgesamt sehr agil und athletisch. Im Aquarium zeigt sich Cyclocheilichthys janthochir als ausgesprochen aktiver Schwimmer, der viel freien Raum zum Durchziehen benötigt. Die Tiere sind anfangs oft sehr scheu und schreckhaft und reagieren empfindlich auf Hast und laute Störungen, gewöhnen sich aber bei ruhiger Pflege an die Anwesenheit des Aquarianers. In der Gruppe entfaltet die Art ihr typisches Sozialverhalten: synchrones Schwimmen, schnelle Richtungswechsel und eine lebhafte Präsenz im mittleren bis unteren Wasserbereich. Besonderheiten der Art sind die auffällige Farbkombination aus Rot und Violett in den Flossen sowie die starke Präferenz für huminstoffreiche Schwarzwässer. Cyclocheilichthys janthochir ist ökologisch an stark gefärbte, weiche und saure Gewässer mit viel Struktur am Boden angepasst, wodurch sich im Aquarium besondere Ansprüche an Einrichtung und Wasserchemie ergeben.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Schwarzwasser-Spezialist mit Vorliebe für huminstoffreiche, teefarbene, sehr weiche und saure Gewässer.
  • Freilaicher: Laicht im freien Wasser, ohne Substrat- oder Nistplatzbindung, keine Elternfürsorge.
  • Aktiv und schlank gebaut – benötigt viel freien Schwimmraum; längliche Becken ab 180 cm bevorzugt.
  • Kann saisonale Wanderungen in der Natur zeigen, reagiert auf Regenzeit-Signale.
  • In Gefangenschaft bislang nicht erfolgreich nachgezüchtet.

Vergesellschaftungshinweise

Cyclocheilichthys janthochir ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte nicht einzeln gehalten werden. Empfohlen wird eine Gruppe von mindestens 6 bis 8 Exemplaren; in größeren Schwärmen zeigt die Art ihr natürliches Sozialverhalten am deutlichsten. Innerhalb der Gruppe herrscht ein friedliches Miteinander, Aggressionen sind nicht typisch. Das Temperament ist insgesamt friedlich, jedoch können die relativ große Körpergröße und die hohe Aktivität besonders sehr ruhige oder sehr kleine Arten einschüchtern. Gegenüber Wirbellosen gilt: Adulte Garnelen können unter Umständen toleriert werden, sehr kleine Zwerggarnelen sind jedoch gefährdet. Verträglichkeit mit Wirbellosen und anderen Bodenbewohnern: – Schnecken: Weitgehend verträglich; große, robuste Schnecken sind sicher. – Garnelen: Jungtiere von Zwerggarnelen können gefährdet sein; adulte, robuste Garnelen haben bessere Überlebenschancen. – Bodenbewohner (z. B. ruhige Welse mittlerer Größe): Weitgehend verträglich, solange Platz und Verstecke vorhanden sind. Cyclocheilichthys janthochir eignet sich am besten in einem artenreichen Schwarmbecken mit anderen südostasiatischen Schwarmfischen mittlerer Größe, die ähnliche Wasseransprüche (weiches, saures Wasser) und ein vergleichbares Aktivitätsniveau haben. Gute Beifische sind ruhige bis aktive Rasbora- oder Barbenarten aus Südostasien, die ebenfalls Schwarzwasserbedingungen tolerieren, sowie größere friedliche Welsarten. Kleine, scheue Arten und Zwerggarnelen sind weniger geeignete Partner. Große räuberische Fische sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsunterschied ist nur wenig ausgeprägt. Geschlechtsreife Weibchen sind meist etwas fülliger und hochrückiger, was vor allem vor dem Ablaichen auffällt, während Männchen schlanker bleiben und oft eine etwas intensivere Flossenfärbung zeigen. Größenunterschiede sind gering; beide Geschlechter erreichen vergleichbare Endgrößen.
Größe: ca. 20 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 22–27 °C; pH 4,0–7,0; GH 1–10 dGH (optimal: weiches bis mittelharteres Wasser unter 6 dGH; Schwarzwassercharakter bevorzugt). Diese Werte sind die Grundlage für eine erfolgreiche Pflege. Obwohl die Art aus sehr sauren Schwarzwässern stammt, zeigt sie im Aquarium eine gewisse Verträglichkeit gegenüber einem breiteren Bereich. GH-Werte deutlich über 10 dGH und pH über 7,0 sollten vermieden werden. Cyclocheilichthys janthochir braucht viel horizontalen Schwimmraum und profitiert deutlich von länglichen Becken mit großzügigen Durchzugsmöglichkeiten. Für eine Gruppe adulter Tiere ist ein Becken mit mindestens 180 cm Kantenlänge und entsprechendem Volumen erforderlich. Einrichtung: Der Bodengrund sollte vorzugsweise sandig bis feinkiesig sein und starke Struktur durch Laub, Wurzeln und Wurzelholz aufweisen. Falllaub und Seemandelbaumblätter erzeugen natürliche Verstecke, liefern Huminstoffe und fördern die Wasserchemie der Schwarzwasserhabitate. Torf oder spezielle Schwarzwasser-Medien können im Filter eingebracht werden, um die Wasserfärbung und die enthaltenen Gerbstoffe zu stabilisieren. Pflanzen sollten robust und schattentolerierend sein; schwimmende Pflanzen schaffen gedämpftes Licht. Große, freie Schwimmbahnen müssen dominieren. Filterung und Strömung: Eine moderate Strömung, orientiert an den natürlichen Fließverhältnissen (langsam bis mäßig). Ein effizienter, gut dimensionierter Filter ist notwendig; die Art sollte nie in biologisch unreifen Becken eingesetzt werden. Beleuchtung: Gedämpftes Licht fördert das Wohlbefinden der Tiere und betont die Flossenfärbung. Starke direkte Beleuchtung ist weniger vorteilhaft. Fütterung: Die Art ist überwiegend karnivor. Bieten Sie abwechslungsreiche Kost aus Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Tubifex, Mysis, Krill) sowie ergänzend hochwertiges Granulat- und Flockenfutter an. Pflanzliche Anteile spielen eine untergeordnete Rolle.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
4-7
Temperatur:
22-27 °C
Beckengröße:
ab 180 cm Kantenlaenge (mind. 500 L)

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Freilaicher (pelagischer Eispawner ohne Elternfürsorge). Die Zucht in Gefangenschaft gilt als bislang nicht dokumentiert erfolgreich. Konkrete Zuchtprotokolle liegen daher nicht vor. Für potenzielle Zuchtversuche wäre die Nachbildung der natürlichen Saisonalität (Regenzeit-Simulation durch ausgedehnte Wasserwechsel und Futterreichhaltigkeit) ein logischer Ansatz. Welche genauen Laichbedingungen die Art benötigt, ist jedoch nicht bekannt.

Ernährung/Futterbedarf

Cyclocheilichthys janthochir ist überwiegend karnivor mit starker Vorliebe für tierische Kost. In der Natur ernährt sich die Art von Wirbellosen und aquatischen Insekten, weshalb im Aquarium ein hoher Anteil an proteinreichem Futter empfohlen wird. Bewährte Futtersorten sind lebende und gefrorene Proteinquellen wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Tubifex, Mysis und Krill. Ergänzend dazu sollten hochwertige Granulat- und Flockenfutter als Grundnahrung angeboten werden. Mehrere kleinere Fütterungen am Tag sind vorteilhaft, da die Fische aktiv sind und kontinuierlich nach Nahrung suchen. Lebend- und Frostfutter sind besonders wichtig zur Konditionierung.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung

Natürlicher Lebensraum

Cyclocheilichthys janthochir ist endemisch für Borneo, hauptsächlich im Kapuas-Flusssystem (Kalimantan Barat / West-Kalimantan) und in Teilen von Kalimantan Tengah (Zentral-Kalimantan). Die Art besiedelt dort überwiegend Schwarzwasserbereiche und Torfmoorwälder mit sehr weichem, huminstoffreichem und teefarben bis bräunlich gefärbtem Wasser. Solche Habitate sind durch dichte Ufervegetation, reichlich Falllaub, Wurzeln und Äste geprägt, die dem Gewässer eine komplexe Struktur verleihen. Das natürliche Substrat besteht typischerweise aus feinem Sand oder feinkiesigem Sediment, bedeckt mit organischem Detritus und Laub. Die Strömung ist meist langsam bis mäßig. Lichtverhältnisse sind oft gedämpft durch das dichte Blätterdach; die Wasserchemie ist stark beeinflusst von gelösten Huminstoffen, mit sehr weichem und saurem Wasser (pH oft deutlich unter 6,5, GH niedrig).

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