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Zierfische, Familie Zenarchopteridae

Zwerg-Halbschnabelhecht Dermogenys pusilla

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Zwerg-Halbschnabelhecht (Dermogenys pusilla) ist ein schlanker Oberflächenfisch aus der Familie Zenarchopteridae (Halbschnäbler mit innerer Befruchtung) für Süß- und leichtes Brackwasser. Kennzeichen ist der stark verlängerte Unterkiefer, der Oberkiefer bleibt kurz. Weibchen werden bis etwa 7 cm lang, Männchen bleiben mit etwa 5 cm deutlich kleiner und tragen einen roten Fleck in der Rückenflosse.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Harem
  • Friedlich
  • bis 7 cmEndgröße

  • 24-28 °CTemperatur

  • 6,5-8pH-Wert

  • 10-20 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Gemessen ohne Schwanzflosse (Standardlänge, SL) erreicht die Art höchstens 5,5 cm. Sie ist lebendgebärend, die Afterflosse der Männchen ist zu einem Begattungsorgan (Andropodium) umgebildet. Den englischen Namen „Wrestling Halfbeak“ verdankt sie den Schaukämpfen der Männchen, die sich dabei an den Kiefern packen. Im Aquarium steht sie fast immer dicht unter der Wasseroberfläche und frisst nur dort. Sie ist schreckhaft und springt gut, eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht.

Zum Namen: Nach einer Revision (wissenschaftlichen Neuordnung) der Gattung im Jahr 2001 wurde die früher weit gefasste Art in mehrere Arten aufgeteilt, die sich äußerlich nur mikroskopisch am Andropodium unterscheiden lassen und über den Fundort bestimmt werden. Dermogenys pusilla im engen Sinn lebt auf Java. Die meisten im Handel unter diesem Namen angebotenen Tiere stammen aus Thailand und gehören zu Dermogenys siamensis.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 24 bis 28 °C, pH 6,5 bis 8,0, Gesamthärte 10 bis 20 °dGH. Hartes, eher alkalisches Wasser ist günstig, dann ist kein Salzzusatz nötig. Möglich ist er bis zu einer Dichte von etwa 1,005 (leichtes Brackwasser). Die Art reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität und auf plötzliche Schwankungen von Temperatur und Wasserwerten, deshalb besser häufig kleine Wasserwechsel machen. Für eine kleine Gruppe genügt ein Becken ab 80 cm Kantenlänge (112 Liter). Wichtiger als die Höhe ist eine große Wasseroberfläche, denn die Tiere halten sich fast nur direkt darunter auf. Frisch eingesetzte Tiere sind sehr schreckhaft. Eine dichte Bepflanzung entlang der Scheiben verhindert, dass sie sich das empfindliche Maul an der Scheibe verletzen. Eine Schicht Schwimmpflanzen und eine dicht schließende Abdeckung verhindern das Herausspringen. Die Einrichtung unter der Oberfläche ist Geschmackssache. In der Natur leben die Tiere in stehendem oder langsam fließendem Wasser, eine ruhige Oberfläche ohne starke Strömung entspricht dem.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Friedlicher Oberflächenfisch, der in der Gruppe weniger schreckhaft ist als einzeln. Männchen tragen untereinander häufig Schaukämpfe aus, bei denen sie sich an den Kiefern packen. Bleibende Verletzungen entstehen dabei selten, solange genug Platz da ist, weil das unterlegene Männchen ausweichen kann. Am besten hält man entweder nur ein Männchen oder mehrere, damit sich die Aggression verteilt. Als Beifische eignen sich ähnlich große, friedliche Arten mit gleichen Wasseransprüchen, etwa andere Lebendgebärende, kleinere Regenbogenfische und Süßwassergrundeln, im Brackwasser auch kleine Glasbarsche (Parambassis) und Hummelgrundeln. Größere oder aggressive Arten sind ungeeignet, weil die Halbschnäbler dann scheu werden und beim Futter zu kurz kommen. Jungfische werden von den Alttieren gefressen.

Ernährung

Spezialisierter Oberflächenfresser. In der Natur frisst Dermogenys pusilla Würmer, Kleinkrebse und Insekten. Im Aquarium wird nur Futter an der Oberfläche genommen. Ideal sind Fruchtfliegen (Drosophila), die vorher selbst gut gefüttert wurden, außerdem Artemia und Mückenlarven. Trockenfutter wird anfangs oft verweigert, lässt sich mit der Zeit aber meist angewöhnen. Eine hochwertige, abwechslungsreiche Ernährung ist für die Zucht entscheidend, denn Mangelernährung gilt als Hauptursache für Totgeburten.

Zucht

Dermogenys pusilla ist lebendgebärend, die Befruchtung erfolgt mit dem Andropodium im Körper des Weibchens. Die Zucht ist schwieriger als bei vielen anderen Lebendgebärenden. Die Tiere paaren sich zwar bereitwillig, viele Weibchen bringen aber tote Jungfische zur Welt. Das hängt mit der Ernährung zusammen, manche Autoren nennen Vitamin-D-Mangel als Ursache. Am besten gelingt die Zucht mit einer gut gefütterten Gruppe im Artbecken mit viel Schwimmpflanzen. Die Tragzeit hängt stark von der Temperatur ab und liegt bei 3 bis 6 Wochen, ein Wurf umfasst meist 10 bis 20 Jungfische. Weil die Alttiere den Jungen nachstellen, werden diese abgesammelt. Sie lassen sich leicht aufziehen und nehmen von Geburt an Staubfutter und Artemia-Nauplien (frisch geschlüpfte Salinenkrebse). Gesonderte Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert.

Natürlicher Lebensraum

Dermogenys pusilla im engen Sinn ist nur von Java in Indonesien sicher belegt. Nachweise aus Bangladesch, Indien, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia und von den Philippinen gelten als fraglich, sie betreffen nach der Revision von 2001 überwiegend andere Arten des Dermogenys-pusilla-Komplexes. Die Tiere leben in Flüssen, Bächen, Kanälen, Gräben, Teichen und Seen, oft in stehendem oder langsam fließendem Wasser mit Schwimmpflanzen oder Pflanzen, die bis an die Oberfläche reichen. Larven und Jungfische finden sich in der Regenzeit gelegentlich im Oberlauf von Mangroven, selten kommt die Art auch im Meer vor.

Geschlechtsunterschiede

Das sicherste Merkmal ist das Andropodium der Männchen, eine zum Begattungsorgan umgebildete Afterflosse. Erwachsene Männchen tragen außerdem einen roten Fleck in der Rückenflosse, der den Weibchen fehlt, und sind deutlich kleiner (bis etwa 5 cm gegenüber 7 cm). Weibchen haben in Bauchnähe einen kleinen orangefarbenen Trächtigkeitsfleck, der während der Tragzeit größer wird.

Gut zu wissen

  • Lebt und frisst ausschließlich an der Wasseroberfläche
  • Guter Springer: dicht schließende Abdeckung und eine Schicht Schwimmpflanzen sind Pflicht
  • Lebendgebärend, die Männchen haben ein Andropodium (zum Begattungsorgan umgebildete Afterflosse)
  • Männchen tragen Schaukämpfe mit verhakten Kiefern aus, bleibende Verletzungen sind selten, solange das Becken nicht zu klein ist
  • Empfindliches Maul: dichte Randbepflanzung verhindert, dass sich erschreckte Tiere an der Scheibe verletzen
  • Mangelhafte Ernährung führt häufig zu Totgeburten
  • Verträgt leichten Salzzusatz bis zu einer Dichte von etwa 1,005, in hartem, leicht alkalischem Süßwasser geht es auch ohne Salz

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Zwerg-Halbschnabelhecht?

24 bis 28 °C, pH 6,5 bis 8,0 und eine Gesamthärte von 10 bis 20 °dGH. In hartem, eher alkalischem Wasser ist kein Salz nötig, ein leichter Salzzusatz bis zu einer Dichte von etwa 1,005 wird vertragen. Plötzliche Schwankungen sollten vermieden werden.

Wie groß muss das Aquarium für den Zwerg-Halbschnabelhecht sein?

Für eine kleine Gruppe ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter. Wichtiger als die Höhe ist eine große Wasseroberfläche. Eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, die Art springt gut.

Kann man den Zwerg-Halbschnabelhecht vergesellschaften?

Ja, mit ähnlich großen, friedlichen Arten mit gleichen Wasseransprüchen, etwa anderen Lebendgebärenden, kleineren Regenbogenfischen und Süßwassergrundeln. Größere oder aggressive Fische sind ungeeignet. Bei den Männchen hält man entweder eines oder mehrere, damit sich ihre Schaukämpfe verteilen.

Kann man den Zwerg-Halbschnabelhecht züchten?

Ja, aber schwieriger als viele andere Lebendgebärende, weil Weibchen bei mangelhafter Ernährung oft tote Junge zur Welt bringen. Die Tragzeit beträgt 3 bis 6 Wochen, ein Wurf umfasst meist 10 bis 20 Jungfische, die vor den Alttieren geschützt werden müssen.

Was frisst der Zwerg-Halbschnabelhecht?

Nur Futter an der Wasseroberfläche. Ideal sind gut gefütterte Fruchtfliegen, dazu Artemia und Mückenlarven. Trockenfutter wird anfangs oft verweigert, mit der Zeit aber meist angenommen.

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Fragen und Erfahrungen

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  • Endgröße: bis 6 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 24-28 °C
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  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

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Quelle:  Aquarium Glaser GmbH

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  • Schwierigkeit: Schwierig

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