Erpetoichthys calabaricus

Deutscher Name: Flösselaal

Herkunft:
Kamerun, Nigeria
Farben:
braun, grün
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Erpetoichthys calabaricus
Gattung: Erpetoichthys
Familie: Mastacembelidae

Beschreibung

Der Flösselaal (Erpetoichthys calabaricus) wird ca. 37–40 cm (SL) groß und ist ein aalähnlicher Fisch mit charakteristischem Erscheinungsbild. Charakteristisch sind die vielen kleinen, hintereinander angeordneten Flossenfortsätze im Rückenbereich. Der Körper ist schlank und stark gestreckt. Erpetoichthys calabaricus besitzt paarige Lungen als akzessorisches Atemorgan – ohne Zugang zur Wasseroberfläche kann er ertrinken. Er ist nachtaktiv und orientiert sich vorwiegend über den Geruchssinn; das Sehvermögen ist schwach. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten in der bodennahen Zone. Sie bewegt sich zwischen Pflanzenstängeln und Laub. Als Ausbruchskünstler kann der Flösselaal durch kleinste Spalten entkommen – eine lückenlose Abdeckung ist Pflicht.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Ausbruchskünstler: kann durch kleinste Spalten entkommen – lückenlose Abdeckung Pflicht!
  • Paarige Lungen als akzessorisches Atemorgan – braucht Zugang zur Wasseroberfläche, sonst Ertrinkungsgefahr
  • Primär nachtaktiv, orientiert sich über Geruchssinn
  • Räuberisch: frisst alles, was ins Maul passt
  • Evolutionär sehr alte Fischgruppe (Ordnung Polypteriformes)
  • Kann kurzzeitig außerhalb des Wassers überleben

Vergesellschaftungshinweise

Erpetoichthys calabaricus ist friedlich und nicht stark territorial. Kleine Gruppen sind in großen Becken möglich. Alles, was ins Maul passt, wird gefressen – keine kleinen Beifische! Gegenüber gleichgroßen oder größeren Mitbewohnern verträglich. Sehr lebhafte oder aggressive Arten meiden. Garnelen sind ungeeignet. Adulte, größere Schnecken werden toleriert. Geeignete Partner: Synodontis-Arten, größere westafrikanische Welse, robuste westafrikanische Cichliden (z. B. Hemichromis). Alle Beifische müssen zu groß sein, um verschluckt zu werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen besitzen 12–14 Afterflossenstrahlen, Weibchen 9–12. Dies ist die zuverlässigste Methode zur Geschlechtsbestimmung bei adulten Tieren.
Größe: ca. 37–40 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–30 °C, pH 6,0–7,5, GH 5–20 dGH. Beckengröße: Mindestens 150 x 60 x 60 cm (ca. 550 Liter) für ein adultes Tier. Langes Becken mit ausreichend Bodenfläche. Einrichtung: Reichlich Verstecke aus Wurzeln, Höhlen und dichter Vegetation. Weiches Substrat (Sand). Falllaub. Keine starke Strömung. Abdeckung: Vollständig und lückenlos – alle Spalten, Kabeldurchführungen und Öffnungen sichern! Der Fisch muss jederzeit Luft an der Oberfläche aufnehmen können. Fütterung abends oder bei gedämpftem Licht (nachtaktiv). Bei Vergesellschaftung sicherstellen, dass der Flösselaal seinen Futteranteil erhält (ggf. gezielte Fütterung mit Pinzette). Kupfer-Warnung: Wie alle schuppenlosen/schuppenarmen Arten ist der Flösselaal empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0–7,5
Temperatur:
23–30 °C
Beckengröße:
ab 150 cm, 550 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht ist in der Aquaristik bislang nicht dokumentiert. Reproduzierbare Zuchtprotokolle existieren nicht.

Ernährung/Futterbedarf

Erpetoichthys calabaricus ist ein ausgeprägter Fleischfresser. Gefrostete Garnelen, Muschelfleisch, Mückenlarven, Mysis, Tubifex und Regenwürmer (sehr beliebt). Hochwertige Carnivoren-Pellets werden nur von manchen Individuen angenommen. Trockenfutter und pflanzliche Kost werden abgelehnt. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 10–20 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Erpetoichthys calabaricus bewohnt Küstenflüsse in Westafrika vom Ouémé-Fluss (Benin) bis zum Sanaga-Fluss (Kamerun). Flache, langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichtem Schilfbewuchs. Weiches, schlammiges Substrat mit viel organischem Material.

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