Gastromyzon scitulus
Beschreibung
Gastromyzon scitulus ist ein typischer Vertreter der rheophilen Hillstream-Sauger aus der Familie Gastromyzontidae, der auf Borneo in Südostasien beheimatet ist. Der Körper ist stark dorsoventral abgeflacht mit breiten Brust- und Bauchflossen, die das Haften an glatten Steinen in schnell fließendem Wasser ermöglichen. Die dokumentierte Maximalgröße beträgt ca. 6 cm. Der Artname verweist auf die feine, gesprenkelte Zeichnung, die dem Fisch eine gute Tarnung auf steinigem Substrat verleiht. Im Aquarium verhalten sich Punktierte Flossensauger ruhig und zurückhaltend. Sie bewegen sich überwiegend bodennah und nutzen flache Steine, Wurzeln und glatte Felsplatten als Ruhe- und Nahrungsflächen. Während aktiver Futterphasen sind sie flink und gut an Strömung angepasst. Die Art ist spezialisiert auf sauerstoffreiche, kühle Bäche und empfindlich gegenüber Temperaturen über 25 °C und Sauerstoffmangel.
Besonderheiten
- Dorsoventral abgeflachter Körper mit vergrößerten Brust- und Bauchflossen zum Festhalten in starker Strömung
- Saugmaul zur Aufnahme von Algen und Biofilm von Steinoberflächen
- Spezialisierung auf sauerstoffreiche, kühle, klare Fließgewässer
- Temperaturen über 25 °C dauerhaft vermeiden
- Geselliger Bodenbewohner, Gruppe ab sechs bis acht Tieren
- Sprungrisiko gering, klettert aber an feuchten Scheiben empor: dicht schließender Deckel zwingend
Vergesellschaftungshinweise
Gastromyzon scitulus ist ein friedlicher Bodenbewohner, der in Gruppen ab sechs bis acht Tieren gehalten werden sollte. Das Temperament ist ruhig und reserviert, leichtes Territorialverhalten um Futterplätze ist möglich, bleibt aber bei ausreichend Platz harmlos. Die Vergesellschaftung mit friedlichen, strömungsliebenden Arten aus Südostasien ist möglich. Schnecken werden zwar toleriert, große aufwuchsfressende Arten wie Rennschnecken sind aber ernstzunehmende Nahrungskonkurrenten um den Biofilm, auf den diese Art zwingend angewiesen ist. Adulte Garnelen sind in der Regel sicher, Junggarnelen können gefährdet sein.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Gastromyzon scitulus sind die Geschlechter optisch unterscheidbar. Weibchen sind deutlich massiger gebaut und wirken im direkten Vergleich gedrungener, besonders bei Betrachtung von oben. Männchen erscheinen schlanker und schmaler im Brust- und Bauchbereich.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-25 °C (optimal 20-24 °C), pH 6,0-7,5, GH 5-15 °dGH. Die Art stammt aus kühlen Bergbächen und ist empfindlich gegenüber dauerhaft erhöhten Temperaturen. Sehr gute Sauerstoffversorgung und deutliche Wasserumwälzung sind unverzichtbar. Beckengröße: Ab 80 cm Kantenlänge (112 Liter) für eine Gruppe. Zahlreiche flache, glatte Steine und Felsplatten als Ruhe- und Futterplätze. Fein- bis mittelkörniges Substrat. Filterung und Strömung: Leistungsfähige Filterung mit 10-20-facher Umwälzung des Beckenvolumens empfohlen. Ruhezonen mit geringerer Strömung vorsehen. Sprungrisiko: Gering. Die Tiere klettern jedoch an feuchten Scheiben empor und verlassen so das Becken. Ein dicht schließender Deckel ist deshalb zwingend erforderlich. Der Punktierte Flossensauger eignet sich für erfahrene Aquarianer, die strömungsreiche Becken mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser pflegen können.
Zucht und Fortpflanzung
Für Gastromyzon scitulus liegen keine gesicherten Zuchterfolge im Aquarium vor. Die einzigen gesicherten Beobachtungen stammen von P. Dickmann (2001) und schließen einen Substratlaicher aus. Da keine gesicherten Zuchtprotokolle existieren, sind alle Angaben zur Zucht als ungesichert einzustufen.
Ernährung/Futterbedarf
Gastromyzon scitulus ist ein Aufwuchsfresser (Limnivore) und kein reiner Pflanzenfresser: abgeweidet wird der Biofilm auf Steinen, der neben Algen auch Mikroorganismen und Kleinstlebewesen enthält. Die Hauptnahrung besteht aus Algen, Diatomeen und Biofilm von Steinoberflächen. Im Aquarium eignen sich Spirulina-Tabs, Algenplatten und blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke). Ergänzend können Frostfutter wie Artemia, Cyclops oder Mysis in kleinen Mengen angeboten werden. Ein zu hoher Proteinanteil kann Verdauungsprobleme verursachen. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag entsprechen dem natürlichen Weideverhalten.
Natürlicher Lebensraum
Gastromyzon scitulus ist endemisch im malaysischen Teil Borneos (Sarawak) und gehört zu den obligaten Bewohnern schnell fließender, seichter Bäche in Hügelregionen. Im Zoohandel wird Gastromyzon scitulus sehr häufig unter dem falschen Namen Gastromyzon punctulatus angeboten; der echte Gastromyzon punctulatus ist im Handel praktisch nicht vertreten. Die Gattung wurde in Höhenlagen bis ca. 1.350 m nachgewiesen. Typische Habitate weisen starke Strömungen über steinigem oder felsigem Untergrund mit zahlreichen flachen Haft- und Nahrungsflächen auf. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.
Für mich sind das Gastromyzon scitulus TAN & LEH, 2006 … Grüße Rüdiger
Hi Rüdiger, da magst du Recht haben. Werden mal Fotos nachordern und bei EFS nachforschen.