Geophagus parnaibae
Beschreibung
Geophagus parnaibae, der Parnaiba-Erdfresser, ist ein für die Gattung typischer, kompakt gebauter Buntbarsch der Familie Cichlidae. Die Art erreicht ca. 12 cm SL (bis ca. 16 cm TL). Der Körperbau mit leicht abgeflachter Kopfregion und nach unten gerichtetem Maul ist an das bodenorientierte Siebverhalten angepasst. Diagnostisch: keine dunklen suborbitalen Streifen, Längsbänder auf der Schwanzflosse, 30–31 Schuppen in der E1-Reihe.
Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, zurückhaltendtes Verhalten außerhalb der Brutzeit. Das aktive Sand-Sieben verleiht dem Becken eine lebendige Dynamik. Während der Brutzeit werden Paare territorialer. Geophagus parnaibae ist ein ovophiler biparentaler Maulbrüter mit vorgelagerter Substratablage.
Besonderheiten
- Ovophiler biparentaler Maulbrüter mit vorgelagerter Substratablage auf flachen Steinen
- Sand-siftendes Fressverhalten: gründliches Durchsieben des Substrats
- Schwimmzone: vorwiegend mittlere bis untere Wasserschichten
- Niedriges Sprungrisiko
- Sehr empfindlich auf schlechte Wasserqualität
- Endemisch im Rio-Parnaíba-Einzugsgebiet (Nordostbrasilien: Piauí, Maranhão)
Vergesellschaftungshinweise
Gruppenbildender Fisch. Mindestens 5, empfohlen 6–8 Tiere für natürliche Sozialstrukturen und Paarbildung. Überwiegend friedlich außerhalb der Brutzeit. Sehr kleine Fische oder frisch geschlüpfte Jungtiere werden gefressen.
Schnecken verträglich. Adulte Garnelen meist toleriert, Junggarnelen gefährdet. Geeignete Beifische: südamerikanische Süßwasserarten mit ähnlichen Haltungsparametern.
Geschlechtsdimorphismus
Äußere Unterschiede kaum erkennbar. Sicheres Merkmal während der Laichzeit: sichtbarer Ovipositor des Weibchens.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–31 °C, pH 6,5–7,6, GH 2–10 dGH. Art reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität; regelmäßige, großzügige Wasserwechsel unbedingt erforderlich.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge.
Einrichtung: Feiner Sand als Substrat (scharfkantige Substrate vermeiden). Hölzer, Wurzelstücke, flache Steine als potenzielle Laichunterlagen. Ausreichend freie Sandflächen.
Filterung: Hochleistungsfilterung (4–5-facher Beckenumsatz/Stunde). Moderate Strömung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Ovophiler biparentaler Maulbrüter mit Substratablage. Eier werden auf flachen Steinen abgelegt, dann vom Weibchen ins Maul genommen. Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege.
Zuchtschwierigkeit: Mittel. Gelegegröße bis ca. 200 Eier. Einstieg mit Gruppe von 5–8 Jungtieren empfohlen. Gute Wasserqualität und Ernährung essenziell.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit Neigung zur tierischen Nahrungssuche im Substrat. Hochwertiges Granulat/Flockennahrung, Artemia, Cyclops, Mysis, Blutwürmer. Pflanzliche Ergänzungen: Spirulina-Flocken, blanchierte Zucchini. Langsam sinkende, bodenorientierte Futtersorten.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Geophagus parnaibae stammt aus dem Rio-Parnaíba-Einzugsgebiet in Nordostbrasilien (Piauí, Maranhão). Kleinere Zuflüsse mit sandigem Substrat. Saisonale Variabilität: starke Strömung während der Regenzeit, nahezu stagnierende Tümpel in der Trockenzeit. Begleitarten: Hoplias malabaricus, Crenicichla, Apistogramma piauiensis, Aspidoras, Otocinclus.